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Kalte Füße bekommen

Kurz gesagt

Kurz vor einer Entscheidung oder einem Vorhaben Zweifel und Angst bekommen und deshalb einen Rückzieher machen.

Auf Englisch
to get cold feet
Auch gesagt
Kalte Füße kriegen

Was bedeutet „Kalte Füße bekommen“?

Wer kalte Füße bekommt, schreckt in letzter Minute vor etwas zurück, das er eigentlich fest vorhatte: dem Hauskauf, der Vertragsunterschrift, der Hochzeit, dem Fallschirmsprung. Das DWDS beschreibt es als Zweifel und Ängste, die dazu führen, dass man sich anders entscheidet. Die Wendung ist umgangssprachlich und kann verständnisvoll wie spöttisch klingen. Häufig steht sie in Nachrichten über Investoren, Koalitionspartner oder Sponsoren, die sich aus einem Projekt zurückziehen.

Gleichwertig ist „kalte Füße kriegen“. Die Wendung beschreibt oft den Moment des Zögerns, nicht unbedingt ein endgültiges Nein: Wer kalte Füße bekommt, lässt sich manchmal noch umstimmen. Mit Feigheit im großen Stil hat sie wenig zu tun, eher mit dem plötzlichen Gefühl, sich übernommen zu haben. Wörtlich genommen kann der Satz natürlich auch heißen, dass jemand friert. Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.

Woher kommt „Kalte Füße bekommen“?

Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Eine verbreitete Erklärung führt die Wendung auf den Spieltisch zurück: „Kalte Füße haben“ sei ein beliebter Vorwand gewesen, um ein Kartenspiel abzubrechen und den Gewinn mitzunehmen. Daneben hatte „kalte Füße haben“ früher auch die Bedeutung „kein Geld haben“.

Eine frühe literarische Spur führt zu Fritz Reuter. Sein plattdeutscher Roman „Ut mine Stromtid“ erschien ab 1862, und in einer englischen Übersetzung von 1871 taucht dort „cold feet“ auf. Englische Etymologen halten es deshalb für möglich, dass „to get cold feet“ eine Lehnübersetzung aus dem Deutschen ist. Andere verweisen auf eine lombardische Redensart. Bekannt wurde die englische Wendung durch Stephen Crane, der sie 1896 in seinen Roman „Maggie“ einfügte. Welche Sprache sie zuerst hatte, ist umstritten.

Beispiele aus dem Alltag

  • Zwei Tage vor dem Notartermin bekommt Daniel kalte Füße. „Was, wenn wir uns mit der Wohnung übernehmen?“, fragt er seine Frau.

  • Der Hauptsponsor des Stadtfests hat kalte Füße bekommen und zieht seine Zusage zurück. Jetzt muss der Heimatverein improvisieren.

  • Am Zehnmeterbrett dreht sich Ida noch einmal um. „Kriegst du etwa kalte Füße?“, ruft ihr Bruder vom Beckenrand.

Häufige Fragen

Heißt es „kalte Füße bekommen“ oder „kalte Füße kriegen“?

Beides ist richtig. „Kriegen“ klingt etwas lockerer, die Bedeutung ist dieselbe.

Ist „kalte Füße bekommen“ aus dem Englischen übernommen?

Das ist nicht sicher. Englisch „to get cold feet“ und deutsch „kalte Füße bekommen“ bedeuten dasselbe, und manche Etymologen halten sogar die englische Form für eine Übersetzung aus dem Deutschen.

Was bedeutet „kalte Füße haben“?

Heute meint man damit meist dasselbe wie mit „kalte Füße bekommen“: Man zögert und will einen Rückzieher machen. Früher konnte „kalte Füße haben“ auch heißen, kein Geld zu haben.

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