Ach du heilige Makrele!
Kurz gesagt
Ein harmloser, scherzhafter Ausruf, mit dem man Überraschung oder leichtes Entsetzen zeigt.
- Auf Englisch
- Holy mackerel!
- Holy cow!
- Auch gesagt
- Heilige Makrele!
Was bedeutet „Ach du heilige Makrele!“?
Man ruft es, wenn etwas unerwartet kommt: eine saftige Rechnung, ein Missgeschick, eine verblüffende Nachricht. Der Ausruf ist harmlos, niemand fühlt sich davon beleidigt, und er funktioniert auch vor Kindern oder im Büro. Gerade deshalb klingt er ein wenig altmodisch und wird heute meist mit einem Augenzwinkern benutzt.
Der Witz steckt in der Kombination: „heilig“ trifft auf einen ganz gewöhnlichen Speisefisch. Wer „Ach du heilige Makrele!“ sagt, übertreibt bewusst und zeigt damit, dass die Lage zwar überraschend, aber nicht wirklich dramatisch ist. Bei echtem Schrecken oder einer traurigen Nachricht wirkt der Ausruf deshalb fehl am Platz.
Woher kommt „Ach du heilige Makrele!“?
Woher genau der Ausruf stammt, ist nicht belegt. Duden und DWDS führen „heilige Makrele“ nicht als feste Wendung, und die oft wiederholte Behauptung, er sei im 19. Jahrhundert in Norddeutschland oder Berlin entstanden, hat keine Quelle. Sicher ist das Muster dahinter: „heilig“ plus ein möglichst unheiliges Wort. Lutz Röhrich erklärt Ausrufe wie „Heiliges Kanonenrohr“, „Heiliger Strohsack“ oder „Heiliger Bimbam“ als scherzhafte Ersatzformen, mit denen man vermied, einen Heiligennamen im Fluch zu missbrauchen.
Auffällig ist das englische Gegenstück „Holy mackerel!“, das dort schon seit dem frühen 19. Jahrhundert belegt ist. Eine gängige Deutung sieht darin ein Hüllwort für „Holy Mary!“, eine andere verbindet die Makrele mit dem katholischen Fischessen am Freitag. Bewiesen ist keine von beiden. Gut möglich, dass die deutsche Form als Lehnübersetzung aus dem Englischen in Umlauf kam. Nachgewiesen ist das aber nicht.
Beispiele aus dem Alltag
Als Tom die Nebenkostenabrechnung öffnet, wird er blass. „Ach du heilige Makrele, 900 Euro Nachzahlung?“
Beim Elternabend kippt Frau Berger ihren Kaffee über die Anwesenheitsliste. „Ach du heilige Makrele“, murmelt sie und tupft mit dem Ärmel nach.
„Hast du gesehen? Unser Torwart hat in der Nachspielzeit per Kopf den Ausgleich gemacht!“ Mia starrt auf das Handy: „Heilige Makrele!“
Häufige Fragen
Woher kommt „Ach du heilige Makrele“?
Ein sicherer Ursprung ist nicht bekannt. Der Ausruf gehört zur Familie der scherzhaften ‚heiligen‘ Ersatzflüche wie „Heiliger Strohsack“, und im Englischen gibt es mit „Holy mackerel!“ ein fast wörtliches Vorbild.
Ist „Heilige Makrele“ ein Sprichwort?
Nein, es ist ein Ausruf. Ein Sprichwort ist ein ganzer Satz mit einer allgemeinen Aussage, etwa „Aller Anfang ist schwer“. „Heilige Makrele!“ drückt dagegen nur ein Gefühl aus, nämlich Überraschung.
Welche ähnlichen Ausrufe gibt es?
Bekannt sind „Heiliger Strohsack!“, „Heiliges Kanonenrohr!“, „Heiliger Bimbam!“, „Ach du grüne Neune!“ und „Ach du meine Güte!“. Alle drücken Überraschung aus, ohne grob zu werden.
Wie sagt man „Heilige Makrele“ auf Englisch?
„Holy mackerel!“ Der Ausruf klingt auch im Englischen etwas altmodisch. Häufiger hört man dort „Holy cow!“ oder „Holy moly!“.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Viel Geschrei …