Deutsche Redewendungen und ihre Bedeutung
Von „Ich verstehe nur Bahnhof“ bis „Tomaten auf den Augen haben“: feste Wendungen, deren Sinn sich nicht aus den einzelnen Wörtern ergibt. Jede mit Bedeutung, Herkunft und Beispielen.
A12
- Abgehen wie Schmidts KatzeMit enormem Tempo loslegen oder rasant in Schwung kommen; auch: begeistern und großen Anklang finden.
- Abwarten und Tee trinkenGeduldig bleiben und erst einmal beobachten, wie sich eine Sache entwickelt, statt vorschnell zu handeln.
- Alles in ButterAlles ist in Ordnung, es gibt keine Probleme.
- Alter SchinkenSpöttische oder liebevolle Bezeichnung für ein altes, dickes Buch, einen alten Film oder ein altmodisches Gemälde.
- Auf dem Holzweg seinSich gründlich irren und mit einer Annahme oder Vorgehensweise völlig falschliegen.
- Auf dem Schlauch stehenEtwas nicht sofort verstehen und gerade nicht darauf kommen, obwohl es eigentlich nicht schwer ist.
- Auf den Hund kommenHerunterkommen und in einen elenden Zustand geraten, ob wirtschaftlich, gesundheitlich oder moralisch.
- Auf den Putz hauenAusgelassen feiern, angeben oder lautstark protestieren, je nach Zusammenhang.
- Auf keinen grünen Zweig kommenEs zu nichts bringen: beruflich oder finanziell nicht vorankommen und keinen Erfolg haben.
- Auf Wolke sieben schwebenÜberglücklich sein und alles um sich herum vergessen, besonders weil man frisch verliebt ist.
- Aus allen Wolken fallenVöllig überrascht sein, meist von einer unangenehmen Nachricht, mit der man nicht gerechnet hat.
- Aus einer Mücke einen Elefanten machenEine Kleinigkeit maßlos aufbauschen und so tun, als sei sie ein riesiges Problem.
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- Bauklötze staunenSehr staunen, vor Verwunderung fast sprachlos sein.
- Bei Adam und Eva anfangenBeim Erzählen oder Erklären sehr weit ausholen und mit Dingen beginnen, die mit der eigentlichen Sache kaum noch zu tun haben.
- Bis zum Sankt-Nimmerleins-TagAuf unbestimmte Zeit, in Wahrheit also nie; meist über Dinge gesagt, die immer wieder verschoben werden.
- Blau seinUmgangssprachlich für betrunken sein, meist mit einem gutmütigen, wenig dramatischen Unterton.
- BlaumachenOhne triftigen Grund nicht zur Arbeit, Schule oder Uni gehen und sich einen freien Tag nehmen.
- Bock habenUmgangssprachlich für: Lust auf etwas haben. Verneint heißt „keinen Bock haben“ keine Lust haben.
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- Da beißt die Maus keinen Faden abDaran ist nichts zu ändern und nichts zu deuteln: Die Sache steht fest, Widerspruch ist zwecklos.
- Da haben wir den SalatAusruf des Ärgers, wenn das befürchtete Durcheinander oder Missgeschick eingetreten ist: Jetzt ist es passiert.
- Da kannst du Gift drauf nehmenDarauf kannst du dich hundertprozentig verlassen, das ist absolut sicher.
- Da liegt der Hase im PfefferDas ist der eigentliche Grund des Problems, genau hier liegt die Schwierigkeit.
- Da liegt der Hund begrabenDas ist der eigentliche, oft verborgene Grund einer Sache, der Kern, an dem alles hängt.
- Da steppt der BärIrgendwo ist richtig viel los: Es wird ausgelassen gefeiert, getanzt und gelacht, die Stimmung ist bestens.
- Das A und ODas Wichtigste an einer Sache, der Kern, ohne den nichts gelingt.
- Das bringt das Fass zum ÜberlaufenEin weiterer, oft kleiner Ärger macht eine ohnehin angespannte Lage unerträglich, sodass jemandem endgültig der Kragen platzt.
- Das Eis brechenDie anfängliche Zurückhaltung oder Spannung zwischen Menschen lösen, sodass ein lockeres Gespräch möglich wird.
- Das Handtuch werfenAufgeben und einen Kampf, ein Projekt oder einen Versuch abbrechen, weil man keine Aussicht auf Erfolg mehr sieht.
- Das ist mir wurstEtwas ist einem völlig gleichgültig: Man hat dazu keine Meinung, keine Vorliebe und keine Sorge.
- Das ist nicht mein BierDamit sagt man, dass einen eine Sache nichts angeht oder dass man dafür nicht zuständig ist.
- Das Kind beim Namen nennenEine Sache offen und unverblümt aussprechen, statt sie zu beschönigen oder drum herumzureden.
- Das Kind mit dem Bade ausschüttenMit dem Schlechten zugleich das Gute beseitigen, weil man zu radikal oder übereilt vorgeht.
- Das Pferd von hinten aufzäumenEine Sache in der falschen Reihenfolge oder vom verkehrten Ende her angehen.
- Das schwarze Schaf seinIn einer Familie oder Gruppe der Außenseiter sein, der aus der Reihe tanzt und von den anderen als Makel gesehen wird.
- Den Ball flach haltenSich zurückhalten, bescheiden bleiben und kein unnötiges Risiko eingehen.
- Den Bock zum Gärtner machenAusgerechnet jemanden mit einer Aufgabe betrauen, der dafür völlig ungeeignet ist oder dem Anvertrauten selbst schadet.
- Den Braten riechenEine Absicht, eine Falle oder etwas Bevorstehendes rechtzeitig ahnen und durchschauen.
- Den Kopf in den Sand steckenEine unangenehme Wahrheit oder drohende Gefahr nicht wahrhaben wollen und so tun, als gäbe es sie nicht.
- Den Kürzeren ziehenIn einem Streit, Wettbewerb oder Vergleich verlieren und den Nachteil hinnehmen müssen.
- Den Löffel abgebenSalopper, leicht flapsiger Ausdruck für sterben, scherzhaft auch für Geräte, die endgültig kaputtgehen.
- Den Nagel auf den Kopf treffenMit einer Bemerkung genau das Wesentliche erfassen und treffend aussprechen.
- Den Spieß umdrehenEinen Angriff oder Vorwurf gegen den richten, von dem er ausging, und so aus der Verteidigung heraus selbst zum Angreifer werden.
- Den Stier bei den Hörnern packenEine schwierige Aufgabe oder ein unangenehmes Problem mutig und direkt angehen, statt ihm auszuweichen.
- Den Teufel an die Wand malenDas Schlimmste befürchten und laut aussprechen, oft mit dem Unterton, man könne Unglück dadurch erst herbeireden.
- Den Vogel abschießenAlle anderen übertreffen; meist ironisch: sich das Dreisteste, Dümmste oder Peinlichste von allen leisten.
- Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehenÜber lauter Einzelheiten das Ganze oder das Offensichtliche aus dem Blick verlieren.
- Der Groschen ist gefallenJemand hat etwas endlich verstanden, nachdem es eine Weile gedauert hat.
- Die Arschkarte ziehenDerb für: Pech haben und den unangenehmsten Teil abbekommen, während andere besser davonkommen.
- Die Flinte ins Korn werfenVorschnell und mutlos aufgeben, sobald sich die ersten Schwierigkeiten zeigen.
- Die Katze aus dem Sack lassenEine Absicht, einen Plan oder eine Neuigkeit, die man bisher zurückgehalten hat, endlich bekannt geben.
- Die Katze im Sack kaufenEtwas kaufen oder sich auf etwas einlassen, ohne es vorher gesehen oder geprüft zu haben.
- Die Kirche im Dorf lassenNicht übertreiben, auf dem Boden der Tatsachen bleiben und eine Sache im vernünftigen Rahmen halten.
- Die Kuh fliegen lassenAusgelassen, laut und ausgiebig feiern, so richtig Party machen.
- Die Kurve kratzenSich schnell und möglichst unauffällig davonmachen, oft bevor es unangenehm wird.
- Die Nadel im Heuhaufen suchenEtwas suchen, das in einer riesigen Menge so gut verborgen ist, dass man kaum Aussicht hat, es zu finden.
- Die Nase voll habenVon etwas oder jemandem endgültig genug haben und nichts mehr davon wissen wollen.
- Die Ohren steifhaltenDen Mut nicht verlieren und in einer schwierigen Lage durchhalten; oft als Abschiedsgruß: „Halt die Ohren steif!“
- Die Rechnung ohne den Wirt machenFest mit einem Ergebnis planen, aber jemanden übersehen, der mitentscheidet, und sich dadurch gründlich verschätzen.
- Die Sau rauslassenSich hemmungslos austoben und ausgelassen feiern, ohne auf Benehmen und Zurückhaltung zu achten.
- Dumm wie BohnenstrohAbwertend und umgangssprachlich für: sehr dumm, begriffsstutzig, ohne jeden Verstand.
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- Ein alter Hase seinAuf einem Gebiet sehr viel Erfahrung haben und sich deshalb kaum noch aus der Ruhe bringen lassen.
- Ein Auge zudrückenÜber einen Fehler oder kleinen Regelverstoß großzügig hinwegsehen und ihn nicht bestrafen.
- Ein Brett vor dem Kopf habenBegriffsstutzig sein und etwas nicht verstehen, das eigentlich leicht zu begreifen wäre.
- Ein Buch mit sieben SiegelnEtwas, das jemand nicht versteht und nicht durchschauen kann, etwa ein schwieriges Fachgebiet oder ein rätselhafter Mensch.
- Ein Fass aufmachenViel Wirbel um etwas machen oder ein heikles Thema anschneiden; seltener auch: ausgelassen feiern.
- Ein Fass ohne BodenEine Sache, die immer mehr Geld oder Mühe verschlingt, ohne dass ein Ende oder ein Erfolg absehbar ist.
- Ein Haar in der Suppe findenAn einer eigentlich guten Sache kleinlich etwas auszusetzen finden.
- Ein Herz und eine Seele seinSich so gut verstehen, dass man fast immer einer Meinung ist und unzertrennlich wirkt.
- Eine Fahrt ins BlaueEin Ausflug ohne festes oder ohne vorher verratenes Ziel, bei dem die Mitfahrenden sich überraschen lassen.
- Eine Milchmädchenrechnung aufmachenNaiv mit einer Rechnung planen, die auf unsicheren oder falschen Annahmen beruht und deshalb nicht aufgeht.
- Einen Kater habenSich nach zu viel Alkohol am nächsten Tag elend fühlen, mit Kopfschmerzen, flauem Magen und schlechter Laune.
- Einen Korb bekommenAbgewiesen werden, besonders bei einer Einladung, einem Annäherungsversuch oder einem Heiratsantrag.
- Einen Vogel habenNicht ganz bei Verstand sein, verrückte Ideen haben oder sich so unvernünftig verhalten, dass andere den Kopf schütteln.
- Einen Zahn zulegenSchneller werden: das Tempo erhöhen oder sich bei einer Aufgabe mehr anstrengen.
- Es faustdick hinter den Ohren habenGerissener und durchtriebener sein, als man aussieht; hinter einer harmlosen Fassade Schlauheit und Hintergedanken haben.
- Es ist zum MäusemelkenEs ist zum Verzweifeln: Ausruf des Ärgers, wenn etwas trotz aller Mühe einfach nicht klappt.
- Etwas auf dem Kerbholz habenEtwas Verbotenes oder Unrechtes getan haben, etwa eine Straftat oder ein Vergehen, das einem noch anhängt.
- Etwas auf die lange Bank schiebenEtwas Unangenehmes oder Lästiges immer weiter hinauszögern, statt es zu erledigen.
- Etwas aus dem Ärmel schüttelnEtwas ohne Mühe und ohne Vorbereitung hervorbringen, als hätte man es schon fertig dabei.
- Etwas aus dem Effeff könnenEtwas so gründlich beherrschen, dass man es ohne Nachdenken und fehlerfrei kann.
- Etwas durch die Blume sagenEtwas nur andeuten statt es offen auszusprechen, meist um höflich zu bleiben oder den anderen zu schonen.
- Etwas übers Knie brechenEtwas übereilt und ohne gründliche Überlegung erledigen oder entscheiden.
- Eulen nach Athen tragenEtwas Überflüssiges tun, indem man etwas dorthin bringt, wo es davon ohnehin mehr als genug gibt.
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- Fersengeld gebenDavonlaufen und die Flucht ergreifen, statt sich einer Gefahr oder einer Auseinandersetzung zu stellen.
- Fracksausen habenGroße Angst oder Nervosität haben, meist vor einer unmittelbar bevorstehenden Herausforderung.
- Fünf gerade sein lassenEs nicht so genau nehmen und großzügig über kleine Fehler oder Regelverstöße hinwegsehen; auch: sich entspannen und alles ruhen lassen.
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- Haare auf den Zähnen habenStreitbar, schlagfertig und rechthaberisch sein und sich mit scharfen Worten durchsetzen.
- Hals- und BeinbruchScherzhafter Glückwunsch vor einer Prüfung, einem Auftritt oder einem Wagnis: Viel Glück, es wird schon gut gehen.
- Hand und Fuß habenGut durchdacht, solide begründet und in sich stimmig sein.
- Hans im GlückEin Glückspilz, dem scheinbar alles zufällt, benannt nach dem Grimm-Märchen, dessen Held alles weggibt und sich trotzdem glücklich fühlt.
- Hinter dem Mond lebenNicht mitbekommen, was in der Welt passiert, und deshalb über Neuigkeiten, Trends oder Selbstverständlichkeiten nicht Bescheid wissen.
- Hopfen und Malz verlorenBei jemandem oder etwas ist jede Mühe vergeblich, da ist nichts mehr zu retten oder zu bessern.
- Hummeln im Hintern habenUnruhig sein und nicht stillsitzen können, ständig in Bewegung oder auf dem Sprung.
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- Ich verstehe nur BahnhofÜberhaupt nichts verstehen, weil etwas zu kompliziert, zu fremd oder schlicht nicht zu hören ist.
- In Teufels Küche kommenIn eine sehr schwierige, unangenehme oder gefährliche Lage geraten, oft durch eigenes Verschulden.
- Ins Fettnäpfchen tretenMit einer unbedachten Bemerkung oder Handlung jemanden verärgern oder in Verlegenheit bringen.
- Ins Gras beißenSterben, besonders gewaltsam oder im Kampf; übertragen auch scheitern oder verlieren.
- Ins kalte Wasser springenSich ohne Vorbereitung und Erfahrung auf eine völlig neue Aufgabe einlassen und sich dabei bewähren müssen.
- Ins Wasser fallenNicht stattfinden oder scheitern: Ein geplantes Vorhaben fällt aus oder lässt sich nicht verwirklichen.
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- Jemandem auf den Keks gehenJemandem lästig werden und ihn mit ständigem Reden, Fragen oder einem bestimmten Verhalten nerven.
- Jemandem auf den Zahn fühlenJemanden gezielt ausfragen und prüfen, um herauszufinden, was er wirklich weiß, kann oder vorhat.
- Jemandem auf der Nase herumtanzenJemanden nicht ernst nehmen und tun, was man will, weil er sich nicht durchsetzt.
- Jemandem das Fell über die Ohren ziehenJemanden grob betrügen oder finanziell ausnehmen, sodass er viel mehr verliert, als er ahnt.
- Jemandem den Kopf waschenJemanden scharf zurechtweisen und ihm unmissverständlich sagen, was er falsch gemacht hat.
- Jemandem den Rang ablaufenJemanden überflügeln: ihn in einem Wettbewerb übertreffen und von seinem Platz an der Spitze verdrängen.
- Jemandem die Daumen drückenJemandem Glück und Erfolg für ein bestimmtes Vorhaben wünschen und in Gedanken bei ihm sein.
- Jemandem die kalte Schulter zeigenJemanden demonstrativ links liegen lassen, ihn abweisend behandeln oder ein Angebot betont kühl ablehnen.
- Jemandem die Leviten lesenJemandem eine ernste, ausführliche Strafpredigt halten und ihn nachdrücklich an seine Pflichten erinnern.
- Jemandem die Schau stehlenDie Aufmerksamkeit, die eigentlich einem anderen gilt, auf sich ziehen und ihn damit in den Schatten stellen.
- Jemandem die Stange haltenZu jemandem halten und ihn unterstützen, auch wenn es schwierig wird oder andere sich von ihm abwenden.
- Jemandem ein X für ein U vormachenJemanden plump täuschen und ihm etwas Falsches als wahr verkaufen.
- Jemandem eine Eselsbrücke bauenJemandem mit einem Merkspruch, Bild oder Hinweis helfen, sich etwas zu merken oder selbst auf die Lösung zu kommen.
- Jemandem einen Bären aufbindenJemandem eine erfundene Geschichte so überzeugend erzählen, dass er sie glaubt.
- Jemandem einen Floh ins Ohr setzenJemanden auf eine Idee oder einen Wunsch bringen, die ihn nicht mehr loslassen, oft auf einen schwer erfüllbaren oder unvernünftigen.
- Jemandem einen Strich durch die Rechnung machenJemandes Pläne durchkreuzen, sodass sein Vorhaben scheitert oder nicht wie gedacht aufgeht.
- Jemandem geht ein Licht aufJemand versteht plötzlich einen Zusammenhang, der ihm vorher unklar war.
- Jemandem Honig ums Maul schmierenJemandem mit Hintergedanken schmeicheln, um ihn für sich einzunehmen oder etwas von ihm zu bekommen.
- Jemandem nicht das Wasser reichen könnenJemandem an Können, Leistung oder Qualität weit unterlegen sein.
- Jemandem reinen Wein einschenkenJemandem die volle Wahrheit sagen, auch wenn sie unangenehm ist.
- Jemanden an der Nase herumführenJemanden täuschen, hinhalten oder mit falschen Versprechungen in die Irre führen.
- Jemanden auf den Arm nehmenSich einen Spaß mit jemandem erlauben, ihn necken oder ihm zum Scherz etwas Unwahres weismachen.
- Jemanden auf die Palme bringenJemanden so sehr ärgern oder reizen, dass er wütend wird.
- Jemanden über den Tisch ziehenJemanden bei einem Geschäft oder einer Verhandlung übervorteilen oder betrügen.
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- Kalte Füße bekommenKurz vor einer Entscheidung oder einem Vorhaben Zweifel und Angst bekommen und deshalb einen Rückzieher machen.
- Kalter KaffeeEtwas längst Bekanntes, das deshalb niemanden mehr interessiert; salopp auch eine überholte oder unsinnige Idee.
- Kein Blatt vor den Mund nehmenOffen und ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten aussprechen, was man denkt.
- Klappe zu, Affe totDie Sache ist erledigt und abgeschlossen, darüber wird nicht mehr geredet.
- Kohldampf habenSalopp für: sehr großen Hunger haben.
- Krokodilstränen weinenTrauer, Reue oder Mitleid nur vortäuschen, ohne es wirklich zu empfinden.
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- Mein Name ist HaseIch weiß von nichts: So stellt man sich ahnungslos, oft um keine Verantwortung zu übernehmen oder niemanden zu verraten.
- Mit Ach und KrachMit großer Mühe, gerade noch: Etwas klappt nur knapp und unter Stöhnen.
- Mit allen Wassern gewaschen seinSehr erfahren und gerissen sein, alle Tricks kennen und sich deshalb nicht leicht übertölpeln lassen.
- Mit dem falschen Fuß aufstehenSchon morgens schlecht gelaunt sein oder einen Tag erwischen, an dem nichts klappt, meist ohne erkennbaren Grund.
- Mit dem ist nicht gut Kirschen essenMit diesem Menschen legt man sich besser nicht an: Er ist schwierig, streitlustig oder unberechenbar.
- Mit einem AffenzahnMit sehr hoher Geschwindigkeit, rasend schnell, etwa wenn ein Auto vorbeirast oder jemand davonsaust.
- Mit einem blauen Auge davonkommenAus einer gefährlichen oder schlimmen Lage mit nur geringem Schaden herauskommen, also glimpflich davonkommen.
- Mit jemandem durch dick und dünn gehenZu jemandem halten und ihm beistehen, in guten wie in schlechten Zeiten.
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- Nach jemandes Pfeife tanzenSich ganz dem Willen eines anderen fügen und tun, was er verlangt, ohne eigenen Spielraum.
- Nägel mit Köpfen machenEine Sache entschlossen und gründlich zu Ende bringen, statt sich mit halben Lösungen zufriedenzugeben.
- Nicht alle Latten am Zaun habenUmgangssprachlich für: nicht ganz bei Verstand sein, ein bisschen verrückt sein.
- Nicht alle Tassen im Schrank habenNicht ganz bei Verstand sein; sich so seltsam oder unvernünftig verhalten, dass andere am Verstand zweifeln.
- Nicht das Gelbe vom EiEtwas ist nicht die beste Lösung: brauchbar vielleicht, aber mittelmäßig und hinter den Erwartungen zurück.
- Nicht von schlechten ElternZiemlich gut, kräftig oder beachtlich, oft deutlich besser oder heftiger, als man erwartet hätte.
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P2
S10
- Schmetterlinge im Bauch habenFrisch verliebt sein und dabei ein aufgeregtes Kribbeln in der Magengegend spüren.
- Schnee von gesternEtwas, das vorbei ist und niemanden mehr interessiert, weil es längst bekannt oder überholt ist.
- Schwein habenGroßes, oft unverdientes Glück haben, vor allem wenn etwas fast schiefgegangen wäre.
- Sein blaues Wunder erlebenEine böse, unangenehme Überraschung erleben, mit der man nicht gerechnet hat.
- Seinen Senf dazugebenUngefragt seine Meinung zu etwas äußern, auch wenn niemand danach verlangt hat.
- Sich einen Ast lachenSehr heftig lachen, sich vor Lachen krümmen; ironisch auch: etwas lächerlich finden.
- Sich etwas hinter die Ohren schreibenSich eine Lehre, Warnung oder Ermahnung gut merken, damit man denselben Fehler nicht noch einmal macht.
- Sich freuen wie ein SchneekönigSich riesig und sichtbar freuen, oft über etwas Kleines oder lange Ersehntes.
- Sich ins Zeug legenSich kräftig anstrengen und alles geben, um etwas zu schaffen oder jemanden zu unterstützen.
- Sich zum Affen machenSich durch sein Verhalten lächerlich machen und zum Gespött anderer werden.
T3
- Tacheles redenOffen und ohne Umschweife sagen, worum es geht, auch wenn es unbequem ist.
- Tomaten auf den Augen habenEtwas Offensichtliches übersehen, das eigentlich jeder sehen müsste.
- TorschlusspanikAngst, eine wichtige Gelegenheit endgültig zu verpassen, weil die Zeit abläuft, oft mit Blick auf Partnerschaft, Kinder oder Beruf.
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- Über den Jordan gehenSalopp für sterben; übertragen auch: kaputtgehen, verloren gehen oder pleitegehen.
- Um den heißen Brei herumredenNicht zur Sache kommen und das Wesentliche, meist etwas Unangenehmes, nicht offen aussprechen.
- Unter aller SauAusgesprochen schlecht, miserabel; derb gesagt über Leistungen, Zustände oder Benehmen.
- Unter vier AugenNur zu zweit, ohne Zeugen und ohne Zuhörer: Was unter vier Augen besprochen wird, bleibt zwischen den beiden Beteiligten.
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W8
- Wie aus heiterem HimmelVöllig unerwartet und ohne jedes Vorzeichen, meist bei unangenehmen Ereignissen.
- Wie die Made im Speck lebenSehr bequem und im Überfluss leben, ohne sich um etwas sorgen oder anstrengen zu müssen.
- Wie ein begossener PudelBeschämt, kleinlaut und geknickt, etwa nach einer Blamage, einem Tadel oder einer Enttäuschung.
- Wie ein Elefant im PorzellanladenPlump, ungeschickt und taktlos vorgehen und dabei Schaden anrichten, wo eigentlich Feingefühl gefragt wäre.
- Wie geschmiert laufenReibungslos, zügig und ohne jedes Stocken ablaufen, so leicht, wie sich ein gut gefettetes Wagenrad dreht.
- Wie Hund und KatzeStändig im Streit miteinander, so verfeindet, dass zwei sich einfach nicht vertragen.
- Wissen, wo Barthel den Most holtAlle Kniffe kennen und genau wissen, wie man an etwas herankommt oder eine Sache geschickt anpackt.
- Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagenAn einem sehr abgelegenen, einsamen Ort, weit weg von Städten und Menschen.
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Häufige Fragen
Was ist eine Redewendung?
Eine Redewendung ist eine feste Wortverbindung mit übertragener Bedeutung, die man in den eigenen Satz einbaut, etwa „jemandem einen Bären aufbinden“ für „jemandem eine Lüge erzählen“. Fachleute sprechen von Idiomen oder Phraseologismen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Redewendung und einem Sprichwort?
Ein Sprichwort ist ein abgeschlossener Satz mit einer Lehre, den man zitiert („Wer rastet, der rostet“). Eine Redewendung ist ein Baustein ohne eigene Lehre, den man beugt und in den Satz einfügt („Sie hat die Katze aus dem Sack gelassen“).
Woher kommen Redewendungen?
Viele stammen aus Handwerk, Landwirtschaft, Jagd, Militär oder der Bibel und haben ihr ursprüngliches Bild längst verloren. „Jemandem die Leviten lesen“ etwa geht auf mittelalterliche Ermahnungen von Geistlichen zurück, bei denen aus dem Buch Levitikus vorgelesen wurde.