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Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestellt

Kurz gesagt

Das Wetter am 24. August, dem Bartholomäustag, soll anzeigen, wie der ganze Herbst wird.

Auch gesagt
Wie Bartholomäus sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt
Wie der Bartholomäustag sich hält, ist der ganze Herbst bestellt

Was bedeutet „Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestellt“?

Die Regel sagt: Wie das Wetter am Bartholomäustag, dem 24. August, ist, so wird der ganze Herbst. „Bestellt“ heißt hier festgelegt, wie in der Siebenschläferregel „ist es sieben Wochen lang bestellt“. Bartholomäus markierte im Bauernjahr das Ende des Sommers: Die Getreideernte war weitgehend eingebracht, das Grummet, der zweite Grasschnitt, wurde gemäht, und in manchen Gegenden fiel ab diesem Tag die Vesper am Nachmittag weg, weil die Tage kürzer wurden. „Der Herbst fängt um Bartholomäi an“, sagt eine andere Regel. Auch für die Winzer zählte der Tag, weil man von ihm auf die Weinlese schloss.

Für einen ganzen Herbst ist ein einzelner Tag als Vorhersage zu wenig. Das Wetterportal wetter.de berichtet, ohne die Untersuchung zu nennen, auf einen überdurchschnittlich warmen 24. August folge in zwei von drei Jahren ein warmer Herbst, vor allem im Oktober und November. Den September könne man daraus nicht ableiten, und ein kühler Bartholomäustag sage gar nichts. Eine Trefferquote von zwei Dritteln wäre für eine Bauernregel ordentlich, als Prognose bleibt sie unsicher. Falls die Regel aus der Zeit vor der Kalenderreform von 1582 stammt, meinte sie nach heutigem Kalender den 3. September.

Woher kommt „Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestellt“?

Bartholomäus war einer der zwölf Apostel. Nach der Legende wurde er bei lebendigem Leib gehäutet, deshalb zeigen ihn Bilder seit dem 13. Jahrhundert mit Messer und abgezogener Haut, so auch Michelangelos Jüngstes Gericht in der Sixtinischen Kapelle. Er ist Patron unter anderem der Bauern, Winzer, Gerber und Metzger. Sein Gedenktag ist der 24. August.

Wander verzeichnet die Regel 1867 im ersten Band des Deutschen Sprichwörter-Lexikons als „Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestellt“ und verweist auf Karl Simrocks Sammlung „Die deutschen Sprichwörter“ von 1846. Eine Mundartfassung aus Euskirchen lautet „Sou wä sich Bartolomee hält, sou is de ganze Hierwst bestellt“. Wann die Regel entstand, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 24. August regnet es in Rüdesheim wie aus Eimern. Kellermeister Kraus brummt: „Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestellt. Dann wird das eine nasse Lese.“

  • Im Seniorenheim liest Pflegerin Dana das Kalenderblatt vor: „24. August, Bartholomäus. Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestellt.“ Herr Winkler ruft: „Dann bitte heute Sonne!“

  • Paula plant eine Herbstwanderung durch den Schwarzwald. Ihr Vater meint am Telefon: „Heute war’s warm. Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestellt. Buch ruhig.“

Häufige Fragen

Wann ist der Bartholomäustag?

Der Bartholomäustag ist der 24. August, der Gedenktag des Apostels Bartholomäus. Im Bauernjahr galt er als Ende des Sommers und Beginn des Herbstes.

Stimmt die Bauernregel zu Bartholomäus?

Die Regel zu Bartholomäus stimmt nur sehr eingeschränkt. Laut einer Auswertung, die das Wetterportal wetter.de ohne Quellenangabe nennt, folgt auf einen warmen 24. August in zwei von drei Jahren ein warmer Oktober und November. Für den September und nach einem kühlen Bartholomäustag gilt das nicht.

Was bedeutet „bestellt“ in der Bauernregel?

„Bestellt“ heißt hier so viel wie festgelegt oder angeordnet. Die Regel meint: Das Wetter am Bartholomäustag legt fest, wie der Herbst wird.

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