Sprichwörter aus der Bibel
Viele deutsche Sprichwörter und Redewendungen stammen aus Luthers Bibelübersetzung, manche Wort für Wort. Hier stehen nur die, deren biblischer Ursprung belegt ist, jeweils mit der Bibelstelle.
- Prediger 3,1–8Alles hat seine ZeitFür jedes Tun und jedes Ereignis gibt es einen passenden Zeitpunkt, und nichts dauert ewig.
- 2. Mose 21,24Auge um Auge, Zahn um ZahnWer anderen schadet, soll Gleiches zurückbekommen: der Grundsatz der genau abgemessenen Vergeltung.
- Offenbarung 1,8Das A und ODas Wichtigste an einer Sache, der Kern, ohne den nichts gelingt.
- Psalm 127,2Den Seinen gibt’s der Herr im SchlafManchen fällt Erfolg ohne jede Anstrengung zu, als bekämen sie ihn im Schlaf geschenkt.
- Sprüche 16,9Der Mensch denkt, Gott lenktMenschen können planen, wie sie wollen, wie die Dinge ausgehen, liegt am Ende nicht in ihrer Hand.
- 5. Mose 8,3Der Mensch lebt nicht vom Brot alleinZum Leben braucht der Mensch mehr als Essen und Geld: auch Sinn, Zuwendung, Kultur oder Glauben.
- Matthäus 13,57Der Prophet gilt nichts im eigenen LandWer in seiner Heimat oder seinem Umfeld etwas leistet, wird dort oft weniger geschätzt als in der Fremde.
- Offenbarung 5,1Ein Buch mit sieben SiegelnEtwas, das jemand nicht versteht und nicht durchschauen kann, etwa ein schwieriges Fachgebiet oder ein rätselhafter Mensch.
- Apostelgeschichte 4,32Ein Herz und eine Seele seinSich so gut verstehen, dass man fast immer einer Meinung ist und unzertrennlich wirkt.
- Matthäus 17,20Glaube versetzt BergeWer fest an etwas glaubt, kann Dinge erreichen, die unmöglich scheinen.
- Sprüche 16,18Hochmut kommt vor dem FallWer überheblich wird und sich für unangreifbar hält, scheitert oft gerade daran.
- Jemandem die Leviten lesenJemandem eine ernste, ausführliche Strafpredigt halten und ihn nachdrücklich an seine Pflichten erinnern.
- Matthäus 4,16Jemandem geht ein Licht aufJemand versteht plötzlich einen Zusammenhang, der ihm vorher unklar war.
- Psalm 73,19Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne EndeLieber eine schmerzhafte Sache rasch und endgültig beenden, als eine quälende Lage endlos weiterzuschleppen.
- Matthäus 7,6Perlen vor die Säue werfenEtwas Kostbares oder Gutes an Menschen verschwenden, die es nicht zu schätzen wissen oder nicht verstehen.
- 5. Mose 3,27Über den Jordan gehenSalopp für sterben; übertragen auch: kaputtgehen, verloren gehen oder pleitegehen.
- Sprüche 26,27Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hineinWer anderen schaden will, schadet damit am Ende oft sich selbst.
- 2. Thessalonicher 3,10Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essenWer arbeiten könnte, sich aber davor drückt, soll nicht auf Kosten anderer leben.
- Matthäus 7,7–8Wer suchet, der findetWer sich ernsthaft und ausdauernd um etwas bemüht, kommt am Ende auch zum Ziel.
- Hosea 8,7Wer Wind sät, wird Sturm erntenWer Unruhe, Streit oder Hass stiftet, muss mit weit schlimmeren Folgen rechnen.
- Markus 16,16Wer’s glaubt, wird seligSpöttische Antwort auf eine Behauptung, die man für unglaubwürdig hält. Gemeint ist: Das glaube ich dir nicht.
- Matthäus 12,34Wes das Herz voll ist, des geht der Mund überWas einen innerlich stark bewegt, darüber spricht man von selbst, oft mehr und begeisterter, als man vorhatte.
Häufige Fragen
Welche Sprichwörter kommen aus der Bibel?
Aus der Bibel stammen zum Beispiel „Hochmut kommt vor dem Fall“ (Sprüche 16,18), „Wer suchet, der findet“ (Matthäus 7,8), „Perlen vor die Säue werfen“ (Matthäus 7,6) und „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (2. Mose 21,24). Ins Deutsche kamen die meisten über Luthers Übersetzung.
Warum gibt es so viele Redewendungen aus der Bibel?
Luthers Bibelübersetzung war über Jahrhunderte eines der meistgelesenen Bücher im deutschen Sprachraum und wurde in Kirche und Schule immer wieder vorgelesen. Viele ihrer Formulierungen sind so vertraut geworden, dass man sie benutzt, ohne an die Bibel zu denken.
Steht „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott“ in der Bibel?
„Hilf dir selbst, so hilft dir Gott“ steht nicht in der Bibel, auch wenn das oft angenommen wird. Der Gedanke ist älter und findet sich schon in der Antike, etwa in Äsops Fabel vom Fuhrmann, der Herakles um Hilfe bittet, statt selbst anzupacken.