Kruzitürken
Kurz gesagt
Derber, vor allem süddeutscher Ausruf des Zorns oder des Erstaunens, wohl zusammengezogen aus „Kruzifix“ und „Türken“.
- Auf Englisch
- Damn it!
- Confound it!
Was bedeutet „Kruzitürken“?
„Kruzitürken!“ ist ein salopper Fluch, mit dem man Wut, Ärger oder auch Verblüffung ausdrückt. Der Duden nennt beide Bedeutungen, den Ausruf der Verwünschung und des Zorns sowie den des Erstaunens, und das DWDS übernimmt diese Einteilung. Wiktionary ordnet das Wort dem Bairischen, Fränkischen und Badischen zu; man hört es also vor allem in Bayern, Franken und Baden und im bairischen Sprachraum Österreichs. Typische Anlässe sind der Hammer auf dem Daumen, der Zug, der vor der Nase abfährt, oder der Computer, der kurz vor dem Speichern abstürzt.
Der Duden kennzeichnet das Wort als veraltend und weist darauf hin, dass es oft als diskriminierend empfunden wird, weil es die „Türken“ in einen Fluch einbaut. Auch wenn der Fluch auf Ereignisse vor Jahrhunderten zurückgeht, kann er verletzend wirken, gerade gegenüber Menschen mit türkischen Wurzeln. Wer niemanden vor den Kopf stoßen will, greift zu einem Ausruf ohne diesen Beiklang, etwa „Herrschaftszeiten“.
Woher kommt „Kruzitürken“?
Der Duden erklärt „Kruzitürken“ als wohl zusammengezogen aus „Kruzifix“ und „Türken“, vielleicht geprägt zur Zeit der Türkeneinfälle im 16. und 17. Jahrhundert. Mit dem ersten Teil wäre im Fluch also das Kruzifix angerufen, das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus. Die „Türken“ standen damals für die Heere des Osmanischen Reiches, die in den Türkenkriegen bis vor Wien zogen und in Süddeutschland und Österreich als ständige Bedrohung galten.
Wiktionary nennt eine zweite Deutung: Der erste Teil könne auch auf die Kuruzen zurückgehen, ungarische Aufständische, die in den Kriegen des 16. und 17. Jahrhunderts als Unterstützer der Osmanen galten. Gesichert ist keine der beiden Erklärungen, der Duden formuliert seine eigene mit „wohl“ und „vielleicht“. Ein Erstbeleg des Ausrufs ist nicht bekannt.
Beispiele aus dem Alltag
Sepp schlägt beim Zaunbauen daneben und trifft den eigenen Daumen. „Kruzitürken, des tut weh!“
Die Regionalbahn nach Rosenheim fällt schon wieder aus. Herr Maier knüllt den Fahrplan zusammen: „Kruzitürken, jeden Montag dasselbe!“
Als die Tochter verkündet, dass sie die Meisterprüfung als Jahrgangsbeste bestanden hat, entfährt dem Vater ein staunendes „Kruzitürken!“.
Häufige Fragen
Ist „Kruzitürken“ diskriminierend?
Der Duden weist darauf hin, dass „Kruzitürken“ oft als diskriminierend empfunden wird, weil es die Türken in einen Fluch einbaut. Wer niemanden vor den Kopf stoßen will, weicht auf einen Ausruf wie „Herrschaftszeiten“ aus.
Was bedeutet „Kruzi“ in „Kruzitürken“?
„Kruzi“ ist nach dem Duden eine Verkürzung von „Kruzifix“, dem Kreuz mit dem gekreuzigten Christus. Wiktionary nennt als weitere Möglichkeit die Kuruzen, ungarische Aufständische der Türkenkriegszeit.
Wo sagt man „Kruzitürken“?
Wiktionary ordnet „Kruzitürken“ dem Bairischen, Fränkischen und Badischen zu. Zu hören ist der Fluch daher vor allem in Bayern, Franken, Baden und Österreich.
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