Sapperlot
Kurz gesagt
Veralteter, landschaftlich noch gebrauchter Ausruf der Verwunderung oder des Ärgers, ursprünglich ein verhüllter Fluch beim Namen Gottes.
- Auf Englisch
- Good heavens!
- Gosh!
- Auch gesagt
- Sackerlot
- Sapperment
Was bedeutet „Sapperlot“?
„Sapperlot!“ ist ein Ausruf der Verwunderung, des Unwillens oder des Zorns. So beschreibt ihn der Duden und kennzeichnet ihn als veraltet, aber landschaftlich noch gebräuchlich. Das DWDS unterscheidet zwei Verwendungen: als Ausruf bewundernder Überraschung und, gelegentlich ironisch, als Ausruf des Ärgers. Typisch ist der anerkennende Ton: „Sapperlot, das hätte ich ihm gar nicht zugetraut!“, lautet das Beispiel im Duden.
Heute klingt das Wort nach Großvater, Landgasthof und Heimatkrimi, und das DWDS nennt den Gebrauch oft altertümelnd. Gerade deshalb setzt man es gern mit einem Lächeln ein, etwa wenn ein Kind etwas Erstaunliches vollbringt oder der Nachbar sein Haus über Nacht frisch gestrichen hat. Als Fluch hört es kaum jemand mehr, obwohl es genau daher stammt. Ärger lässt sich damit nur mit einem ironischen Unterton ausdrücken. Verwandt ist das noch ältere „Sackerlot“, aus dem „Sapperlot“ durch Entstellung hervorgegangen ist, und die derbere Form „Sapperment“.
Woher kommt „Sapperlot“?
„Sapperlot“ ist ein entschärfter Fluch. Laut Wolfgang Pfeifers Etymologischem Wörterbuch, das im DWDS steht, wurde im 17. Jahrhundert „sackerlot“ aus dem französischen „sacrelotte“ entlehnt. Das war selbst schon eine verhüllende Bildung nach „sacredieu“ (entstellt auch „sacrebleu“), also nach „sacré nom de Dieu“, „geheiligter Name Gottes“. Durch eine weitere Entstellung entstand, ebenfalls im 17. Jahrhundert, „sapperlot“, nach dem französischen „saperlotte“.
Der Ausruf gehört damit in eine Reihe mit „Sakrament“, „Sakra“, „Sackerment“ und „Sapperment“, die Pfeifer seit dem 16. Jahrhundert als derbe Ausdrücke des Erstaunens und der Entrüstung belegt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie etwas Heiliges im Fluch anrufen und es zugleich durch Verdrehung unkenntlich machen. Der Duden führt „sackerlot“ ebenfalls auf „sacre nom (de Dieu)“ zurück und kennzeichnet es als veraltet.
Beispiele aus dem Alltag
Der zwölfjährige Ben bringt den alten Rasenmäher seines Opas wieder zum Laufen, der seit Jahren in der Garage stand. „Sapperlot, der schnurrt ja wie neu!“
Frau Huber geht die Nebenkostenabrechnung durch und schüttelt den Kopf. „Sapperlot, 300 Euro für den Hausmeister?“
In der Theater-AG spielt Ella einen Gutsherrn und ruft mit tiefer Stimme: „Sapperlot, wer hat meinen Hut gestohlen?“
Häufige Fragen
Was bedeutet „Sapperlot“ wörtlich?
„Sapperlot“ ist eine Entstellung des französischen „sacré nom de Dieu“, also „geheiligter Name Gottes“. Über „sackerlot“ und „saperlotte“ wurde daraus ein harmloser deutscher Ausruf.
Ist „Sapperlot“ ein Schimpfwort?
„Sapperlot“ beschimpft niemanden. Es ist ein Ausruf der Verwunderung oder des Ärgers, der heute veraltet und meist scherzhaft klingt.
Wo sagt man noch „Sapperlot“?
Der Duden nennt den Ausruf veraltet, aber noch landschaftlich gebräuchlich, ohne bestimmte Gegenden zu nennen. Häufig dient er als bewusst altertümliche Würze, etwa in Romanen oder auf der Bühne.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Der Ton macht …