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Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr sein

Kurz gesagt

Das Wetter um den 25. November, den Katharinentag, soll sich an Neujahr wiederholen.

Auch gesagt
Wie’s Wetter um Kathrein, wird es auch zu Neujahr sein
Wie das Wetter um Kathrein, wird’s den ganzen Winter sein
Wie Katharinentag, wird der nächste Jänner sein

Was bedeutet „Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr sein“?

Die Bauernregel sagt: Wie das Wetter am Kathreinstag, dem 25. November, so wird es an Neujahr sein. Kathrein ist die volkstümliche Form von Katharina, gemeint ist die heilige Katharina von Alexandrien. Ihr Tag liegt kurz vor dem Advent und war im Bauernjahr ein Einschnitt: Die Feldarbeit ruhte, das Vieh stand im Stall, und mit dem bekannten Spruch „Kathrein stellt den Tanz ein“ endete die Zeit der Tanzvergnügen vor der stillen Adventszeit. Die Wetterregel schaut von diesem Tag aus gut fünf Wochen voraus, über den Advent hinweg bis zum Jahreswechsel.

Ob das Wetter um Kathrein und an Neujahr zusammenhängt, hat, soweit bekannt, niemand untersucht. Schon die Überlieferung ist uneinheitlich: Andere Fassungen beziehen den Kathreinstag auf den ganzen Winter, auf den nächsten Januar oder auf den Februar. Diese Beliebigkeit spricht eher gegen einen festen Zusammenhang. Der Deutsche Wetterdienst hat für Martini immerhin gezeigt, dass trübes, feuchtes Wetter Mitte November häufig einen zu milden Winter einleitet. Für einen einzelnen Tag fünf Wochen später lässt sich daraus nichts ableiten. Vor der Kalenderreform von 1582 lag der Kathreinstag nach heutigem Kalender etwa auf dem 5. Dezember.

Woher kommt „Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr sein“?

Katharina von Alexandrien ist eine legendäre Märtyrerin des frühen Christentums. Ihr Gedenktag ist der 25. November. Weil öffentliche Tänze in der geschlossenen Zeit des Advents verboten waren, feierte man vorher gern noch den Kathreintanz.

Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) „Wie Sanct Kath’rein, wird ’s Neujahr sein“ und unter dem Stichwort „Katharinentag“ nach einer Quelle mit dem Kurztitel „Egerbote“ von 1879 „Wie Katharinentag, wird der nächste Jänner sein“. Eine weitere Fassung bei Wander bezieht den Tag auf den Februar. Daneben stehen Regeln, die mit Kathrein den Winter beginnen lassen, etwa mundartlich „Käthrein, laot da Winter rein“. Heute ist die Neujahrsregel unter anderem im Salzburgwiki als „Wie’s Wetter um Kathrein, wird es auch zu Neujahr sein“ zu finden. Wann sie entstanden ist, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 25. November fegt in Linz ein eisiger Wind über den Hauptplatz. Marktfrau Resi zieht die Mütze tiefer: „Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr sein. Dann wird Silvester ungemütlich.“

  • Im Trachtenverein in Rosenheim steigt der letzte Ball vor dem Advent. „Kathrein stellt den Tanz ein“, sagt die Vorsitzende, und ihr Mann ergänzt mit Blick auf den Schnee: „Und wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr sein.“

  • Lina plant eine Silvesterwanderung und freut sich über den milden Novembertag. Ihr Onkel meint: „Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr sein. Pack die Sonnenbrille ein.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr sein“?

Geprüft hat sie, soweit bekannt, niemand. Ein Zusammenhang zwischen dem Wetter am 25. November und an Neujahr ist nicht belegt, und die überlieferten Fassungen nennen sogar verschiedene Zielmonate.

Was bedeutet „Kathrein stellt den Tanz ein“?

Mit dem Kathreinstag am 25. November endete früher die Zeit der Tanzveranstaltungen, weil im Advent öffentliche Tänze verboten waren. Deshalb feierte man vorher noch einmal den Kathreintanz.

Wer ist Kathrein?

Kathrein ist die volkstümliche Form von Katharina. Gemeint ist die heilige Katharina von Alexandrien, deren Gedenktag am 25. November ist.

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