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Ehre, wem Ehre gebührt

Kurz gesagt

Anerkennung soll der bekommen, der sie wirklich verdient hat, und nicht jemand anderes.

Auf Englisch
Credit where credit is due
Honour to whom honour is due
Auch gesagt
Ehre, dem Ehre gebührt

Was bedeutet „Ehre, wem Ehre gebührt“?

„Ehre, wem Ehre gebührt“ heißt: Anerkennung soll der bekommen, der sie verdient hat. Man sagt es, wenn man jemanden ausdrücklich würdigt, etwa in einer Rede auf die Kollegin, die das Projekt gerettet hat, oder wenn man beim Lob für eine Sache auf die Person zeigt, die die eigentliche Arbeit gemacht hat. Das DWDS nennt den Satz in diesem Sinn gehoben, als Ausdruck bewundernder Anerkennung einer großen Leistung. Oft steht er als Überschrift über Berichten von Ehrungen, Jubiläen und Preisverleihungen.

Eine zweite Lesart betont die Einschränkung: Ehre nur für die, die sie wirklich verdienen, nicht für die, die sich mit fremden Federn schmücken. Gelegentlich klingt der Satz ironisch, wenn jemand die Folgen seines Handelns zu spüren bekommt und man andeuten will, er habe bekommen, was er verdient. Scherzhaft fällt er, wenn man jemandem an der Tür den Vortritt lässt, ähnlich wie „Alter vor Schönheit“. Die Form „Ehre, dem Ehre gebührt“ ist älter und klingt heute altertümlich.

Woher kommt „Ehre, wem Ehre gebührt“?

Die Wendung stammt aus der Bibel. Im Römerbrief schreibt Paulus über das Verhältnis der Christen zur staatlichen Gewalt: „So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt“ (Römer 13,7, Lutherbibel 2017). Luther hatte 1545 übersetzt: „Ehre / dem die ehre gebürt.“ Gemeint war die Pflicht, der Obrigkeit Abgaben zu zahlen und Respekt zu erweisen. Die Lutherbibel verweist dazu auf das Jesuswort „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Matthäus 22,21).

Aus dem letzten Glied der Aufzählung wurde ein eigenständiges Sprichwort, das mit der Obrigkeit nichts mehr zu tun hat. Wander verzeichnet „Ehre dem Ehre gebührt“ nach Sammlungen seit dem 17. Jahrhundert, dazu mehrere Sagwörter, die den feierlichen Satz Dieben und Schweinehirten in den Mund legen. Das heute übliche „wem“ hat das alte „dem“ weitgehend ersetzt: Der Duden führt „Ehre, wem Ehre gebührt“, das DWDS nennt beide Formen.

Beispiele aus dem Alltag

  • Bei der Abschiedsfeier hebt der Chef das Glas auf Frau Albers, die dreißig Jahre lang die Buchhaltung geführt hat. „Ehre, wem Ehre gebührt. Ohne Sie wäre der Laden längst pleite.“

  • Nach dem Pokalsieg reden alle nur über den Torschützen. Kapitän Murat stellt im Interview klar: „Ehre, wem Ehre gebührt. Die Vorlage kam von Jonas.“

  • Leonie und Malte kommen gleichzeitig an der Tür zum Hörsaal an. Malte hält ihr die Tür auf und verbeugt sich: „Ehre, wem Ehre gebührt.“

Lustige Abwandlungen

  • Ehre, dem Ehre gebührt, sagte der Schweinhirt und ging zuerst durchs Tor

    Sagwort, von Wander verzeichnet: Der Hirt beansprucht den Vortritt vor seinen Säuen.

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Häufige Fragen

Ist „Ehre, wem Ehre gebührt“ ein Bibelzitat?

Ja. „Ehre, wem Ehre gebührt“ geht auf Römer 13,7 zurück, wo Paulus aufzählt, was man der Obrigkeit schuldet: Steuer, Zoll, Furcht und Ehre. In der Lutherbibel heißt es „Ehre, dem die Ehre gebührt“.

Heißt es „Ehre, wem Ehre gebührt“ oder „Ehre, dem Ehre gebührt“?

Beides ist richtig. „Ehre, wem Ehre gebührt“ ist die heute übliche Form, die auch der Duden führt. „Ehre, dem Ehre gebührt“ folgt der älteren Bibelsprache und klingt altertümlich.

Wie sagt man „Ehre, wem Ehre gebührt“ auf Englisch?

Im Alltag passt „Credit where credit is due“, also: Lob für den, dem es zusteht. Bibelnah sagt man „Honour to whom honour is due“.

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