Ausrufe wie „Ach du heilige Makrele“
Wenn etwas überrascht, erschreckt oder nervt: Ausrufe, die man sagt, statt zu fluchen. Jeder mit Bedeutung, Herkunft und Beispielen.
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- Ach du dickes EiUmgangssprachlicher Ausruf der Überraschung, ob angenehm oder unangenehm, gleichbedeutend mit „Ach du meine Güte“.
- Ach du grüne NeuneUmgangssprachlicher, etwas altmodischer Ausruf der Verwunderung oder des Erschreckens, vor allem in Berlin und Norddeutschland bekannt.
- Ach du heilige Makrele!Ein harmloser, scherzhafter Ausruf, mit dem man Überraschung oder leichtes Entsetzen zeigt.
- Ach du lieber HimmelAusruf der Verwunderung, Bestürzung oder des Bedauerns, in dem „Himmel“ verhüllend für „Gott“ steht.
- Ach du liebes bisschenUmgangssprachlicher Ausruf des Erstaunens oder Erschreckens, gleichbedeutend mit „Ach du lieber Himmel“.
- Ach du meine GüteAusruf des Erschreckens, der Verwunderung oder Überraschung, bei dem „Güte“ verhüllend für „Gott“ steht.
- Ach, du kriegst die MottenEin salopper, vor allem berlinischer Ausruf des Erstaunens oder der Bestürzung, etwa im Sinn von „Das darf doch nicht wahr sein!“.
- Alter FalterEin lockerer, gereimter Ausruf des Staunens oder der Bewunderung, ähnlich wie „Alter Schwede!“ oder „Wow!“.
D5
- Da brat mir einer einen StorchUmgangssprachlicher Ausruf großer Verwunderung: Das ist unerhört, das hätte man nie für möglich gehalten.
- Da legst di niederEin bairischer Ausruf größter Überraschung, bewundernd oder entsetzt, etwa „Das haut einen um!“; hochdeutsch „Da legst du dich nieder“.
- DonnerlittchenLandschaftlicher, besonders norddeutscher Ausruf des Erstaunens und der Bewunderung, etwa im Sinne von „Donnerwetter!“.
- DonnerwetterAusruf bewundernden Staunens oder, als „Zum Donnerwetter!“, des Ärgers; als Substantiv auch eine heftige Strafpredigt.
- Du kriegst die Tür nicht zuUmgangssprachlicher Ausruf der Überraschung, meist der unangenehmen, im Sinne von „Ach du meine Güte“ oder „Das ist nicht zu fassen“.
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G3
- Glück aufDer traditionelle Gruß der Bergleute, ursprünglich der Wunsch, dass sich die Erzgänge auftun mögen; heute auch Ausdruck regionaler Verbundenheit.
- Gott bewahreEin Ausruf der Abwehr, der „keinesfalls“ oder „bloß nicht“ bedeutet und oft eingeschoben wird, um einen Gedanken entschieden zurückzuweisen.
- GrundgütigerEin gehobener, leicht theatralischer Ausruf des erschrockenen Staunens; angerufen wird Gott, „der Grundgütige“, wie in „Grundgütiger Himmel!“.
H10
- Hast du TöneEin salopper Ausruf der Verblüffung, der so viel heißt wie „Das gibt’s doch nicht“ oder „Da fehlen einem die Worte“.
- Heidewitzka, Herr KapitänAusruf aus einem Kölner Karnevalslied: Er drückt Staunen oder Vergnügen aus oder treibt an, im Sinn von „Na so was!“ oder „Los geht’s!“.
- Heiliger BimbamScherzhafter, umgangssprachlicher Ausruf der Überraschung oder des Erschreckens, gebildet mit dem kindersprachlichen Wort für Glockengeläut.
- Heiliger StrohsackSalopper Ausruf der Verwunderung oder des Erschreckens, scherzhaft gebildet statt der Anrufung eines Heiligen.
- Heiliges KanonenrohrVeralteter, umgangssprachlicher Ausruf erstaunter oder erschrockener Betroffenheit, scherzhaft gebildet statt eines Heiligennamens.
- Heiligs BlechleEin schwäbischer Ausruf des Staunens oder Erschreckens, ähnlich wie „Heiliger Strohsack!“; scherzhaft auch der Name für das geliebte eigene Auto.
- HerrjemineEin altmodischer Ausruf des Erschreckens oder Staunens, entstanden aus „Herr Jesus“, heute meist gespielt oder scherzhaft gebraucht.
- HerrschaftszeitenBairischer und österreichischer Ausruf der Ungeduld und Verärgerung, oft verstärkt zu „Herrschaftszeiten nochmal!“.
- Himmel, Arsch und ZwirnDerber Fluch, mit dem man seinem Ärger oder seiner Wut über etwas oder jemanden Luft macht.
- Holla, die WaldfeeUmgangssprachlicher Ausruf des Erstaunens, der Verblüffung oder der Anerkennung, etwa im Sinne von „Nicht schlecht!“.
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- Ich fress einen BesenEin salopper Ausruf, mit dem man beteuert, dass man eine Behauptung für falsch oder ein Ereignis für ausgeschlossen hält.
- Ich glaub, ich spinneUmgangssprachlicher Ausruf der Empörung oder Fassungslosigkeit, wenn etwas so absurd ist, dass man am eigenen Verstand zweifelt.
- Ich glaub, ich steh im WaldUmgangssprachlicher Ausruf der Verwunderung oder Entrüstung, wenn man etwas nicht fassen kann.
- Ich glaub, mein Schwein pfeiftUmgangssprachlicher Ausruf großer Überraschung oder Empörung über etwas, das man eigentlich für unmöglich hält.
- Ich glaub, mich knutscht ein ElchSalopper Ausruf großer Überraschung oder Empörung über etwas, das man kaum für möglich hält.
- Ich glaub, mich tritt ein PferdSalopper Ausruf, mit dem man ausdrückt, dass einen etwas völlig überrascht oder empört.
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K1
M6
- MahlzeitEin Gruß zur Mittagszeit, besonders unter Kolleginnen und Kollegen, verkürzt aus dem alten Tischwunsch „Gesegnete Mahlzeit!“.
- Mein Gott, WalterSeufzender Ausruf über die Ungeschicklichkeit oder Umständlichkeit eines anderen, bekannt aus einem Blödelsong von Mike Krüger.
- Mein lieber Herr GesangsvereinScherzhafter Ausruf der Bewunderung, Verblüffung oder Missbilligung, der je nach Tonfall anerkennend oder tadelnd klingt.
- Mein lieber ScholliUmgangssprachlicher Ausruf des Staunens, der Bewunderung oder der Erleichterung, etwa wenn etwas beeindruckend oder knapp war.
- Mich laust der AffeSalopper Ausruf, mit dem man sagt, dass einen etwas sehr überrascht.
- Mich trifft der SchlagEin umgangssprachlicher Ausruf größter Überraschung oder Bestürzung: Man ist so verblüfft, als hätte einen ein Schlaganfall getroffen.
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- PapperlapappEin Ausruf, mit dem man Gerede, Ausflüchte oder Einwände als Unsinn abtut, etwa „Ach was, Unsinn!“.
- Petri HeilGruß und Glückwunsch unter Anglern: Man wünscht einander einen guten Fang. Wer schon etwas gefangen hat, antwortet mit „Petri Dank“.
- Potz BlitzVeralteter Ausruf der Verwunderung, heute meist scherzhaft oder bewusst altertümlich gebraucht.
- PotztausendVeralteter Ausruf des Erstaunens oder der Verwünschung, aus einem alten Fluch beim Namen Gottes entstanden.
- Prost MahlzeitEin ironischer Ausruf resignierter Skepsis, wenn etwas schiefzugehen droht oder unangenehm wird, etwa „Das wird ja immer schöner!“.
- PustekuchenEin Ausruf der Enttäuschung oder Ablehnung: Es kommt anders als erhofft, oder etwas kommt gar nicht in Frage, ähnlich wie „Denkste!“.
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- SackzementEin süddeutscher Fluch des Ärgers, verdreht aus „Sakrament“, ungefähr so viel wie „Verflixt noch mal!“.
- SapperlotVeralteter, landschaftlich noch gebrauchter Ausruf der Verwunderung oder des Ärgers, ursprünglich ein verhüllter Fluch beim Namen Gottes.
- ScheibenkleisterEin verhüllender Ausruf des Ärgers, der für „Scheiße!“ steht: Er beginnt genauso, biegt aber rechtzeitig ins Harmlose ab.
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Häufige Fragen
Warum gibt es so viele Ausrufe mit „heilig“?
Viele Ausrufe sind entschärfte Flüche. Gott oder die Heiligen beim Fluchen anzurufen, galt lange als Sünde, also setzte man ein harmloses Wort ein. So klingen „Heiliger Strohsack“ oder „Ach du heilige Makrele“ wie ein Fluch, sind aber keiner.
Sind solche Ausrufe unhöflich?
Die meisten nicht. Gerade weil sie Flüche ersetzen, gelten Ausrufe wie „Ach du meine Güte“ oder „Ach du dickes Ei“ als harmlos und kindgerecht. Derbere Formen wie „Himmel, Arsch und Zwirn“ sagt man eher unter Freunden.