Sprichwörter über Streit
Wer sich streitet, wer davon profitiert und was aus dem Wald zurückschallt: Sprichwörter über Konflikte und ihre Folgen.
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- Angriff ist die beste VerteidigungWer selbst die Initiative ergreift, muss sich nicht gegen die Angriffe anderer wehren.
- Auf den Putz hauenAusgelassen feiern, angeben oder lautstark protestieren, je nach Zusammenhang.
- Auge um Auge, Zahn um ZahnWer anderen schadet, soll Gleiches zurückbekommen: der Grundsatz der genau abgemessenen Vergeltung.
- Aus einer Mücke einen Elefanten machenEine Kleinigkeit maßlos aufbauschen und so tun, als sei sie ein riesiges Problem.
- Das bringt das Fass zum ÜberlaufenEin weiterer, oft kleiner Ärger macht eine ohnehin angespannte Lage unerträglich, sodass jemandem endgültig der Kragen platzt.
- Den Kürzeren ziehenIn einem Streit, Wettbewerb oder Vergleich verlieren und den Nachteil hinnehmen müssen.
- Den Spieß umdrehenEinen Angriff oder Vorwurf gegen den richten, von dem er ausging, und so aus der Verteidigung heraus selbst zum Angreifer werden.
- Der Klügere gibt nachWer in einem sinnlosen Streit als Erster einlenkt, beweist Vernunft und keine Schwäche.
- Der Ton macht die MusikWie man etwas sagt, entscheidet oft mehr über die Wirkung als das, was man sagt.
- Die Nase voll habenVon etwas oder jemandem endgültig genug haben und nichts mehr davon wissen wollen.
- Ein Fass aufmachenViel Wirbel um etwas machen oder ein heikles Thema anschneiden; seltener auch: ausgelassen feiern.
- Fersengeld gebenDavonlaufen und die Flucht ergreifen, statt sich einer Gefahr oder einer Auseinandersetzung zu stellen.
- Getroffene Hunde bellenWer sich gegen eine Kritik besonders heftig wehrt, verrät damit oft, dass sie zutrifft.
- Haare auf den Zähnen habenStreitbar, schlagfertig und rechthaberisch sein und sich mit scharfen Worten durchsetzen.
- HerrschaftszeitenBairischer und österreichischer Ausruf der Ungeduld und Verärgerung, oft verstärkt zu „Herrschaftszeiten nochmal!“.
- Himmel, Arsch und ZwirnDerber Fluch, mit dem man seinem Ärger oder seiner Wut über etwas oder jemanden Luft macht.
- Hunde, die bellen, beißen nichtWer laut droht und schimpft, macht seine Drohungen meist nicht wahr. Gefährlicher sind oft die Stillen.
- Ich glaub, ich spinneUmgangssprachlicher Ausruf der Empörung oder Fassungslosigkeit, wenn etwas so absurd ist, dass man am eigenen Verstand zweifelt.
- Ins Gras beißenSterben, besonders gewaltsam oder im Kampf; übertragen auch scheitern oder verlieren.
- Jeder kehre vor seiner eigenen TürWer andere kritisiert, soll sich zuerst um die eigenen Fehler und Angelegenheiten kümmern.
- Jemandem auf den Keks gehenJemandem lästig werden und ihn mit ständigem Reden, Fragen oder einem bestimmten Verhalten nerven.
- Jemandem auf der Nase herumtanzenJemanden nicht ernst nehmen und tun, was man will, weil er sich nicht durchsetzt.
- Jemandem den Kopf waschenJemanden scharf zurechtweisen und ihm unmissverständlich sagen, was er falsch gemacht hat.
- Jemandem den Rang ablaufenJemanden überflügeln: ihn in einem Wettbewerb übertreffen und von seinem Platz an der Spitze verdrängen.
- Jemandem die kalte Schulter zeigenJemanden demonstrativ links liegen lassen, ihn abweisend behandeln oder ein Angebot betont kühl ablehnen.
- Jemandem die Leviten lesenJemandem eine ernste, ausführliche Strafpredigt halten und ihn nachdrücklich an seine Pflichten erinnern.
- Jemandem die Schau stehlenDie Aufmerksamkeit, die eigentlich einem anderen gilt, auf sich ziehen und ihn damit in den Schatten stellen.
- Jemandem einen Strich durch die Rechnung machenJemandes Pläne durchkreuzen, sodass sein Vorhaben scheitert oder nicht wie gedacht aufgeht.
- Jemanden auf die Palme bringenJemanden so sehr ärgern oder reizen, dass er wütend wird.
- Jetzt schlägt’s dreizehnUmgangssprachlicher Ausruf, wenn etwas zu weit geht und das erträgliche Maß überschritten ist; auch Ausdruck ungläubigen Staunens.
- KruzitürkenDerber, vor allem süddeutscher Ausruf des Zorns oder des Erstaunens, wohl zusammengezogen aus „Kruzifix“ und „Türken“.
- Leben und leben lassenMan führt sein eigenes Leben und gesteht anderen dasselbe Recht zu, ohne ihnen dreinzureden.
- Man sieht sich immer zweimal im LebenMenschen begegnen sich oft später wieder, darum zahlt sich fairer Umgang aus. Je nach Ton ist der Satz ein freundlicher Abschied oder eine Drohung.
- Mit dem ist nicht gut Kirschen essenMit diesem Menschen legt man sich besser nicht an: Er ist schwierig, streitlustig oder unberechenbar.
- Nach jemandes Pfeife tanzenSich ganz dem Willen eines anderen fügen und tun, was er verlangt, ohne eigenen Spielraum.
- Öl ins Feuer gießenEinen Streit oder eine ohnehin gereizte Stimmung durch Worte oder Taten noch weiter anheizen.
- Rache ist süßEs verschafft Genugtuung, jemandem ein erlittenes Unrecht oder eine Niederlage heimzuzahlen.
- Schlafende Hunde soll man nicht weckenEin ruhendes Problem oder einen eingeschlafenen Streit soll man nicht unnötig aufrühren, sonst holt man sich selbst Ärger ins Haus.
- Viele Köche verderben den BreiWenn zu viele Leute bei einer Aufgabe mitreden und mitentscheiden, wird das Ergebnis schlechter statt besser.
- Was sich liebt, das neckt sichWer sich gern hat, zieht sich oft gegenseitig auf; kleine Sticheleien können ein Zeichen von Zuneigung sein.
- Wenn zwei sich streiten, freut sich der DritteBei einem Streit profitiert oft ein Unbeteiligter, während sich die Streitenden gegenseitig schwächen.
- Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hineinWer anderen schaden will, schadet damit am Ende oft sich selbst.
- Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfenWer selbst Fehler hat, sollte andere nicht für genau diese Fehler angreifen.
- Wer Wind sät, wird Sturm erntenWer Unruhe, Streit oder Hass stiftet, muss mit weit schlimmeren Folgen rechnen.
- Wer zuletzt lacht, lacht am bestenWer zu früh triumphiert, kann sich irren, denn am Ende zählt, wie die Sache ausgeht.
- Wie du mir, so ich dirIch behandle dich so, wie du mich behandelt hast: Gutes wird mit Gutem, Schlechtes mit Schlechtem vergolten.
- Wie Hund und KatzeStändig im Streit miteinander, so verfeindet, dass zwei sich einfach nicht vertragen.
- Zum Teufel noch malUmgangssprachlicher Ausruf von Ärger und Ungeduld; in Fragen verstärkt „zum Teufel“ die Ungeduld, etwa „Wo, zum Teufel, ist mein Schlüssel?“.
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