Zum Inhalt springen

Der Arbeiter ist seines Lohnes wert

Kurz gesagt

Wer arbeitet, hat Anspruch auf eine angemessene Bezahlung: Gute Arbeit gibt es nicht umsonst.

Auf Englisch
The labourer is worthy of his hire
Auch gesagt
Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert

Was bedeutet „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert“?

„Der Arbeiter ist seines Lohnes wert“ heißt: Wer eine Arbeit leistet, hat ein Recht darauf, dafür angemessen entlohnt zu werden. „Seines Lohnes wert“ ist eine ältere Fügung mit Genitiv, wie in „der Mühe wert“, und bedeutet: Er hat seinen Lohn verdient. Man sagt den Satz, wenn jemand ohne Bezahlung arbeiten soll, wenn eine Rechnung als zu hoch empfunden wird oder in Tarifrunden und Debatten über den Mindestlohn. Selbstständige zitieren ihn gern, wenn sie „für die Reichweite“ oder als Freundschaftsdienst arbeiten sollen.

Der Ton ist gehoben und ein wenig altmodisch, deshalb wirkt der Satz oft wie eine höfliche, aber bestimmte Erinnerung. Er wird auch scherzhaft gebraucht, etwa wenn ein Kind fürs Rasenmähen ein Eis verlangt. Gemeint ist ein gerechter Lohn, keine Gier: Der Satz rechtfertigt nicht jede Forderung, er betont, dass Arbeit ihren Preis hat. In der Bibel ging es zunächst um Unterkunft und Verpflegung für Wanderprediger, nicht um Geld im heutigen Sinn.

Woher kommt „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert“?

Der Satz steht im Lukasevangelium. Jesus sendet zweiundsiebzig Jünger aus, die ohne Geldbeutel und Tasche durch die Orte ziehen sollen, und sagt: „In demselben Haus aber bleibt, esst und trinkt, was man euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert“ (Lukas 10,7, Lutherbibel 2017). Die Parallele bei Matthäus lautet: „Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert“ (Matthäus 10,10). Der 1. Timotheusbrief zitiert das Wort als Schriftwort, zusammen mit dem Gebot aus 5. Mose 25,4: „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden“ (1. Timotheus 5,18). Dort geht es darum, dass Gemeindeälteste, die gut vorstehen, „zweifacher Ehre wert“ sind und also auch versorgt werden sollen.

Luther übersetzte 1545 „Denn ein Erbeiter ist seines Lohns werd“. Wander verzeichnet sowohl „Der Arbeiter ist seines Lohnes werth“ als auch „Ein Arbeiter ist seines Lohnes werth“, die zweite Form mit den Bibelstellen. Aus der Anweisung an Wanderprediger wurde so ein allgemeiner Grundsatz über gerechte Bezahlung, der heute meist ganz ohne religiösen Bezug gebraucht wird.

Beispiele aus dem Alltag

  • Eine Firma fragt die Grafikerin Aylin, ob sie das neue Logo „gegen Sichtbarkeit“ gestalten würde. Aylin antwortet freundlich: „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Anbei mein Angebot.“

  • Noah hat den ganzen Nachmittag den Garten umgegraben und hält seiner Mutter die Hand hin. Sie lacht: „Na gut, der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“

  • Bei der Kundgebung ruft die Gewerkschafterin ins Mikrofon: „Wer Tag und Nacht Kranke pflegt, muss davon leben können. Der Arbeiter ist seines Lohnes wert!“

Häufige Fragen

Wo steht „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert“ in der Bibel?

Im Lukasevangelium, Kapitel 10, Vers 7, bei der Aussendung der Jünger. Der 1. Timotheusbrief zitiert den Satz in Kapitel 5, Vers 18. Matthäus 10,10 hat die Fassung „ein Arbeiter ist seiner Speise wert“.

Was bedeutet „seines Lohnes wert“?

„Seines Lohnes wert sein“ heißt: den Lohn verdient haben. Es ist eine ältere Fügung mit Genitiv, wie sie auch in „der Mühe wert“ oder „der Rede wert“ steckt.

Wie sagt man „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert“ auf Englisch?

Die bekannte Form aus der King-James-Bibel lautet „The labourer is worthy of his hire“. „Hire“ bedeutet hier Lohn, nicht Anstellung.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Der frühe Vogel …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Arbeit und Fleiß
↑↓auswählen↵öffnen