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Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten

Kurz gesagt

Um den Martinstag am 11. November fällt oft der erste Schnee: Der Winter kommt wie Sankt Martin auf einem weißen Pferd.

Auch gesagt
Zu Martin kommt der Winter auf einem Schimmel geritten

Was bedeutet „Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten“?

Die Bauernregel spielt mit dem Bild des heiligen Martin, der in Legenden und bei Martinsumzügen auf einem Pferd reitet. Der Schimmel, das weiße Pferd, steht für Schnee: Um den 11. November, so die Regel, kommt der Winter mit den ersten Flocken. „Nach alten Sitten“ heißt so viel wie „wie es Brauch ist“ und reimt sich auf „geritten“. Ältere Fassungen sagen es direkter: Zu Martin kommt der Winter auf einem Schimmel. Heute wird der Spruch vor allem rund um die Laternenumzüge zitiert, meist mit einem Augenzwinkern und selten als ernste Vorhersage.

Als Vorhersage trifft die Regel vor allem in höheren Lagen zu. In den Alpen und in den höheren Mittelgebirgen fällt Mitte November häufig Schnee, im Flachland bleibt eine Schneedecke um diese Zeit eher die Ausnahme. Untersucht hat die Schimmel-Regel, soweit bekannt, niemand. Eine andere Martini-Regel hat der Deutsche Wetterdienst dagegen geprüft, die über Nebel und trübes Wetter am Martinstag. Wichtig ist der Kalender: Vor der Kalenderreform von 1582 lag der Martinstag nach heutiger Rechnung etwa auf dem 21. November. Schon Wander rechnet in einer seiner Martini-Regeln mit diesem „alten Martini“.

Woher kommt „Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten“?

Martin von Tours war Soldat, später Mönch und Bischof von Tours. Am 11. November 397 wurde er begraben, daher stammt der Termin des Martinstags. Nach der bekanntesten Legende teilte er als Reiter seinen Mantel mit einem frierenden Bettler, deshalb zeigen ihn Bilder und Umzüge zu Pferd. Der Martinstag war außerdem Zinstag, an dem Abgaben fällig wurden und Dienst- und Pachtverhältnisse begannen oder endeten.

Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) die Fassung „Zu Martin kommt der Winter auf einem Schimmel geritten“ aus dem schlesischen Oels. Unter demselben Stichwort stehen viele weitere Winterregeln, etwa „Auf Sanct Martin kommt der Winter“. Die gereimte Form mit „nach alten Sitten“ ist in heutigen Sammlungen verbreitet. Wann sie entstanden ist, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am Martinsabend schneit es in Oberstdorf zum ersten Mal. Die Kinder ziehen mit Laternen durch die Straßen, und Opa Sepp sagt: „Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten.“

  • Vor dem Kindergarten in Düsseldorf wartet ein Reiter auf einem weißen Pferd. Erzieherin Jana flüstert der Kollegin zu: „Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten. Heute halt ohne Schnee.“

  • In der Fahrschule fragt Lehrer Becker, wann die Winterreifen drauf sollten. Ein Schüler grinst: „Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten. Also spätestens jetzt.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten“?

Für Berglagen oft, für das Flachland selten. In den Alpen und höheren Mittelgebirgen fällt um den 11. November häufig Schnee, im Tiefland ist eine Schneedecke zu dieser Zeit die Ausnahme.

Was bedeutet der Schimmel in der Martini-Bauernregel?

Der Schimmel, ein weißes Pferd, steht für Schnee. Die Regel verbindet das Pferd des heiligen Martin mit dem ersten Schnee um den Martinstag.

Warum ist der Martinstag am 11. November?

Martin von Tours wurde am 11. November 397 begraben. Dieser Tag wurde zu seinem Gedenktag und im Bauernjahr zu einem wichtigen Stichtag.

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