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Aller guten Dinge sind drei

Kurz gesagt

Was zweimal nicht geklappt hat, verdient einen dritten Versuch, denn die Drei gilt als Glückszahl.

Auf Englisch
Third time lucky
Third time’s the charm
All good things come in threes
Auch gesagt
Alle guten Dinge sind drei

Was bedeutet „Aller guten Dinge sind drei“?

Das Sprichwort fällt meist in zwei Situationen. Entweder ist etwas zweimal schiefgegangen, und man ermutigt sich oder andere zu einem dritten Versuch. Oder etwas Gutes passiert zum dritten Mal, ein drittes Tor, ein drittes Kind, der dritte Sieg in Folge, und man kommentiert das zufrieden.

Dahinter steht die Vorstellung, dass Dinge erst zu dritt vollständig sind. Oft wird der Satz auch als Grenze verstanden: Ein dritter Versuch ja, danach sollte man es lassen. Wer beim vierten Anlauf immer noch „aller guten Dinge“ sagt, wird eher belächelt.

Woher kommt „Aller guten Dinge sind drei“?

„Aller guten Dinge“ ist ein alter Genitiv der Mehrzahl, sinngemäß: Von den guten Dingen sind es drei. Die heute oft gehörte Form „Alle guten Dinge sind drei“ ist eine Umdeutung, weil dieser Genitiv nicht mehr vertraut klingt.

Häufig liest man, das Sprichwort gehe auf das germanische „Thing“ zurück, die Gerichtsversammlung, die dreimal im Jahr getagt habe; ein Angeklagter sei dreimal vorgeladen worden. Richtig ist, dass „Ding“ früher auch Gericht bedeutete, davon zeugt noch „dingfest machen“. Für die Verbindung zum Sprichwort gibt es aber keine alten Belege, sie ist eine nachträgliche Erklärung. Näher liegt die besondere Rolle der Drei als runde, vollständige Zahl: drei Wünsche im Märchen, die Dreifaltigkeit, das mittellateinische „Omne trinum perfectum“, alles Dreifache ist vollkommen.

Quellen

  • Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Ding‘

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Zweimal ist Paul durch die Theorieprüfung gefallen. Vor dem dritten Termin schreibt ihm seine Schwester: „Aller guten Dinge sind drei, diesmal klappt’s!“

  • Mit dem 3:0 in der Nachspielzeit macht Lea ihren ersten Hattrick perfekt. Der Trainer grinst: „Aller guten Dinge sind drei.“

  • Nach zwei Töchtern kommt bei Familie Brandt ein Sohn zur Welt. Beim Anstoßen hebt der Opa das Glas: „Aller guten Dinge sind drei!“

Häufige Fragen

Heißt es „Aller“ oder „Alle guten Dinge sind drei“?

Die überlieferte Form ist „Aller guten Dinge sind drei“ mit dem alten Genitiv. „Alle guten Dinge sind drei“ ist sehr verbreitet und wird verstanden, gilt aber als jüngere, grammatisch umgedeutete Variante.

Hat „Aller guten Dinge sind drei“ etwas mit dem Thing zu tun?

Das wird oft behauptet, ist aber nicht belegt. „Ding“ bedeutete zwar einmal Gerichtsversammlung, doch eine Verbindung zum Sprichwort lässt sich in alten Quellen nicht nachweisen.

Wie sagt man „Aller guten Dinge sind drei“ auf Englisch?

Im britischen Englisch „Third time lucky“, im amerikanischen „Third time’s the charm“. Auch „All good things come in threes“ ist bekannt.

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