Bedeutung
Das Sprichwort „Aus den Augen, aus dem Sinn“ beschreibt, wie schnell Menschen und Aufgaben in Vergessenheit geraten, wenn sie nicht mehr sichtbar oder präsent sind. Es erinnert uns daran, Freundschaften, Verpflichtungen und Erinnerungen aktiv zu pflegen, statt sie der Distanz zu überlassen. Psychologisch weist es darauf hin, dass unsere Aufmerksamkeit begrenzt ist und wir Dinge ausblenden, sobald sie aus unserem Blickfeld verschwinden.
Verwendungsbeispiele
- Eine Freundin zieht ins Ausland, und ohne regelmäßige Anrufe verliert man langsam den Kontakt – aus den Augen, aus dem Sinn. - Wenn eine Aufgabe im Projektmanagement aus dem Sichtbereich verschwindet, führt das oft dazu, dass sie niemand mehr erledigt. - Ein soziales Problem wird aus den Medien verdrängt und gerät dadurch in der Öffentlichkeit schnell in Vergessenheit.
Historischer Kontext
Schon in der Antike wurde die Beobachtung gemacht, dass Abwesenheit zu Vergessen führt: Plautus schrieb im 2. Jahrhundert v. Chr. „Procul ex oculis, procul ex mente“ – fern der Augen, fern des Sinns. Im deutschsprachigen Raum ist die Redensart seit dem Mittelalter in Spruchsammlungen und Volksliedern belegt. Sie erinnert bis heute daran, dass wir Menschen dazu neigen, Personen, Aufgaben oder Sorgen zu vergessen, sobald sie nicht mehr in unserem Blickfeld sind.
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