Alle Sprichwörter von A bis Z
517 Einträge: Sprichwörter, Redewendungen, Bauernregeln und Ausrufe, jeweils mit Bedeutung in einem Satz. Der Punkt vor jedem Eintrag zeigt die Farbe seines Themas.
A44
- Abgehen wie Schmidts KatzeMit enormem Tempo loslegen oder rasant in Schwung kommen; auch: begeistern und großen Anklang finden.
- Abwarten und Tee trinkenGeduldig bleiben und erst einmal beobachten, wie sich eine Sache entwickelt, statt vorschnell zu handeln.
- Ach du dickes EiUmgangssprachlicher Ausruf der Überraschung, ob angenehm oder unangenehm, gleichbedeutend mit „Ach du meine Güte“.
- Ach du grüne NeuneUmgangssprachlicher, etwas altmodischer Ausruf der Verwunderung oder des Erschreckens, vor allem in Berlin und Norddeutschland bekannt.
- Ach du heilige Makrele!Ein harmloser, scherzhafter Ausruf, mit dem man Überraschung oder leichtes Entsetzen zeigt.
- Ach du lieber HimmelAusruf der Verwunderung, Bestürzung oder des Bedauerns, in dem „Himmel“ verhüllend für „Gott“ steht.
- Ach du liebes bisschenUmgangssprachlicher Ausruf des Erstaunens oder Erschreckens, gleichbedeutend mit „Ach du lieber Himmel“.
- Ach du meine GüteAusruf des Erschreckens, der Verwunderung oder Überraschung, bei dem „Güte“ verhüllend für „Gott“ steht.
- Ach, du kriegst die MottenEin salopper, vor allem berlinischer Ausruf des Erstaunens oder der Bestürzung, etwa im Sinn von „Das darf doch nicht wahr sein!“.
- Alle Wege führen nach RomEin Ziel lässt sich auf vielen verschiedenen Wegen erreichen, es gibt mehr als eine richtige Lösung.
- Aller Anfang ist schwerNeues fällt am Anfang immer schwer, mit der Zeit und etwas Übung wird es leichter.
- Aller guten Dinge sind dreiWas zweimal nicht geklappt hat, verdient einen dritten Versuch, denn die Drei gilt als Glückszahl.
- Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zweiEin scherzhafter Satz für den Moment, in dem etwas Schönes vorbei ist: Nichts dauert ewig.
- Alles hat seine ZeitFür jedes Tun und jedes Ereignis gibt es einen passenden Zeitpunkt, und nichts dauert ewig.
- Alles in ButterAlles ist in Ordnung, es gibt keine Probleme.
- Alte Liebe rostet nichtEine frühere Liebe oder Leidenschaft kann auch nach langer Zeit wieder aufflammen.
- Alter FalterEin lockerer, gereimter Ausruf des Staunens oder der Bewunderung, ähnlich wie „Alter Schwede!“ oder „Wow!“.
- Alter SchinkenSpöttische oder liebevolle Bezeichnung für ein altes, dickes Buch, einen alten Film oder ein altmodisches Gemälde.
- Alter schützt vor Torheit nichtAuch ältere, erfahrene Menschen handeln manchmal unvernünftig oder verlieben sich kopflos.
- Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegenRegen im September ist für die Landwirtschaft willkommen, weil er der frisch gesäten Herbstsaat beim Keimen hilft.
- An Fabian und Sebastian soll der Saft in die Bäume gahnUm den 20. Januar, den Tag der Heiligen Fabian und Sebastian, sollen die Bäume aus der Winterruhe erwachen und der Saft wieder steigen.
- An Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederumUm den 25. März, das Fest Mariä Verkündigung, sollen die Schwalben aus dem Süden zurückkehren.
- Andere Länder, andere SittenJedes Land und jede Kultur hat eigene Gewohnheiten, die man nicht an den eigenen messen sollte.
- Andere Mütter haben auch schöne TöchterEin Trost nach Liebeskummer oder einer Abfuhr: Es gibt noch viele andere, in die man sich verlieben kann.
- Angriff ist die beste VerteidigungWer selbst die Initiative ergreift, muss sich nicht gegen die Angriffe anderer wehren.
- April, April, der macht, was er willDas Wetter im April wechselt ständig zwischen Sonne, Regen, Graupel und manchmal sogar Schnee.
- Arbeit macht das Leben süßSinnvolle Arbeit macht zufrieden und gibt dem Leben Wert.
- Auch ein blindes Huhn findet mal ein KornAuch wer sonst wenig zustande bringt, hat ab und zu zufällig Erfolg.
- Auf dem Holzweg seinSich gründlich irren und mit einer Annahme oder Vorgehensweise völlig falschliegen.
- Auf dem Schlauch stehenEtwas nicht sofort verstehen und gerade nicht darauf kommen, obwohl es eigentlich nicht schwer ist.
- Auf den Hund kommenHerunterkommen und in einen elenden Zustand geraten, ob wirtschaftlich, gesundheitlich oder moralisch.
- Auf den Putz hauenAusgelassen feiern, angeben oder lautstark protestieren, je nach Zusammenhang.
- Auf der Kanzel ist der Mönch keuschWer anderen Moral predigt, lebt selbst nicht unbedingt danach.
- Auf keinen grünen Zweig kommenEs zu nichts bringen: beruflich oder finanziell nicht vorankommen und keinen Erfolg haben.
- Auf Regen folgt SonnenscheinNach schweren Zeiten kommen auch wieder bessere.
- Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in BlüteUm den 23. April, den Georgstag, sollen die Obstbäume in voller Blüte stehen.
- Auf Wolke sieben schwebenÜberglücklich sein und alles um sich herum vergessen, besonders weil man frisch verliebt ist.
- Aufgeschoben ist nicht aufgehobenWas jetzt verschoben wird, ist nicht abgesagt; es wird später nachgeholt.
- Auge um Auge, Zahn um ZahnWer anderen schadet, soll Gleiches zurückbekommen: der Grundsatz der genau abgemessenen Vergeltung.
- Aus allen Wolken fallenVöllig überrascht sein, meist von einer unangenehmen Nachricht, mit der man nicht gerechnet hat.
- Aus den Augen, aus dem SinnWen oder was man nicht mehr sieht, vergisst man schnell.
- Aus einer Mücke einen Elefanten machenEine Kleinigkeit maßlos aufbauschen und so tun, als sei sie ein riesiges Problem.
- Aus Schaden wird man klugWer einen Fehler teuer bezahlt hat, macht ihn so schnell nicht wieder.
- Ausnahmen bestätigen die RegelEinzelne Abweichungen stellen eine Regel nicht in Frage; dass es Ausnahmen gibt, zeigt vielmehr, dass sonst eine Regel gilt.
B11
- Bauklötze staunenSehr staunen, vor Verwunderung fast sprachlos sein.
- Bei Adam und Eva anfangenBeim Erzählen oder Erklären sehr weit ausholen und mit Dingen beginnen, die mit der eigentlichen Sache kaum noch zu tun haben.
- Beim Geld hört die Freundschaft aufSobald es um Geld geht, zählen Freundschaft und Verwandtschaft oft nichts mehr, und Streit ist schnell da.
- Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem DachEin kleiner, sicherer Gewinn ist mehr wert als ein großer, der nur in Aussicht steht.
- Besser spät als nieEtwas verspätet zu tun ist allemal besser, als es ganz zu lassen.
- Bis zum Sankt-Nimmerleins-TagAuf unbestimmte Zeit, in Wahrheit also nie; meist über Dinge gesagt, die immer wieder verschoben werden.
- Blau seinUmgangssprachlich für betrunken sein, meist mit einem gutmütigen, wenig dramatischen Unterton.
- BlaumachenOhne triftigen Grund nicht zur Arbeit, Schule oder Uni gehen und sich einen freien Tag nehmen.
- Blut ist dicker als WasserFamilienbande halten stärker als andere Beziehungen: Im Zweifel hält man zu den eigenen Leuten.
- Bock habenUmgangssprachlich für: Lust auf etwas haben. Verneint heißt „keinen Bock haben“ keine Lust haben.
- Borgen macht SorgenWer sich Geld leiht, lädt sich Schulden und Sorgen auf. Besser kommt man mit dem aus, was man hat.
D81
- Da beißt die Maus keinen Faden abDaran ist nichts zu ändern und nichts zu deuteln: Die Sache steht fest, Widerspruch ist zwecklos.
- Da brat mir einer einen StorchUmgangssprachlicher Ausruf großer Verwunderung: Das ist unerhört, das hätte man nie für möglich gehalten.
- Da haben wir den SalatAusruf des Ärgers, wenn das befürchtete Durcheinander oder Missgeschick eingetreten ist: Jetzt ist es passiert.
- Da kannst du Gift drauf nehmenDarauf kannst du dich hundertprozentig verlassen, das ist absolut sicher.
- Da legst di niederEin bairischer Ausruf größter Überraschung, bewundernd oder entsetzt, etwa „Das haut einen um!“; hochdeutsch „Da legst du dich nieder“.
- Da liegt der Hase im PfefferDas ist der eigentliche Grund des Problems, genau hier liegt die Schwierigkeit.
- Da liegt der Hund begrabenDas ist der eigentliche, oft verborgene Grund einer Sache, der Kern, an dem alles hängt.
- Da steppt der BärIrgendwo ist richtig viel los: Es wird ausgelassen gefeiert, getanzt und gelacht, die Stimmung ist bestens.
- Das A und ODas Wichtigste an einer Sache, der Kern, ohne den nichts gelingt.
- Das Auge isst mitWie appetitlich ein Essen angerichtet ist, beeinflusst, wie gut es uns schmeckt.
- Das bringt das Fass zum ÜberlaufenEin weiterer, oft kleiner Ärger macht eine ohnehin angespannte Lage unerträglich, sodass jemandem endgültig der Kragen platzt.
- Das Eis brechenDie anfängliche Zurückhaltung oder Spannung zwischen Menschen lösen, sodass ein lockeres Gespräch möglich wird.
- Das Glück ist mit den TüchtigenWer fähig ist und sich anstrengt, hat auf Dauer auch mehr Glück; scheinbarer Zufall ist oft verdienter Erfolg.
- Das Handtuch werfenAufgeben und einen Kampf, ein Projekt oder einen Versuch abbrechen, weil man keine Aussicht auf Erfolg mehr sieht.
- Das ist mir wurstEtwas ist einem völlig gleichgültig: Man hat dazu keine Meinung, keine Vorliebe und keine Sorge.
- Das ist nicht mein BierDamit sagt man, dass einen eine Sache nichts angeht oder dass man dafür nicht zuständig ist.
- Das Kind beim Namen nennenEine Sache offen und unverblümt aussprechen, statt sie zu beschönigen oder drum herumzureden.
- Das Kind mit dem Bade ausschüttenMit dem Schlechten zugleich das Gute beseitigen, weil man zu radikal oder übereilt vorgeht.
- Das letzte Hemd hat keine TaschenIns Grab kann man nichts mitnehmen, deshalb ist es sinnlos, Geld und Besitz um jeden Preis anzuhäufen.
- Das Pferd von hinten aufzäumenEine Sache in der falschen Reihenfolge oder vom verkehrten Ende her angehen.
- Das schwarze Schaf seinIn einer Familie oder Gruppe der Außenseiter sein, der aus der Reihe tanzt und von den anderen als Makel gesehen wird.
- Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben magWie das Wetter um den 27. Juni ist, so soll es die folgenden sieben Wochen bleiben, also bis weit in den August hinein.
- Dem Glücklichen schlägt keine StundeWer glücklich ist, vergisst die Zeit.
- Dem Mutigen gehört die WeltWer etwas wagt und Neues anpackt, hat am Ende oft mehr Erfolg als jemand, der jedes Risiko scheut.
- Den Ball flach haltenSich zurückhalten, bescheiden bleiben und kein unnötiges Risiko eingehen.
- Den Bock zum Gärtner machenAusgerechnet jemanden mit einer Aufgabe betrauen, der dafür völlig ungeeignet ist oder dem Anvertrauten selbst schadet.
- Den Braten riechenEine Absicht, eine Falle oder etwas Bevorstehendes rechtzeitig ahnen und durchschauen.
- Den Kopf in den Sand steckenEine unangenehme Wahrheit oder drohende Gefahr nicht wahrhaben wollen und so tun, als gäbe es sie nicht.
- Den Kürzeren ziehenIn einem Streit, Wettbewerb oder Vergleich verlieren und den Nachteil hinnehmen müssen.
- Den Letzten beißen die HundeWer zu spät kommt oder als Letzter übrig bleibt, trägt die Nachteile und muss die Folgen ausbaden.
- Den Löffel abgebenSalopper, leicht flapsiger Ausdruck für sterben, scherzhaft auch für Geräte, die endgültig kaputtgehen.
- Den Nagel auf den Kopf treffenMit einer Bemerkung genau das Wesentliche erfassen und treffend aussprechen.
- Den Seinen gibt’s der Herr im SchlafManchen fällt Erfolg ohne jede Anstrengung zu, als bekämen sie ihn im Schlaf geschenkt.
- Den Spieß umdrehenEinen Angriff oder Vorwurf gegen den richten, von dem er ausging, und so aus der Verteidigung heraus selbst zum Angreifer werden.
- Den Stier bei den Hörnern packenEine schwierige Aufgabe oder ein unangenehmes Problem mutig und direkt angehen, statt ihm auszuweichen.
- Den Teufel an die Wand malenDas Schlimmste befürchten und laut aussprechen, oft mit dem Unterton, man könne Unglück dadurch erst herbeireden.
- Den Vogel abschießenAlle anderen übertreffen; meist ironisch: sich das Dreisteste, Dümmste oder Peinlichste von allen leisten.
- Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehenÜber lauter Einzelheiten das Ganze oder das Offensichtliche aus dem Blick verlieren.
- Der Apfel fällt nicht weit vom StammKinder ähneln ihren Eltern, in Begabungen genauso wie in Macken.
- Der Appetit kommt beim EssenDie Lust auf eine Sache stellt sich oft erst ein, wenn man mit ihr angefangen hat. Und wer etwas bekommt, will häufig mehr davon.
- Der erste Schritt ist der schwersteEtwas Neues anzufangen kostet die meiste Überwindung; ist der Anfang gemacht, geht vieles leichter.
- Der Fisch stinkt vom Kopf herWenn in einer Gruppe etwas faul ist, liegt die Ursache meist bei der Führung.
- Der frühe Vogel fängt den WurmWer früh anfängt oder schneller ist als andere, hat die besten Chancen.
- Der Groschen ist gefallenJemand hat etwas endlich verstanden, nachdem es eine Weile gedauert hat.
- Der Klügere gibt nachWer in einem sinnlosen Streit als Erster einlenkt, beweist Vernunft und keine Schwäche.
- Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er brichtWer immer wieder dasselbe Risiko eingeht, scheitert irgendwann, auch wenn es lange gut ging.
- Der Mensch denkt, Gott lenktMenschen können planen, wie sie wollen, wie die Dinge ausgehen, liegt am Ende nicht in ihrer Hand.
- Der Mensch ist, was er isstDie Ernährung prägt Körper, Gesundheit und Wesen eines Menschen; heute meist als Mahnung zu bewusstem Essen gemeint.
- Der Mensch lebt nicht vom Brot alleinZum Leben braucht der Mensch mehr als Essen und Geld: auch Sinn, Zuwendung, Kultur oder Glauben.
- Der Prophet gilt nichts im eigenen LandWer in seiner Heimat oder seinem Umfeld etwas leistet, wird dort oft weniger geschätzt als in der Fremde.
- Der Schein trügtEtwas oder jemand ist anders, als es auf den ersten Blick wirkt; der äußere Eindruck führt in die Irre.
- Der Teufel steckt im DetailDie Schwierigkeiten zeigen sich oft erst bei den Einzelheiten, nicht im groben Plan.
- Der Ton macht die MusikWie man etwas sagt, entscheidet oft mehr über die Wirkung als das, was man sagt.
- Der Weg ist das ZielWas man unterwegs erlebt und lernt, zählt genauso viel wie das Ankommen.
- Der Zweck heiligt die MittelFür ein Ziel, das man für gut hält, seien auch fragwürdige oder unmoralische Mittel erlaubt.
- Des Pudels KernDer eigentliche Kern einer Sache, das, was wirklich dahintersteckt. Das Zitat stammt aus Goethes „Faust“: „Das also war des Pudels Kern!“
- Die Arschkarte ziehenDerb für: Pech haben und den unangenehmsten Teil abbekommen, während andere besser davonkommen.
- Die Axt im Haus erspart den ZimmermannWer selbst anpacken kann und eigenes Werkzeug hat, braucht keinen Handwerker zu bezahlen.
- Die dümmsten Bauern haben die dicksten KartoffelnErfolg trifft oft gerade die, die am wenigsten dafür getan haben, und wirkt deshalb unverdient.
- Die Flinte ins Korn werfenVorschnell und mutlos aufgeben, sobald sich die ersten Schwierigkeiten zeigen.
- Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste GärtnerinMit dem Gertrudentag am 17. März beginnt nach altem Brauch die Arbeit im Garten.
- Die Hoffnung stirbt zuletztSolange noch eine Chance besteht, gibt man nicht auf, auch wenn die Lage schlecht aussieht.
- Die Katze aus dem Sack lassenEine Absicht, einen Plan oder eine Neuigkeit, die man bisher zurückgehalten hat, endlich bekannt geben.
- Die Katze im Sack kaufenEtwas kaufen oder sich auf etwas einlassen, ohne es vorher gesehen oder geprüft zu haben.
- Die Katze lässt das Mausen nichtWer eine Gewohnheit oder Neigung hat, legt sie nicht ab, auch wenn er es verspricht oder sich die Umstände ändern.
- Die Kirche im Dorf lassenNicht übertreiben, auf dem Boden der Tatsachen bleiben und eine Sache im vernünftigen Rahmen halten.
- Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufenEinfache Leute werden für kleine Vergehen hart bestraft, Reiche und Mächtige kommen selbst bei großen Taten davon.
- Die Kuh fliegen lassenAusgelassen, laut und ausgiebig feiern, so richtig Party machen.
- Die Kurve kratzenSich schnell und möglichst unauffällig davonmachen, oft bevor es unangenehm wird.
- Die Nadel im Heuhaufen suchenEtwas suchen, das in einer riesigen Menge so gut verborgen ist, dass man kaum Aussicht hat, es zu finden.
- Die Nase voll habenVon etwas oder jemandem endgültig genug haben und nichts mehr davon wissen wollen.
- Die Ohren steifhaltenDen Mut nicht verlieren und in einer schwierigen Lage durchhalten; oft als Abschiedsgruß: „Halt die Ohren steif!“
- Die Ratten verlassen das sinkende SchiffWenn eine Firma, Partei oder Sache zu scheitern droht, setzen sich die Unzuverlässigen als Erste ab.
- Die Rechnung ohne den Wirt machenFest mit einem Ergebnis planen, aber jemanden übersehen, der mitentscheidet, und sich dadurch gründlich verschätzen.
- Die Sau rauslassenSich hemmungslos austoben und ausgelassen feiern, ohne auf Benehmen und Zurückhaltung zu achten.
- Die Zeit heilt alle WundenSeelischer Schmerz nach Verlust, Trennung oder Kränkung wird mit der Zeit schwächer und erträglicher.
- DonnerlittchenLandschaftlicher, besonders norddeutscher Ausruf des Erstaunens und der Bewunderung, etwa im Sinne von „Donnerwetter!“.
- DonnerwetterAusruf bewundernden Staunens oder, als „Zum Donnerwetter!“, des Ärgers; als Substantiv auch eine heftige Strafpredigt.
- Drum prüfe, wer sich ewig bindetWer eine Bindung fürs Leben eingeht, besonders eine Ehe, soll vorher gründlich prüfen, ob es wirklich passt.
- Du kriegst die Tür nicht zuUmgangssprachlicher Ausruf der Überraschung, meist der unangenehmen, im Sinne von „Ach du meine Güte“ oder „Das ist nicht zu fassen“.
- Dumm wie BohnenstrohAbwertend und umgangssprachlich für: sehr dumm, begriffsstutzig, ohne jeden Verstand.
E46
- Ehrlich währt am längstenAuf Dauer kommt man mit Ehrlichkeit weiter als mit Lügen oder Betrug, auch wenn Unehrlichkeit kurzfristig Vorteile bringt.
- Ei der DausVeralteter Ausruf des Erstaunens, heute nur noch scherzhaft oder bewusst altertümlich gebraucht.
- Eigenlob stinktWer sich selbst lobt, macht sich unbeliebt; glaubwürdig ist Lob nur, wenn es von anderen kommt.
- Eile mit WeileAuch wer es eilig hat, sollte sorgfältig bleiben, denn Hast führt zu Fehlern, die am Ende mehr Zeit kosten.
- Ein alter Hase seinAuf einem Gebiet sehr viel Erfahrung haben und sich deshalb kaum noch aus der Ruhe bringen lassen.
- Ein Auge zudrückenÜber einen Fehler oder kleinen Regelverstoß großzügig hinwegsehen und ihn nicht bestrafen.
- Ein Bild sagt mehr als tausend WorteEin Bild vermittelt einen Sachverhalt oft schneller und eindringlicher als eine lange Beschreibung.
- Ein Brett vor dem Kopf habenBegriffsstutzig sein und etwas nicht verstehen, das eigentlich leicht zu begreifen wäre.
- Ein Buch mit sieben SiegelnEtwas, das jemand nicht versteht und nicht durchschauen kann, etwa ein schwieriges Fachgebiet oder ein rätselhafter Mensch.
- Ein Fass aufmachenViel Wirbel um etwas machen oder ein heikles Thema anschneiden; seltener auch: ausgelassen feiern.
- Ein Fass ohne BodenEine Sache, die immer mehr Geld oder Mühe verschlingt, ohne dass ein Ende oder ein Erfolg absehbar ist.
- Ein feuchter, fauler März ist des Bauern SchmerzEin nasser, trüber März schadet der Landwirtschaft, weil sich Feldarbeit und Aussaat verzögern.
- Ein Freund in der Not ist ein Freund in der TatOb jemand ein echter Freund ist, zeigt sich erst, wenn man selbst Hilfe braucht.
- Ein gebranntes Kind scheut das FeuerWer einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist danach vorsichtig und meidet ähnliche Situationen.
- Ein gutes Gewissen ist ein sanftes RuhekissenWer sich nichts vorzuwerfen hat, schläft ruhig und bleibt auch bei Vorwürfen gelassen.
- Ein Haar in der Suppe findenAn einer eigentlich guten Sache kleinlich etwas auszusetzen finden.
- Ein Herz und eine Seele seinSich so gut verstehen, dass man fast immer einer Meinung ist und unzertrennlich wirkt.
- Ein Mann, ein WortEine Zusage gilt und wird gehalten, auch ohne Vertrag oder Unterschrift.
- Ein Unglück kommt selten alleinAuf ein Missgeschick folgen oft weitere, als hätte sich das Pech verabredet.
- Eine Fahrt ins BlaueEin Ausflug ohne festes oder ohne vorher verratenes Ziel, bei dem die Mitfahrenden sich überraschen lassen.
- Eine Hand wäscht die andereWer einem anderen einen Gefallen tut, kann mit einer Gegenleistung rechnen; oft heißt es auch, dass man sich gegenseitig deckt.
- Eine Krähe hackt der anderen kein Auge ausLeute aus derselben Gruppe oder demselben Berufsstand schonen und decken einander, auch wenn einer von ihnen etwas falsch gemacht hat.
- Eine Milchmädchenrechnung aufmachenNaiv mit einer Rechnung planen, die auf unsicheren oder falschen Annahmen beruht und deshalb nicht aufgeht.
- Eine Schwalbe macht noch keinen SommerEin einzelnes gutes Zeichen beweist noch nicht, dass sich eine Lage wirklich und dauerhaft gebessert hat.
- Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins MaulEin Geschenk nimmt man dankbar an, ohne es kritisch zu prüfen oder seinen Wert zu bemängeln.
- Einen Kater habenSich nach zu viel Alkohol am nächsten Tag elend fühlen, mit Kopfschmerzen, flauem Magen und schlechter Laune.
- Einen Korb bekommenAbgewiesen werden, besonders bei einer Einladung, einem Annäherungsversuch oder einem Heiratsantrag.
- Einen Vogel habenNicht ganz bei Verstand sein, verrückte Ideen haben oder sich so unvernünftig verhalten, dass andere den Kopf schütteln.
- Einen Zahn zulegenSchneller werden: das Tempo erhöhen oder sich bei einer Aufgabe mehr anstrengen.
- Einmal ist keinmalEin einziges Mal zählt nicht: als Ausrede für eine Ausnahme oder als Trost nach einem ersten Fehlschlag.
- Ende gut, alles gutWenn eine Sache glücklich ausgeht, sind Ärger, Umwege und Pannen davor nicht mehr wichtig.
- Erst die Arbeit, dann das VergnügenZuerst erledigt man seine Pflichten, erst danach gönnt man sich Freizeit und Spaß.
- Es faustdick hinter den Ohren habenGerissener und durchtriebener sein, als man aussieht; hinter einer harmlosen Fassade Schlauheit und Hintergedanken haben.
- Es ist nicht alles Gold, was glänztWas auf den ersten Blick wertvoll oder verlockend aussieht, muss es nicht sein: Der Schein kann trügen.
- Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallenNiemand kann etwas von Anfang an perfekt. Können entsteht erst durch Lernen und Üben.
- Es ist noch nicht aller Tage AbendDie Sache ist noch nicht entschieden; es kann sich noch vieles ändern, zum Guten wie zum Schlechten.
- Es ist zum MäusemelkenEs ist zum Verzweifeln: Ausruf des Ärgers, wenn etwas trotz aller Mühe einfach nicht klappt.
- Et hätt noch immer jot jejangeKölsch für „Es ist noch immer gut gegangen“: Zuversicht, dass sich die Dinge fügen werden, auch ohne großen Plan.
- Et kütt, wie et küttKölsch für „Es kommt, wie es kommt“: Was man nicht ändern kann, nimmt man gelassen hin.
- Etwas auf dem Kerbholz habenEtwas Verbotenes oder Unrechtes getan haben, etwa eine Straftat oder ein Vergehen, das einem noch anhängt.
- Etwas auf die lange Bank schiebenEtwas Unangenehmes oder Lästiges immer weiter hinauszögern, statt es zu erledigen.
- Etwas aus dem Ärmel schüttelnEtwas ohne Mühe und ohne Vorbereitung hervorbringen, als hätte man es schon fertig dabei.
- Etwas aus dem Effeff könnenEtwas so gründlich beherrschen, dass man es ohne Nachdenken und fehlerfrei kann.
- Etwas durch die Blume sagenEtwas nur andeuten statt es offen auszusprechen, meist um höflich zu bleiben oder den anderen zu schonen.
- Etwas übers Knie brechenEtwas übereilt und ohne gründliche Überlegung erledigen oder entscheiden.
- Eulen nach Athen tragenEtwas Überflüssiges tun, indem man etwas dorthin bringt, wo es davon ohnehin mehr als genug gibt.
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- Fersengeld gebenDavonlaufen und die Flucht ergreifen, statt sich einer Gefahr oder einer Auseinandersetzung zu stellen.
- Fracksausen habenGroße Angst oder Nervosität haben, meist vor einer unmittelbar bevorstehenden Herausforderung.
- Freunde in der Not gehen tausend auf ein LotEchte Freunde, die in schweren Zeiten helfen, sind selten: Die meisten verschwinden, wenn es ernst wird.
- Frisch gewagt ist halb gewonnenWer eine Sache beherzt angeht, statt lange zu zögern, hat den Erfolg schon zur Hälfte sicher.
- Früh übt sich, was ein Meister werden willWer in etwas wirklich gut werden will, fängt am besten schon früh, möglichst als Kind, damit an.
- Fünf gerade sein lassenEs nicht so genau nehmen und großzügig über kleine Fehler oder Regelverstöße hinwegsehen; auch: sich entspannen und alles ruhen lassen.
G22
- Geduld bringt RosenWer geduldig wartet und dranbleibt, wird am Ende belohnt.
- Gegensätze ziehen sich anMenschen oder Dinge mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften finden sich oft besonders anziehend oder passen gut zusammen.
- Gegessen wird, was auf den Tisch kommtAm Tisch wird nicht gemäkelt: Wer mitisst, isst, was gekocht wurde, und bekommt kein Extragericht.
- Geht Barbara im Klee, kommt das Christkind im SchneeIst es am 4. Dezember, dem Barbaratag, mild und grün, soll es an Weihnachten schneien.
- Geld allein macht nicht glücklichWohlstand reicht nicht für ein gutes Leben: Gesundheit, Menschen und Sinn lassen sich nicht kaufen.
- Geld regiert die WeltWer Geld hat, hat Macht und Einfluss. Am Ende entscheiden oft finanzielle Interessen darüber, was geschieht.
- Geld stinkt nichtWoher Geld stammt, sieht und riecht man ihm nicht an. Auch Einnahmen aus anrüchigen Quellen sind so viel wert wie andere.
- Gelegenheit macht DiebeGünstige Umstände verführen Menschen zu Unrecht, das sie sonst nie begehen würden, etwa wenn Wertsachen unbeaufsichtigt herumliegen.
- Georgus und Marks, die bringen oftmals was Arg’sUm den Georgstag am 23. und den Markustag am 25. April droht oft noch ein Kälterückfall mit Frost, Schnee oder Sturm.
- Geteilte Freude ist doppelte FreudeSchönes macht doppelt so viel Freude, wenn man es mit anderen teilt oder gemeinsam erlebt.
- Geteiltes Leid ist halbes LeidWer seine Sorgen mit anderen teilen kann, trägt leichter an ihnen.
- Getroffene Hunde bellenWer sich gegen eine Kritik besonders heftig wehrt, verrät damit oft, dass sie zutrifft.
- Gewitter im Mai, schreit der Bauer juchheiGewitter im Mai gelten als gutes Zeichen für die Ernte, weil sie warmen Regen in der Wachstumszeit bringen.
- Glaube versetzt BergeWer fest an etwas glaubt, kann Dinge erreichen, die unmöglich scheinen.
- Gleich und Gleich gesellt sich gernMenschen mit ähnlichen Ansichten, Interessen oder Schwächen finden leicht zueinander.
- Glück aufDer traditionelle Gruß der Bergleute, ursprünglich der Wunsch, dass sich die Erzgänge auftun mögen; heute auch Ausdruck regionaler Verbundenheit.
- Glück und Glas, wie leicht bricht dasGlück ist zerbrechlich wie Glas und kann von einem Moment auf den anderen vorbei sein.
- Gott bewahreEin Ausruf der Abwehr, der „keinesfalls“ oder „bloß nicht“ bedeutet und oft eingeschoben wird, um einen Gedanken entschieden zurückzuweisen.
- Gottes Mühlen mahlen langsamUnrecht wird oft erst spät bestraft, aber am Ende holt die Gerechtigkeit den Täter doch ein.
- GrundgütigerEin gehobener, leicht theatralischer Ausruf des erschrockenen Staunens; angerufen wird Gott, „der Grundgütige“, wie in „Grundgütiger Himmel!“.
- Grüne Weihnachten, weiße OsternBleibt es an Weihnachten mild und schneefrei, soll es dafür an Ostern noch einmal winterlich werden.
- Gut Ding will Weile habenWas gut werden soll, braucht seine Zeit und lässt sich nicht überstürzen.
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- Haare auf den Zähnen habenStreitbar, schlagfertig und rechthaberisch sein und sich mit scharfen Worten durchsetzen.
- Hals- und BeinbruchScherzhafter Glückwunsch vor einer Prüfung, einem Auftritt oder einem Wagnis: Viel Glück, es wird schon gut gehen.
- Hand und Fuß habenGut durchdacht, solide begründet und in sich stimmig sein.
- Handwerk hat goldenen BodenEin gelerntes Handwerk sichert ein verlässliches Auskommen, weil gute Handwerker immer gebraucht werden.
- Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneidenIst es an Weihnachten so kalt, dass Eis an den Weiden hängt, soll der Frühling früh kommen und zu Ostern schon alles grünen.
- Hans im GlückEin Glückspilz, dem scheinbar alles zufällt, benannt nach dem Grimm-Märchen, dessen Held alles weggibt und sich trotzdem glücklich fühlt.
- Hast du TöneEin salopper Ausruf der Verblüffung, der so viel heißt wie „Das gibt’s doch nicht“ oder „Da fehlen einem die Worte“.
- Hätte, hätte, FahrradketteFlapsige Antwort auf „hätte“-Sätze: Hinterher zu überlegen, was man hätte anders machen sollen, ändert nichts mehr.
- Heidewitzka, Herr KapitänAusruf aus einem Kölner Karnevalslied: Er drückt Staunen oder Vergnügen aus oder treibt an, im Sinn von „Na so was!“ oder „Los geht’s!“.
- Heiliger BimbamScherzhafter, umgangssprachlicher Ausruf der Überraschung oder des Erschreckens, gebildet mit dem kindersprachlichen Wort für Glockengeläut.
- Heiliger StrohsackSalopper Ausruf der Verwunderung oder des Erschreckens, scherzhaft gebildet statt der Anrufung eines Heiligen.
- Heiliges KanonenrohrVeralteter, umgangssprachlicher Ausruf erstaunter oder erschrockener Betroffenheit, scherzhaft gebildet statt eines Heiligennamens.
- Heiligs BlechleEin schwäbischer Ausruf des Staunens oder Erschreckens, ähnlich wie „Heiliger Strohsack!“; scherzhaft auch der Name für das geliebte eigene Auto.
- HerrjemineEin altmodischer Ausruf des Erschreckens oder Staunens, entstanden aus „Herr Jesus“, heute meist gespielt oder scherzhaft gebraucht.
- HerrschaftszeitenBairischer und österreichischer Ausruf der Ungeduld und Verärgerung, oft verstärkt zu „Herrschaftszeiten nochmal!“.
- Himmel, Arsch und ZwirnDerber Fluch, mit dem man seinem Ärger oder seiner Wut über etwas oder jemanden Luft macht.
- Hinter dem Mond lebenNicht mitbekommen, was in der Welt passiert, und deshalb über Neuigkeiten, Trends oder Selbstverständlichkeiten nicht Bescheid wissen.
- Hochmut kommt vor dem FallWer überheblich wird und sich für unangreifbar hält, scheitert oft gerade daran.
- Holla, die WaldfeeUmgangssprachlicher Ausruf des Erstaunens, der Verblüffung oder der Anerkennung, etwa im Sinne von „Nicht schlecht!“.
- Hopfen und Malz verlorenBei jemandem oder etwas ist jede Mühe vergeblich, da ist nichts mehr zu retten oder zu bessern.
- Hummeln im Hintern habenUnruhig sein und nicht stillsitzen können, ständig in Bewegung oder auf dem Sprung.
- Hunde, die bellen, beißen nichtWer laut droht und schimpft, macht seine Drohungen meist nicht wahr. Gefährlicher sind oft die Stillen.
- Hundstage hell und klar, zeigen an ein gutes JahrSind die heißen Wochen zwischen Ende Juli und Ende August sonnig und klar, soll die Ernte gut ausfallen.
- Hunger ist der beste KochWer richtig hungrig ist, dem schmeckt auch einfaches Essen hervorragend.
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- Ich fress einen BesenEin salopper Ausruf, mit dem man beteuert, dass man eine Behauptung für falsch oder ein Ereignis für ausgeschlossen hält.
- Ich glaub, ich spinneUmgangssprachlicher Ausruf der Empörung oder Fassungslosigkeit, wenn etwas so absurd ist, dass man am eigenen Verstand zweifelt.
- Ich glaub, ich steh im WaldUmgangssprachlicher Ausruf der Verwunderung oder Entrüstung, wenn man etwas nicht fassen kann.
- Ich glaub, mein Schwein pfeiftUmgangssprachlicher Ausruf großer Überraschung oder Empörung über etwas, das man eigentlich für unmöglich hält.
- Ich glaub, mich knutscht ein ElchSalopper Ausruf großer Überraschung oder Empörung über etwas, das man kaum für möglich hält.
- Ich glaub, mich tritt ein PferdSalopper Ausruf, mit dem man ausdrückt, dass einen etwas völlig überrascht oder empört.
- Ich verstehe nur BahnhofÜberhaupt nichts verstehen, weil etwas zu kompliziert, zu fremd oder schlicht nicht zu hören ist.
- Im Dezember Schnee und Frost, das verheißt viel Korn und MostEin kalter Dezember mit Schnee soll im nächsten Jahr eine gute Getreide- und Obsternte bringen.
- Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geratenWas im Spätsommer und Herbst gut geerntet werden soll, vor allem Obst und Wein, braucht im Juli viel Hitze und Sonne.
- In der Kürze liegt die WürzeKnappe, gut gewählte Worte wirken oft stärker als lange Reden.
- In der Not frisst der Teufel FliegenWenn nichts Besseres da ist, gibt man sich mit dem zufrieden, was man sonst verschmähen würde.
- In der Ruhe liegt die KraftWer gelassen und ohne Hektik handelt, erreicht mehr als jemand, der sich unter Druck setzen lässt.
- In Teufels Küche kommenIn eine sehr schwierige, unangenehme oder gefährliche Lage geraten, oft durch eigenes Verschulden.
- Ins Fettnäpfchen tretenMit einer unbedachten Bemerkung oder Handlung jemanden verärgern oder in Verlegenheit bringen.
- Ins Gras beißenSterben, besonders gewaltsam oder im Kampf; übertragen auch scheitern oder verlieren.
- Ins kalte Wasser springenSich ohne Vorbereitung und Erfahrung auf eine völlig neue Aufgabe einlassen und sich dabei bewähren müssen.
- Ins Wasser fallenNicht stattfinden oder scheitern: Ein geplantes Vorhaben fällt aus oder lässt sich nicht verwirklichen.
- Irren ist menschlichJeder Mensch macht Fehler. Das gehört zum Menschsein dazu und ist verzeihlich.
- Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansagIst es am 1. September, dem Ägidiustag, sonnig und klar, soll ein schöner Herbst folgen.
- Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinterHat es bis zum 6. Januar noch keinen richtigen Winter gegeben, soll auch danach keiner mehr kommen.
- Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den HutSelbst ein freundlicher April bringt meist irgendwann noch einmal Schnee.
- Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heißEin sonniger, schneereicher Januar soll einen heißen Sommer ankündigen.
- Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und FassEin kühler, regnerischer Mai soll eine reiche Ernte bringen: volle Scheunen mit Getreide und volle Fässer mit Wein.
- Ist der November kalt und klar, wird mild und trüb der JanuarIst der November kalt und sonnig, soll ein milder, wolkenreicher Januar folgen.
- Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter dreinIst der Oktober warm und schön, soll ein strenger, kalter Winter folgen.
- Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniertWer sein Ansehen schon verloren hat, muss auf die Meinung anderer keine Rücksicht mehr nehmen.
- Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter seinIst der 2. Februar sonnig und klar, soll der Winter noch lange dauern. Trübes, stürmisches Wetter an Lichtmess verspricht dagegen einen frühen Frühling.
- Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weißEine heiße erste Augustwoche soll einen langen, schneereichen Winter ankündigen.
J33
- Jakobi klar und rein, wird’s Christfest frostig seinIst der 25. Juli, der Jakobitag, klar und sonnig, soll Weihnachten kalt und frostig werden.
- Jedem Tierchen sein PläsierchenJeder soll seinen Vergnügungen nachgehen dürfen, auch wenn andere sie seltsam finden.
- Jeder ist seines Glückes SchmiedWie das eigene Leben verläuft, hängt vor allem vom eigenen Handeln ab.
- Jeder Jeck is andersRheinisch für „Jeder Narr ist anders“: Jeder Mensch hat seine Eigenheiten, und man lässt ihn so, wie er ist.
- Jeder kehre vor seiner eigenen TürWer andere kritisiert, soll sich zuerst um die eigenen Fehler und Angelegenheiten kümmern.
- Jeder Topf findet seinen DeckelFür jeden Menschen gibt es irgendwo einen passenden Partner.
- Jedes Ding hat zwei SeitenAlles hat Vor- und Nachteile, und je nach Blickwinkel lässt sich dieselbe Sache ganz unterschiedlich beurteilen.
- Jemandem auf den Keks gehenJemandem lästig werden und ihn mit ständigem Reden, Fragen oder einem bestimmten Verhalten nerven.
- Jemandem auf den Zahn fühlenJemanden gezielt ausfragen und prüfen, um herauszufinden, was er wirklich weiß, kann oder vorhat.
- Jemandem auf der Nase herumtanzenJemanden nicht ernst nehmen und tun, was man will, weil er sich nicht durchsetzt.
- Jemandem das Fell über die Ohren ziehenJemanden grob betrügen oder finanziell ausnehmen, sodass er viel mehr verliert, als er ahnt.
- Jemandem den Kopf waschenJemanden scharf zurechtweisen und ihm unmissverständlich sagen, was er falsch gemacht hat.
- Jemandem den Rang ablaufenJemanden überflügeln: ihn in einem Wettbewerb übertreffen und von seinem Platz an der Spitze verdrängen.
- Jemandem die Daumen drückenJemandem Glück und Erfolg für ein bestimmtes Vorhaben wünschen und in Gedanken bei ihm sein.
- Jemandem die kalte Schulter zeigenJemanden demonstrativ links liegen lassen, ihn abweisend behandeln oder ein Angebot betont kühl ablehnen.
- Jemandem die Leviten lesenJemandem eine ernste, ausführliche Strafpredigt halten und ihn nachdrücklich an seine Pflichten erinnern.
- Jemandem die Schau stehlenDie Aufmerksamkeit, die eigentlich einem anderen gilt, auf sich ziehen und ihn damit in den Schatten stellen.
- Jemandem die Stange haltenZu jemandem halten und ihn unterstützen, auch wenn es schwierig wird oder andere sich von ihm abwenden.
- Jemandem ein X für ein U vormachenJemanden plump täuschen und ihm etwas Falsches als wahr verkaufen.
- Jemandem eine Eselsbrücke bauenJemandem mit einem Merkspruch, Bild oder Hinweis helfen, sich etwas zu merken oder selbst auf die Lösung zu kommen.
- Jemandem einen Bären aufbindenJemandem eine erfundene Geschichte so überzeugend erzählen, dass er sie glaubt.
- Jemandem einen Floh ins Ohr setzenJemanden auf eine Idee oder einen Wunsch bringen, die ihn nicht mehr loslassen, oft auf einen schwer erfüllbaren oder unvernünftigen.
- Jemandem einen Strich durch die Rechnung machenJemandes Pläne durchkreuzen, sodass sein Vorhaben scheitert oder nicht wie gedacht aufgeht.
- Jemandem geht ein Licht aufJemand versteht plötzlich einen Zusammenhang, der ihm vorher unklar war.
- Jemandem Honig ums Maul schmierenJemandem mit Hintergedanken schmeicheln, um ihn für sich einzunehmen oder etwas von ihm zu bekommen.
- Jemandem nicht das Wasser reichen könnenJemandem an Können, Leistung oder Qualität weit unterlegen sein.
- Jemandem reinen Wein einschenkenJemandem die volle Wahrheit sagen, auch wenn sie unangenehm ist.
- Jemanden an der Nase herumführenJemanden täuschen, hinhalten oder mit falschen Versprechungen in die Irre führen.
- Jemanden auf den Arm nehmenSich einen Spaß mit jemandem erlauben, ihn necken oder ihm zum Scherz etwas Unwahres weismachen.
- Jemanden auf die Palme bringenJemanden so sehr ärgern oder reizen, dass er wütend wird.
- Jemanden über den Tisch ziehenJemanden bei einem Geschäft oder einer Verhandlung übervorteilen oder betrügen.
- Jetzt schlägt’s dreizehnUmgangssprachlicher Ausruf, wenn etwas zu weit geht und das erträgliche Maß überschritten ist; auch Ausdruck ungläubigen Staunens.
- Juni trocken mehr als nass, füllt mit gutem Wein das FassEin eher trockener als nasser Juni soll einen guten Weinjahrgang bringen, weil die Reben in dieser Zeit blühen und dafür Wärme und trockenes Wetter brauchen.
K14
- Kalte Füße bekommenKurz vor einer Entscheidung oder einem Vorhaben Zweifel und Angst bekommen und deshalb einen Rückzieher machen.
- Kalter KaffeeEtwas längst Bekanntes, das deshalb niemanden mehr interessiert; salopp auch eine überholte oder unsinnige Idee.
- Kein Blatt vor den Mund nehmenOffen und ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten aussprechen, was man denkt.
- Kindermund tut Wahrheit kundKinder sprechen unverblümt aus, was Erwachsene aus Höflichkeit oder Rücksicht verschweigen.
- Klappe zu, Affe totDie Sache ist erledigt und abgeschlossen, darüber wird nicht mehr geredet.
- Kleider machen LeuteWie jemand angezogen ist, prägt, wie andere ihn sehen und behandeln.
- Kleine Geschenke erhalten die FreundschaftGelegentliche kleine Aufmerksamkeiten halten eine Beziehung lebendig.
- Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große SorgenMit dem Alter der Kinder wachsen auch die Sorgen der Eltern, weil die Probleme größer und schwerer beeinflussbar werden.
- Kleinvieh macht auch MistAuch kleine Beträge, Ersparnisse oder Gewinne summieren sich mit der Zeit zu etwas Nennenswertem.
- Kohldampf habenSalopp für: sehr großen Hunger haben.
- Kommt Zeit, kommt RatFür viele Probleme findet sich mit etwas Abstand und Geduld eine Lösung.
- Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es istEin Scherzspruch über Bauernregeln: Kräht der Hahn, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Die Vorhersage stimmt also immer.
- Krokodilstränen weinenTrauer, Reue oder Mitleid nur vortäuschen, ohne es wirklich zu empfinden.
- KruzitürkenDerber, vor allem süddeutscher Ausruf des Zorns oder des Erstaunens, wohl zusammengezogen aus „Kruzifix“ und „Türken“.
L12
- Lachen ist die beste MedizinHumor und gute Laune helfen, Kummer, Stress und manches Leiden besser zu ertragen.
- Lange Rede, kurzer SinnKurz gesagt, um es zusammenzufassen: Formel, mit der man nach langer Erklärung das Wesentliche einleitet.
- Laurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tutIst das Wetter am 10. August, dem Laurentiustag, heiter und schön, soll ein schöner Herbst folgen.
- Leben und leben lassenMan führt sein eigenes Leben und gesteht anderen dasselbe Recht zu, ohne ihnen dreinzureden.
- Leben wie Gott in FrankreichSorglos und im Überfluss leben, mit gutem Essen, Wein und allen Annehmlichkeiten.
- Lichtmess im Klee, Ostern im SchneeIst es an Lichtmess, dem 2. Februar, so mild, dass die Wiesen grünen, soll es zu Ostern noch einmal schneien.
- Liebe geht durch den MagenMit gutem Essen kann man die Zuneigung eines Menschen gewinnen oder vertiefen.
- Liebe macht blindWer verliebt ist, übersieht die Fehler und Schwächen des geliebten Menschen.
- Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne EndeLieber eine schmerzhafte Sache rasch und endgültig beenden, als eine quälende Lage endlos weiterzuschleppen.
- Lügen haben kurze BeineWer lügt, kommt damit nicht weit: Früher oder später fliegt die Lüge auf.
- Lügen, dass sich die Balken biegenMaßlos und dreist lügen, oft so offensichtlich, dass es eigentlich jeder merken müsste.
- Luzen macht den Tag stutzenAm Luciatag, dem 13. Dezember, soll der kürzeste Tag des Jahres sein, danach werden die Tage wieder länger.
M33
- MahlzeitEin Gruß zur Mittagszeit, besonders unter Kolleginnen und Kollegen, verkürzt aus dem alten Tischwunsch „Gesegnete Mahlzeit!“.
- Mairegen bringt SegenRegen im Mai gilt als Glück für Felder, Wiesen und Gärten, weil er die Pflanzen in ihrer stärksten Wachstumszeit mit Wasser versorgt.
- Man lernt nie ausAuch mit viel Erfahrung lernt man immer wieder Neues dazu, bis ins hohe Alter.
- Man muss die Feste feiern, wie sie fallenGelegenheiten zum Feiern soll man nutzen, wenn sie sich ergeben, auch ohne großen Anlass und ohne lange Planung.
- Man sieht sich immer zweimal im LebenMenschen begegnen sich oft später wieder, darum zahlt sich fairer Umgang aus. Je nach Ton ist der Satz ein freundlicher Abschied oder eine Drohung.
- Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt istÜber einen Gewinn oder Erfolg soll man nicht schon verfügen, solange er noch gar nicht erreicht ist.
- Man soll den Tag nicht vor dem Abend lobenFreu dich nicht zu früh: Erst wenn etwas wirklich vorbei ist, weißt du, ob es gut ausgeht.
- Mariä Geburt fliegen die Schwalben furtUm den 8. September, das Fest Mariä Geburt, verlassen die Schwalben ihre Brutplätze und ziehen nach Süden.
- Mariä Heimsuch wird’s bestellt, wie’s Wetter vierzig Tag sich hältWie das Wetter am 2. Juli, dem Fest Mariä Heimsuchung, ist, so soll es die folgenden vierzig Tage bleiben, also bis Mitte August.
- Mariä Himmelfahrt Sonnenschein bringt guten WeinScheint am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, die Sonne, soll es einen guten Weinjahrgang geben.
- Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gernAm 22. Juli, dem Tag der Maria Magdalena, soll es oft regnen, so wie sie am leeren Grab um Jesus weinte.
- Märzenschnee tut den Saaten wehSchnee im März schadet der Saat, die schon in der Erde ist oder gerade aufgeht.
- Märzenstaub bringt Gras und LaubIst der März so trocken, dass es auf Wegen und Feldern staubt, sollen Wiesen und Bäume im Frühjahr gut wachsen.
- Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er einsUm den 24. Februar, den Matthiastag, wendet sich der Winter: Entweder taut das Eis, oder es kommt noch einmal Frost.
- Mein Gott, WalterSeufzender Ausruf über die Ungeschicklichkeit oder Umständlichkeit eines anderen, bekannt aus einem Blödelsong von Mike Krüger.
- Mein lieber Herr GesangsvereinScherzhafter Ausruf der Bewunderung, Verblüffung oder Missbilligung, der je nach Tonfall anerkennend oder tadelnd klingt.
- Mein lieber ScholliUmgangssprachlicher Ausruf des Staunens, der Bewunderung oder der Erleichterung, etwa wenn etwas beeindruckend oder knapp war.
- Mein Name ist HaseIch weiß von nichts: So stellt man sich ahnungslos, oft um keine Verantwortung zu übernehmen oder niemanden zu verraten.
- Mia san miaBairisch für „Wir sind wir“: Ausdruck eines selbstbewussten bayerischen Wir-Gefühls, bekannt als Motto des FC Bayern München.
- Mich laust der AffeSalopper Ausruf, mit dem man sagt, dass einen etwas sehr überrascht.
- Mich trifft der SchlagEin umgangssprachlicher Ausruf größter Überraschung oder Bestürzung: Man ist so verblüfft, als hätte einen ein Schlaganfall getroffen.
- Mit Ach und KrachMit großer Mühe, gerade noch: Etwas klappt nur knapp und unter Stöhnen.
- Mit allen Wassern gewaschen seinSehr erfahren und gerissen sein, alle Tricks kennen und sich deshalb nicht leicht übertölpeln lassen.
- Mit dem falschen Fuß aufstehenSchon morgens schlecht gelaunt sein oder einen Tag erwischen, an dem nichts klappt, meist ohne erkennbaren Grund.
- Mit dem ist nicht gut Kirschen essenMit diesem Menschen legt man sich besser nicht an: Er ist schwierig, streitlustig oder unberechenbar.
- Mit einem AffenzahnMit sehr hoher Geschwindigkeit, rasend schnell, etwa wenn ein Auto vorbeirast oder jemand davonsaust.
- Mit einem blauen Auge davonkommenAus einer gefährlichen oder schlimmen Lage mit nur geringem Schaden herauskommen, also glimpflich davonkommen.
- Mit jemandem durch dick und dünn gehenZu jemandem halten und ihm beistehen, in guten wie in schlechten Zeiten.
- Mit Speck fängt man MäuseMit einem verlockenden Angebot oder einer kleinen Belohnung bringt man andere dazu, das zu tun, was man möchte.
- Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen LeuteSpott über Menschen, die Unangenehmes ständig auf morgen verschieben, statt es gleich zu erledigen.
- Morgenrot, schlecht Wetter droht; Abendrot, gut WetterbotEin rot leuchtender Morgenhimmel kündigt oft Regen an, ein roter Abendhimmel eher schönes Wetter.
- Morgenstund hat Gold im MundWer früh aufsteht und den Morgen nutzt, schafft mehr und verschafft sich einen Vorsprung.
- Müßiggang ist aller Laster AnfangWer nichts zu tun hat, kommt leicht auf dumme Gedanken und gerät auf Abwege.
N12
- Na, MahlzeitEin ironischer Ausruf, wenn sich Ärger, Mühe oder ein Schlamassel ankündigt, ungefähr „Das kann ja heiter werden!“.
- Nach jemandes Pfeife tanzenSich ganz dem Willen eines anderen fügen und tun, was er verlangt, ohne eigenen Spielraum.
- Nägel mit Köpfen machenEine Sache entschlossen und gründlich zu Ende bringen, statt sich mit halben Lösungen zufriedenzugeben.
- Neue Besen kehren gutWer neu in einer Aufgabe oder Stelle ist, legt anfangs besonders viel Eifer an den Tag.
- Nicht alle Latten am Zaun habenUmgangssprachlich für: nicht ganz bei Verstand sein, ein bisschen verrückt sein.
- Nicht alle Tassen im Schrank habenNicht ganz bei Verstand sein; sich so seltsam oder unvernünftig verhalten, dass andere am Verstand zweifeln.
- Nicht das Gelbe vom EiEtwas ist nicht die beste Lösung: brauchbar vielleicht, aber mittelmäßig und hinter den Erwartungen zurück.
- Nicht von schlechten ElternZiemlich gut, kräftig oder beachtlich, oft deutlich besser oder heftiger, als man erwartet hätte.
- Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wirdWas zunächst bedrohlich oder streng wirkt, fällt am Ende meist harmloser aus als befürchtet.
- Nix gwiss woas ma nedBairisch für „Nichts Gewisses weiß man nicht“: Genaues weiß niemand, alles andere ist Gerücht oder Vermutung.
- Not kennt kein GebotIn einer echten Notlage setzen sich Menschen über Regeln, Gesetze und Verbote hinweg, die sonst gelten.
- Not macht erfinderischIn einer Notlage kommen Menschen auf Ideen und Lösungen, an die sie sonst nie gedacht hätten.
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- O du lieber AugustinHalb klagender, halb humorvoller Ausruf, wenn etwas schiefgegangen oder verloren ist. Oft folgt die Liedzeile „alles ist hin“.
- Ohne Fleiß kein PreisWer Erfolg haben will, muss sich anstrengen: Ohne Arbeit gibt es keine Belohnung.
- Ohne Moos nix losOhne Geld kann man nichts unternehmen und nichts erreichen. „Moos“ ist ein umgangssprachliches Wort für Geld.
- Oktoberhimmel voller Sterne hat warme Öfen gerneKlare Sternennächte im Oktober sind kalt, deshalb braucht man in ihnen einen warmen Ofen.
- Öl ins Feuer gießenEinen Streit oder eine ohnehin gereizte Stimmung durch Worte oder Taten noch weiter anheizen.
- Olle KamellenAltbekannte Geschichten und Neuigkeiten, die längst niemanden mehr interessieren.
- Ordnung ist das halbe LebenWer Ordnung hält, erspart sich viel Suchen, Ärger und Zeit und hat es im Alltag leichter.
P15
- Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer PlatzErst wenn die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind, ist die Gefahr von Nachtfrost gebannt und der Sommer kann kommen.
- Papier ist geduldigAufschreiben lässt sich alles, doch damit ist noch lange nicht gesagt, dass es stimmt oder umgesetzt wird.
- PapperlapappEin Ausruf, mit dem man Gerede, Ausflüchte oder Einwände als Unsinn abtut, etwa „Ach was, Unsinn!“.
- Passt schoBairisch und fränkisch für „Passt schon“: Es ist in Ordnung, kein Problem; in Franken oft auch ein zurückhaltendes Lob.
- Pauli Bekehr, der halbe Winter hin, der halbe herAm 25. Januar, dem Fest Pauli Bekehrung, soll die eine Hälfte des Winters vorbei sein und die andere noch bevorstehen.
- Pech im Spiel, Glück in der LiebeWer beim Spielen verliert, hat dafür Glück in der Liebe; meist ein scherzhafter Trost nach einer Niederlage.
- Perlen vor die Säue werfenEtwas Kostbares oder Gutes an Menschen verschwenden, die es nicht zu schätzen wissen oder nicht verstehen.
- Petri HeilGruß und Glückwunsch unter Anglern: Man wünscht einander einen guten Fang. Wer schon etwas gefangen hat, antwortet mit „Petri Dank“.
- Pi mal DaumenUngefähr, grob geschätzt: ohne genaue Messung oder Rechnung, nach Erfahrung und Augenmaß.
- Potz BlitzVeralteter Ausruf der Verwunderung, heute meist scherzhaft oder bewusst altertümlich gebraucht.
- PotztausendVeralteter Ausruf des Erstaunens oder der Verwünschung, aus einem alten Fluch beim Namen Gottes entstanden.
- Probieren geht über StudierenEtwas selbst auszuprobieren bringt oft schneller ans Ziel als langes Grübeln, Nachlesen oder Abwägen vorher.
- Prost MahlzeitEin ironischer Ausruf resignierter Skepsis, wenn etwas schiefzugehen droht oder unangenehm wird, etwa „Das wird ja immer schöner!“.
- Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der KönigeWer pünktlich ist, zeigt Respekt vor der Zeit anderer, und gerade Mächtige sollten niemanden warten lassen.
- PustekuchenEin Ausruf der Enttäuschung oder Ablehnung: Es kommt anders als erhofft, oder etwas kommt gar nicht in Frage, ähnlich wie „Denkste!“.
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- Rache ist süßEs verschafft Genugtuung, jemandem ein erlittenes Unrecht oder eine Niederlage heimzuzahlen.
- Reden ist Silber, Schweigen ist GoldOft ist es klüger, nichts zu sagen: Schweigen ist noch wertvoller als ein gutes Wort.
- Regnet’s am Michaelistag, folgt milder Winter nachRegnet es am 29. September, dem Michaelistag, soll der folgende Winter mild ausfallen.
- Rom wurde auch nicht an einem Tag erbautGroße Vorhaben brauchen Zeit, deshalb soll man nicht erwarten, dass etwas Bedeutendes sofort fertig ist.
S25
- SackzementEin süddeutscher Fluch des Ärgers, verdreht aus „Sakrament“, ungefähr so viel wie „Verflixt noch mal!“.
- Sankt Gallen lässt den Schnee fallenUm den 16. Oktober, den Gallustag, soll der erste Schnee fallen.
- Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel gerittenUm den Martinstag am 11. November fällt oft der erste Schnee: Der Winter kommt wie Sankt Martin auf einem weißen Pferd.
- SapperlotVeralteter, landschaftlich noch gebrauchter Ausruf der Verwunderung oder des Ärgers, ursprünglich ein verhüllter Fluch beim Namen Gottes.
- Schadenfreude ist die schönste FreudeAugenzwinkerndes Eingeständnis, dass es Spaß macht, wenn anderen ein harmloses Missgeschick passiert, besonders Angebern.
- Schaffe, schaffe, Häusle baueSchwäbischer Leitspruch: hart arbeiten und sparen, um sich ein eigenes Haus zu bauen; oft auch spöttisch über die Schwaben gesagt.
- ScheibenkleisterEin verhüllender Ausruf des Ärgers, der für „Scheiße!“ steht: Er beginnt genauso, biegt aber rechtzeitig ins Harmlose ab.
- Scherben bringen GlückZerbrochenes Geschirr gilt als gutes Zeichen, deshalb muss sich über das Missgeschick niemand ärgern.
- Schlafende Hunde soll man nicht weckenEin ruhendes Problem oder einen eingeschlafenen Streit soll man nicht unnötig aufrühren, sonst holt man sich selbst Ärger ins Haus.
- Schmetterlinge im Bauch habenFrisch verliebt sein und dabei ein aufgeregtes Kribbeln in der Magengegend spüren.
- Schnee von gesternEtwas, das vorbei ist und niemanden mehr interessiert, weil es längst bekannt oder überholt ist.
- Schneit’s im Oktober gleich, wird der Winter weichFällt schon im Oktober Schnee, soll der folgende Winter mild ausfallen.
- Schuster, bleib bei deinem LeistenMan soll bei dem bleiben, wovon man etwas versteht, und nicht über Dinge urteilen, für die einem das Wissen fehlt.
- Schwein habenGroßes, oft unverdientes Glück haben, vor allem wenn etwas fast schiefgegangen wäre.
- Sein blaues Wunder erlebenEine böse, unangenehme Überraschung erleben, mit der man nicht gerechnet hat.
- Seinen Senf dazugebenUngefragt seine Meinung zu etwas äußern, auch wenn niemand danach verlangt hat.
- Selbst ist der MannMan soll Dinge selbst in die Hand nehmen und erledigen, statt auf die Hilfe anderer zu warten.
- Sich einen Ast lachenSehr heftig lachen, sich vor Lachen krümmen; ironisch auch: etwas lächerlich finden.
- Sich etwas hinter die Ohren schreibenSich eine Lehre, Warnung oder Ermahnung gut merken, damit man denselben Fehler nicht noch einmal macht.
- Sich freuen wie ein SchneekönigSich riesig und sichtbar freuen, oft über etwas Kleines oder lange Ersehntes.
- Sich ins Zeug legenSich kräftig anstrengen und alles geben, um etwas zu schaffen oder jemanden zu unterstützen.
- Sich zum Affen machenSich durch sein Verhalten lächerlich machen und zum Gespött anderer werden.
- Spare in der Zeit, so hast du in der NotWer in guten Zeiten etwas zurücklegt, hat in schlechten Zeiten Reserven und muss nicht darben.
- Steter Tropfen höhlt den SteinMit Ausdauer erreicht man auch Schwieriges, wenn man nur immer wieder dranbleibt.
- Stille Wasser sind tiefWer ruhig und unauffällig wirkt, hat oft mehr Gedanken, Gefühle oder Fähigkeiten, als man ihm zutraut.
T5
- Tacheles redenOffen und ohne Umschweife sagen, worum es geht, auch wenn es unbequem ist.
- Toi, toi, toiEin Glückwunsch vor einer Prüfung, einem Auftritt oder Vorhaben; außerdem eine Formel, mit der man ein Glück nicht „beschreien“ will.
- Tomaten auf den Augen habenEtwas Offensichtliches übersehen, das eigentlich jeder sehen müsste.
- TorschlusspanikAngst, eine wichtige Gelegenheit endgültig zu verpassen, weil die Zeit abläuft, oft mit Blick auf Partnerschaft, Kinder oder Beruf.
- Trautes Heim, Glück alleinDas gemütliche eigene Zuhause ist das eigentliche Glück; heute meist ironisch über häusliche Idylle gesagt.
U9
- Über den Jordan gehenSalopp für sterben; übertragen auch: kaputtgehen, verloren gehen oder pleitegehen.
- Übermut tut selten gutWer leichtsinnig und überdreht handelt, weil gerade alles gut läuft, richtet meist Schaden an.
- Übung macht den MeisterWer etwas oft und regelmäßig wiederholt, wird darin sicher und gut. Können entsteht durch Training.
- Um den heißen Brei herumredenNicht zur Sache kommen und das Wesentliche, meist etwas Unangenehmes, nicht offen aussprechen.
- Um Gottes willenEin Ausruf des Erschreckens und der Abwehr; in Bitten und Fragen verstärkt er die Dringlichkeit, etwa in „Komm um Gottes willen nicht zu spät“.
- Unkraut vergeht nichtZähe Menschen überstehen auch Krankheit, Unfall und Krisen. Meist sagt man es scherzhaft über sich selbst.
- Unter aller SauAusgesprochen schlecht, miserabel; derb gesagt über Leistungen, Zustände oder Benehmen.
- Unter vier AugenNur zu zweit, ohne Zeugen und ohne Zuhörer: Was unter vier Augen besprochen wird, bleibt zwischen den beiden Beteiligten.
- Unverhofft kommt oftDas Unerwartete tritt häufiger ein, als man denkt, ob Überraschung, Glücksfall oder Panne.
V10
- Verflixt und zugenähtSalopper, harmloser Fluch, mit dem man seinem Ärger über ein Missgeschick Luft macht.
- Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besserMan sollte sich nicht blind auf Zusagen verlassen, sondern selbst nachprüfen, ob etwas stimmt oder erledigt ist.
- Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im WinterGibt es im Oktober viele Nebeltage, soll der folgende Winter schneereich werden.
- Viele Köche verderben den BreiWenn zu viele Leute bei einer Aufgabe mitreden und mitentscheiden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
- Von der Hand in den Mund lebenAlles Geld sofort für das Nötigste ausgeben müssen und keine Rücklagen bilden können.
- Vor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegenBis zum 24. Juni, dem Johannistag, ist Regen für die Felder erwünscht, danach stört er Heuernte und reifendes Getreide.
- Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber istErst nach dem 15. Mai, dem Tag der Kalten Sophie, soll die Gefahr von Nachtfrost vorbei sein, sodass empfindliche Pflanzen ins Freie dürfen.
- Vorfreude ist die schönste FreudeSich auf etwas zu freuen, ist oft genauso schön oder schöner als das Ereignis selbst.
- Vorsicht ist besser als NachsichtLieber gleich vorsichtig sein, als hinterher einen Schaden zu bereuen, den man hätte vermeiden können.
- Vorsicht ist die Mutter der PorzellankisteScherzhafte Mahnung, lieber etwas zu vorsichtig zu sein, weil sonst leicht etwas zu Bruch geht.
W72
- Wächst das Gras im Januar, wächst es schlecht das ganze JahrWird es im Januar so mild, dass das Gras schon wächst, soll das ganze Jahr schlecht gedeihen.
- WaidmannsheilGruß der Jäger untereinander: ein Wunsch für Jagdglück und ein Glückwunsch, wenn jemand ein Stück Wild erlegt hat.
- Was der Bauer nicht kennt, frisst er nichtWer am Gewohnten hängt, lehnt unbekanntes Essen oder Neues überhaupt ab, ohne es probiert zu haben.
- Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgenErledige Aufgaben gleich, statt sie aufzuschieben, denn morgen werden sie nicht leichter.
- Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zuBehandle andere nicht so, wie du selbst nicht behandelt werden möchtest.
- Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehrWas man als Kind nicht lernt, holt man als Erwachsener nur noch mühsam oder gar nicht mehr nach.
- Was ich nicht weiß, macht mich nicht heißWorüber man nichts weiß, darüber muss man sich auch nicht aufregen oder sorgen.
- Was lange währt, wird endlich gutWas viel Zeit und Geduld kostet, führt am Ende oft zu einem guten Ergebnis.
- Was nichts kostet, ist nichts wertWas man umsonst bekommt, schätzt man gering, und was nichts kostet, taugt oft auch nicht viel.
- Was Sankt Medardus für Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fälltDas Wetter am 8. Juni, dem Medardustag, soll sich bis in die Erntezeit halten: Regnet es an Medardus, droht eine nasse Ernte.
- Was sich liebt, das neckt sichWer sich gern hat, zieht sich oft gegenseitig auf; kleine Sticheleien können ein Zeichen von Zuneigung sein.
- Wasser findet seinen WegWer beharrlich und beweglich bleibt, kommt um Hindernisse herum, so wie sich Wasser immer einen Durchgang sucht.
- Wat mutt, dat muttPlattdeutsch für „Was sein muss, muss sein“: Eine unangenehme, aber nötige Sache wird ohne Jammern erledigt.
- Weiß der KuckuckSalopp für „Das weiß niemand“ oder „Keine Ahnung“; daneben auch als Bekräftigung im Sinne von „wahrhaftig“.
- Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater MillionärMit ‚hätte‘ und ‚wäre‘ ändert man nichts: Grübeln darüber, was hätte sein können, bringt nichts.
- Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und KornEin stürmischer April mit Donner soll eine gute Heu- und Getreideernte ankündigen.
- Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die MäuseSobald die Aufsicht fehlt, nehmen sich die anderen Freiheiten heraus, die sonst nicht erlaubt sind.
- Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’nFriert es schon um den Martinstag am 11. November, soll es zu Weihnachten mild und matschig sein.
- Wenn die Schwalben tief fliegen, gibt es RegenFliegen Schwalben dicht über dem Boden, kommt bald Regen. Der Grund sind die Insekten, die sie jagen.
- Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März die Ohren wärmenIst es im Februar so mild, dass Mücken tanzen, soll der März umso kälter werden.
- Wenn kalt und nass der Juni war, verdirbt er meist das ganze JahrEin kühler, verregneter Juni gilt als schlechtes Zeichen für das ganze Erntejahr, weil er Heu, Getreide und Wein in einer entscheidenden Zeit schadet.
- Wenn man vom Teufel spricht, kommt erScherzhafte Bemerkung, wenn genau die Person auftaucht, über die gerade gesprochen wurde.
- Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelindIst es um den 11. November, den Martinstag, neblig und trüb, soll ein milder Winter folgen.
- Wenn zwei sich streiten, freut sich der DritteBei einem Streit profitiert oft ein Unbeteiligter, während sich die Streitenden gegenseitig schwächen.
- Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuerFriert es am 22. Februar, dem Fest Petri Stuhlfeier, sollen in diesem Jahr noch vierzehn weitere Frostnächte folgen.
- Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gutStarker Tau am Morgen zeigt im August an, dass das schöne Wetter vorerst anhält.
- Wer A sagt, muss auch B sagenWer etwas anfängt oder zusagt, muss auch die Folgen tragen und den nächsten Schritt gehen.
- Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hineinWer anderen schaden will, schadet damit am Ende oft sich selbst.
- Wer billig kauft, kauft zweimalBillige Ware geht oft schnell kaputt und muss ersetzt werden, sodass man am Ende mehr bezahlt als für gute Qualität.
- Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wertWer kleine Beträge geringschätzt, kommt nie zu Wohlstand und hat ihn auch nicht verdient.
- Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgenWem ein Missgeschick passiert, der wird obendrein auch noch ausgelacht.
- Wer die Wahl hat, hat die QualJe mehr gute Möglichkeiten man hat, desto schwerer fällt die Entscheidung.
- Wer einmal lügt, dem glaubt man nichtWer einmal beim Lügen ertappt wurde, verliert Vertrauen und wird später selbst dann angezweifelt, wenn er die Wahrheit sagt.
- Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfenWer selbst Fehler hat, sollte andere nicht für genau diese Fehler angreifen.
- Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essenWer arbeiten könnte, sich aber davor drückt, soll nicht auf Kosten anderer leben.
- Wer nicht fragt, bleibt dummWer sich nicht traut nachzufragen, versteht weniger als nötig. Fragen ist der einfachste Weg, etwas zu lernen.
- Wer nicht hören will, muss fühlenWer Warnungen und gute Ratschläge in den Wind schlägt, bekommt die unangenehmen Folgen am eigenen Leib zu spüren.
- Wer nicht wagt, der nicht gewinntOhne ein gewisses Risiko gibt es keinen Erfolg.
- Wer rastet, der rostetWer sich nicht bewegt und nicht übt, verliert mit der Zeit Kraft und Können.
- Wer schön sein will, muss leidenWer gut aussehen möchte, muss dafür Unbequemes oder Schmerzhaftes in Kauf nehmen, etwa drückende Schuhe oder ziependes Kämmen.
- Wer schweigt, stimmt zuWer zu etwas schweigt, obwohl er widersprechen könnte, wird so behandelt, als sei er einverstanden.
- Wer suchet, der findetWer sich ernsthaft und ausdauernd um etwas bemüht, kommt am Ende auch zum Ziel.
- Wer Wind sät, wird Sturm erntenWer Unruhe, Streit oder Hass stiftet, muss mit weit schlimmeren Folgen rechnen.
- Wer zu spät kommt, den bestraft das LebenWer zu lange zögert und notwendige Veränderungen verpasst, muss die Folgen tragen.
- Wer zuerst kommt, mahlt zuerstWer als Erster da ist, wird als Erster bedient und hat die beste Auswahl.
- Wer zuletzt lacht, lacht am bestenWer zu früh triumphiert, kann sich irren, denn am Ende zählt, wie die Sache ausgeht.
- Wer’s glaubt, wird seligSpöttische Antwort auf eine Behauptung, die man für unglaubwürdig hält. Gemeint ist: Das glaube ich dir nicht.
- Wes Brot ich ess, des Lied ich singWer von jemandem bezahlt oder versorgt wird, redet ihm nach dem Mund und vertritt dessen Interessen.
- Wes das Herz voll ist, des geht der Mund überWas einen innerlich stark bewegt, darüber spricht man von selbst, oft mehr und begeisterter, als man vorhatte.
- Wie aus heiterem HimmelVöllig unerwartet und ohne jedes Vorzeichen, meist bei unangenehmen Ereignissen.
- Wie der Vater, so der SohnSöhne gleichen ihren Vätern oft in Charakter, Gewohnheiten und Talenten, im Guten wie im Schlechten.
- Wie die Alten sungen, so zwitschern die JungenKinder übernehmen die Sprache, Ansichten und Gewohnheiten ihrer Eltern, gerade auch die schlechten.
- Wie die Made im Speck lebenSehr bequem und im Überfluss leben, ohne sich um etwas sorgen oder anstrengen zu müssen.
- Wie die Saat, so die ErnteWas man am Ende bekommt, hängt davon ab, was man vorher getan oder investiert hat.
- Wie du mir, so ich dirIch behandle dich so, wie du mich behandelt hast: Gutes wird mit Gutem, Schlechtes mit Schlechtem vergolten.
- Wie ein begossener PudelBeschämt, kleinlaut und geknickt, etwa nach einer Blamage, einem Tadel oder einer Enttäuschung.
- Wie ein Elefant im PorzellanladenPlump, ungeschickt und taktlos vorgehen und dabei Schaden anrichten, wo eigentlich Feingefühl gefragt wäre.
- Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibtWie das Wetter am 21. September, dem Matthäustag, ist, so soll es die folgenden vier Wochen bleiben.
- Wie geschmiert laufenReibungslos, zügig und ohne jedes Stocken ablaufen, so leicht, wie sich ein gut gefettetes Wagenrad dreht.
- Wie gewonnen, so zerronnenWas man schnell oder ohne Mühe bekommen hat, ist oft genauso schnell wieder weg.
- Wie Hund und KatzeStändig im Streit miteinander, so verfeindet, dass zwei sich einfach nicht vertragen.
- Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es herausWie man andere behandelt, so wird man auch selbst behandelt.
- Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr seinDas Wetter um den 25. November, den Katharinentag, soll sich an Neujahr wiederholen.
- Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestelltDas Wetter am 24. August, dem Bartholomäustag, soll anzeigen, wie der ganze Herbst wird.
- Wissen ist MachtWer viel weiß, hat Einfluss und Vorteile, weil er besser entscheiden und andere leichter lenken kann.
- Wissen, wo Barthel den Most holtAlle Kniffe kennen und genau wissen, wie man an etwas herankommt oder eine Sache geschickt anpackt.
- Wo die Liebe hinfälltAusdruck der Verwunderung darüber, in wen sich jemand verliebt hat: Wohin die Liebe fällt, lässt sich nicht steuern.
- Wo ein Wille ist, ist auch ein WegWer etwas wirklich will, findet auch eine Möglichkeit, es zu erreichen, selbst wenn es zunächst aussichtslos erscheint.
- Wo gehobelt wird, da fallen SpäneWer etwas Größeres anpackt, muss kleinere Schäden und Nebenwirkungen in Kauf nehmen.
- Wo Rauch ist, ist auch FeuerHinter Gerüchten und Verdachtsmomenten steckt meist ein wahrer Kern; ganz ohne Grund entsteht so etwas selten.
- Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagenAn einem sehr abgelegenen, einsamen Ort, weit weg von Städten und Menschen.
- Wo viel Licht ist, ist auch viel SchattenGroße Stärken, Erfolge oder Vorzüge bringen meist auch deutliche Schwächen oder Nachteile mit sich.
Z4
- Zeit ist GeldVerlorene Zeit ist verlorenes Einkommen, deshalb sollte man sie nicht vergeuden.
- Zum KuckuckSalopper Ausruf der Verärgerung oder Ungeduld, in dem der Kuckuck verhüllend für den Teufel steht.
- Zum Teufel noch malUmgangssprachlicher Ausruf von Ärger und Ungeduld; in Fragen verstärkt „zum Teufel“ die Ungeduld, etwa „Wo, zum Teufel, ist mein Schlüssel?“.
- Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagenMit einer einzigen Handlung zwei Ziele auf einmal erreichen oder zwei Vorteile zugleich gewinnen.
Häufige Fragen
Was ist ein Sprichwort?
Ein Sprichwort ist ein kurzer, feststehender Satz, der eine allgemeine Erfahrung, eine Warnung oder einen Rat ausdrückt, etwa „Morgenstund hat Gold im Mund“. Es steht für sich allein, man zitiert es, statt es in eigene Worte umzubauen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Sprichwort und einer Redewendung?
Ein Sprichwort ist ein vollständiger Satz mit einer Lehre („Lügen haben kurze Beine“). Eine Redewendung ist ein fester Baustein ohne eigene Lehre, den man in den eigenen Satz einbaut und beugt („Er hat Tomaten auf den Augen“). Ihre Bedeutung ergibt sich nicht aus den einzelnen Wörtern.
Wie viele deutsche Sprichwörter gibt es?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Die größte Sammlung, Karl Friedrich Wilhelm Wanders „Deutsches Sprichwörter-Lexikon“ (fünf Bände, 1867–1880), verzeichnet rund 250.000 Einträge, darunter viele regionale und längst vergessene. Im Alltag gebräuchlich ist nur ein kleiner Teil davon.