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Jetzt schlägt’s dreizehn

Kurz gesagt

Umgangssprachlicher Ausruf, wenn etwas zu weit geht und das erträgliche Maß überschritten ist; auch Ausdruck ungläubigen Staunens.

Auf Englisch
That’s the last straw!
That’s the limit!
Auch gesagt
Jetzt schlägt’s aber dreizehn
Nun schlägt’s dreizehn
Jetzt schlägt’s 13

Was bedeutet „Jetzt schlägt’s dreizehn“?

„Jetzt schlägt’s dreizehn!“ sagt man, wenn das Maß voll ist und etwas unerhört oder unglaublich erscheint. Der Duden erklärt die umgangssprachliche Wendung mit „das geht aber zu weit, jetzt ist Schluss damit“, das DWDS nennt daneben die Bedeutung „das ist doch nicht zu glauben“. Häufig heißt es verstärkt „Jetzt schlägt’s aber dreizehn!“. Anlass ist meist der berühmte letzte Tropfen: die dritte Verspätung in einer Woche, eine neue Frechheit des Nachbarn, eine Rechnung für eine Leistung, die nie erbracht wurde.

Der Ton ist empört, aber nicht ausfallend; man zieht eine Grenze, ohne zu beleidigen. Daneben kann der Ausruf reines Staunen ausdrücken, wenn etwas Unglaubliches passiert. Er klingt ein wenig altmodisch und hat oft etwas von einer Ansage, nach der nun Konsequenzen folgen. Geschrieben wird er mit oder ohne Apostroph und oft auch mit Ziffern: Das DWDS verzeichnet „Jetzt schlägt’s 13“, „Jetzt schlägts dreizehn“ und „Jetzt schlägt es dreizehn“ als gleichwertige Formen.

Woher kommt „Jetzt schlägt’s dreizehn“?

Das Bild stammt von der Uhr. Eine Kirchturm- oder Standuhr schlägt höchstens zwölfmal; ein dreizehnter Schlag ist einer zu viel und zeigt, dass etwas nicht stimmt. Der Duden nennt als Hintergrund außerdem, dass die Dreizehn im Volksglauben als Unglückszahl gilt.

Wander verzeichnet im fünften Band seines Deutschen Sprichwörter-Lexikons (1880) zwei mundartliche Fassungen. „Nun schlägt’s dreizehn und pumpt noch einmal“ galt im Kreis Hirschberg als Ausdruck des Staunens und der Überraschung. „Nun wird’s bald dreizehn schlagen“ sagte man in der Gegend von Reichenbach in Böhmen, um auszudrücken: „Jetzt hab’ ich genug, jetzt hab’ ich’s satt.“ Beide Bedeutungen, Staunen und Überdruss, stecken bis heute in der Wendung. Wann und wo sie zuerst aufkam, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Zum dritten Mal diese Woche steht der Lieferwagen des Nachbarn in Frau Kaisers Einfahrt. „Jetzt schlägt’s aber dreizehn“, sagt sie und greift zum Telefon.

  • Erst kommt Niklas zu spät zum Training, dann hat er auch noch die Fußballschuhe vergessen. Die Trainerin verschränkt die Arme: „Jetzt schlägt’s dreizehn. Du läufst heute Extrarunden.“

  • Die Werkstatt verlangt 200 Euro für eine Reparatur, die Jens nie in Auftrag gegeben hat. „Jetzt schlägt’s dreizehn!“, schreibt er in seine Bewertung.

Häufige Fragen

Warum ausgerechnet dreizehn?

Eine Uhr schlägt höchstens zwölfmal, ein dreizehnter Schlag wäre einer zu viel. Außerdem gilt die Dreizehn im Volksglauben als Unglückszahl, worauf auch der Duden hinweist.

Schreibt man „schlägt’s“ oder „schlägts“?

Beides ist korrekt. Das DWDS verzeichnet „schlägt’s“, „schlägts“ und „schlägt es“, außerdem die Schreibung mit der Ziffer 13.

Wie sagt man „Jetzt schlägt’s dreizehn“ auf Englisch?

Gebräuchlich sind „That’s the last straw!“ oder „That’s the limit!“. Beide sagen wie die deutsche Wendung, dass jetzt eine Grenze überschritten ist.

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