Sprichwörter über Wetter und Natur
Bauernregeln und Bilder aus der Natur: vom Morgenrot über den launischen April bis zum steten Tropfen, der den Stein höhlt.
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- Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegenRegen im September ist für die Landwirtschaft willkommen, weil er der frisch gesäten Herbstsaat beim Keimen hilft.
- An Fabian und Sebastian soll der Saft in die Bäume gahnUm den 20. Januar, den Tag der Heiligen Fabian und Sebastian, sollen die Bäume aus der Winterruhe erwachen und der Saft wieder steigen.
- An Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederumUm den 25. März, das Fest Mariä Verkündigung, sollen die Schwalben aus dem Süden zurückkehren.
- April, April, der macht, was er willDas Wetter im April wechselt ständig zwischen Sonne, Regen, Graupel und manchmal sogar Schnee.
- Auf Regen folgt SonnenscheinNach schweren Zeiten kommen auch wieder bessere.
- Auf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in BlüteUm den 23. April, den Georgstag, sollen die Obstbäume in voller Blüte stehen.
- Aus allen Wolken fallenVöllig überrascht sein, meist von einer unangenehmen Nachricht, mit der man nicht gerechnet hat.
- Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben magWie das Wetter um den 27. Juni ist, so soll es die folgenden sieben Wochen bleiben, also bis weit in den August hinein.
- Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehenÜber lauter Einzelheiten das Ganze oder das Offensichtliche aus dem Blick verlieren.
- Der Apfel fällt nicht weit vom StammKinder ähneln ihren Eltern, in Begabungen genauso wie in Macken.
- Die Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste GärtnerinMit dem Gertrudentag am 17. März beginnt nach altem Brauch die Arbeit im Garten.
- DonnerlittchenLandschaftlicher, besonders norddeutscher Ausruf des Erstaunens und der Bewunderung, etwa im Sinne von „Donnerwetter!“.
- DonnerwetterAusruf bewundernden Staunens oder, als „Zum Donnerwetter!“, des Ärgers; als Substantiv auch eine heftige Strafpredigt.
- Ein feuchter, fauler März ist des Bauern SchmerzEin nasser, trüber März schadet der Landwirtschaft, weil sich Feldarbeit und Aussaat verzögern.
- Eine Schwalbe macht noch keinen SommerEin einzelnes gutes Zeichen beweist noch nicht, dass sich eine Lage wirklich und dauerhaft gebessert hat.
- Geht Barbara im Klee, kommt das Christkind im SchneeIst es am 4. Dezember, dem Barbaratag, mild und grün, soll es an Weihnachten schneien.
- Georgus und Marks, die bringen oftmals was Arg’sUm den Georgstag am 23. und den Markustag am 25. April droht oft noch ein Kälterückfall mit Frost, Schnee oder Sturm.
- Gewitter im Mai, schreit der Bauer juchheiGewitter im Mai gelten als gutes Zeichen für die Ernte, weil sie warmen Regen in der Wachstumszeit bringen.
- Grüne Weihnachten, weiße OsternBleibt es an Weihnachten mild und schneefrei, soll es dafür an Ostern noch einmal winterlich werden.
- Hängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneidenIst es an Weihnachten so kalt, dass Eis an den Weiden hängt, soll der Frühling früh kommen und zu Ostern schon alles grünen.
- Hundstage hell und klar, zeigen an ein gutes JahrSind die heißen Wochen zwischen Ende Juli und Ende August sonnig und klar, soll die Ernte gut ausfallen.
- Ich glaub, ich steh im WaldUmgangssprachlicher Ausruf der Verwunderung oder Entrüstung, wenn man etwas nicht fassen kann.
- Im Dezember Schnee und Frost, das verheißt viel Korn und MostEin kalter Dezember mit Schnee soll im nächsten Jahr eine gute Getreide- und Obsternte bringen.
- Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geratenWas im Spätsommer und Herbst gut geerntet werden soll, vor allem Obst und Wein, braucht im Juli viel Hitze und Sonne.
- Ins Wasser fallenNicht stattfinden oder scheitern: Ein geplantes Vorhaben fällt aus oder lässt sich nicht verwirklichen.
- Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansagIst es am 1. September, dem Ägidiustag, sonnig und klar, soll ein schöner Herbst folgen.
- Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinterHat es bis zum 6. Januar noch keinen richtigen Winter gegeben, soll auch danach keiner mehr kommen.
- Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den HutSelbst ein freundlicher April bringt meist irgendwann noch einmal Schnee.
- Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heißEin sonniger, schneereicher Januar soll einen heißen Sommer ankündigen.
- Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und FassEin kühler, regnerischer Mai soll eine reiche Ernte bringen: volle Scheunen mit Getreide und volle Fässer mit Wein.
- Ist der November kalt und klar, wird mild und trüb der JanuarIst der November kalt und sonnig, soll ein milder, wolkenreicher Januar folgen.
- Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter dreinIst der Oktober warm und schön, soll ein strenger, kalter Winter folgen.
- Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter seinIst der 2. Februar sonnig und klar, soll der Winter noch lange dauern. Trübes, stürmisches Wetter an Lichtmess verspricht dagegen einen frühen Frühling.
- Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weißEine heiße erste Augustwoche soll einen langen, schneereichen Winter ankündigen.
- Jakobi klar und rein, wird’s Christfest frostig seinIst der 25. Juli, der Jakobitag, klar und sonnig, soll Weihnachten kalt und frostig werden.
- Juni trocken mehr als nass, füllt mit gutem Wein das FassEin eher trockener als nasser Juni soll einen guten Weinjahrgang bringen, weil die Reben in dieser Zeit blühen und dafür Wärme und trockenes Wetter brauchen.
- Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es istEin Scherzspruch über Bauernregeln: Kräht der Hahn, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Die Vorhersage stimmt also immer.
- Laurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tutIst das Wetter am 10. August, dem Laurentiustag, heiter und schön, soll ein schöner Herbst folgen.
- Lichtmess im Klee, Ostern im SchneeIst es an Lichtmess, dem 2. Februar, so mild, dass die Wiesen grünen, soll es zu Ostern noch einmal schneien.
- Luzen macht den Tag stutzenAm Luciatag, dem 13. Dezember, soll der kürzeste Tag des Jahres sein, danach werden die Tage wieder länger.
- Mairegen bringt SegenRegen im Mai gilt als Glück für Felder, Wiesen und Gärten, weil er die Pflanzen in ihrer stärksten Wachstumszeit mit Wasser versorgt.
- Mariä Geburt fliegen die Schwalben furtUm den 8. September, das Fest Mariä Geburt, verlassen die Schwalben ihre Brutplätze und ziehen nach Süden.
- Mariä Heimsuch wird’s bestellt, wie’s Wetter vierzig Tag sich hältWie das Wetter am 2. Juli, dem Fest Mariä Heimsuchung, ist, so soll es die folgenden vierzig Tage bleiben, also bis Mitte August.
- Mariä Himmelfahrt Sonnenschein bringt guten WeinScheint am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, die Sonne, soll es einen guten Weinjahrgang geben.
- Maria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gernAm 22. Juli, dem Tag der Maria Magdalena, soll es oft regnen, so wie sie am leeren Grab um Jesus weinte.
- Märzenschnee tut den Saaten wehSchnee im März schadet der Saat, die schon in der Erde ist oder gerade aufgeht.
- Märzenstaub bringt Gras und LaubIst der März so trocken, dass es auf Wegen und Feldern staubt, sollen Wiesen und Bäume im Frühjahr gut wachsen.
- Mattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er einsUm den 24. Februar, den Matthiastag, wendet sich der Winter: Entweder taut das Eis, oder es kommt noch einmal Frost.
- Morgenrot, schlecht Wetter droht; Abendrot, gut WetterbotEin rot leuchtender Morgenhimmel kündigt oft Regen an, ein roter Abendhimmel eher schönes Wetter.
- Oktoberhimmel voller Sterne hat warme Öfen gerneKlare Sternennächte im Oktober sind kalt, deshalb braucht man in ihnen einen warmen Ofen.
- Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer PlatzErst wenn die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind, ist die Gefahr von Nachtfrost gebannt und der Sommer kann kommen.
- Pauli Bekehr, der halbe Winter hin, der halbe herAm 25. Januar, dem Fest Pauli Bekehrung, soll die eine Hälfte des Winters vorbei sein und die andere noch bevorstehen.
- Potz BlitzVeralteter Ausruf der Verwunderung, heute meist scherzhaft oder bewusst altertümlich gebraucht.
- Regnet’s am Michaelistag, folgt milder Winter nachRegnet es am 29. September, dem Michaelistag, soll der folgende Winter mild ausfallen.
- Sankt Gallen lässt den Schnee fallenUm den 16. Oktober, den Gallustag, soll der erste Schnee fallen.
- Sankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel gerittenUm den Martinstag am 11. November fällt oft der erste Schnee: Der Winter kommt wie Sankt Martin auf einem weißen Pferd.
- Schnee von gesternEtwas, das vorbei ist und niemanden mehr interessiert, weil es längst bekannt oder überholt ist.
- Schneit’s im Oktober gleich, wird der Winter weichFällt schon im Oktober Schnee, soll der folgende Winter mild ausfallen.
- Steter Tropfen höhlt den SteinMit Ausdauer erreicht man auch Schwieriges, wenn man nur immer wieder dranbleibt.
- Stille Wasser sind tiefWer ruhig und unauffällig wirkt, hat oft mehr Gedanken, Gefühle oder Fähigkeiten, als man ihm zutraut.
- Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im WinterGibt es im Oktober viele Nebeltage, soll der folgende Winter schneereich werden.
- Vor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegenBis zum 24. Juni, dem Johannistag, ist Regen für die Felder erwünscht, danach stört er Heuernte und reifendes Getreide.
- Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber istErst nach dem 15. Mai, dem Tag der Kalten Sophie, soll die Gefahr von Nachtfrost vorbei sein, sodass empfindliche Pflanzen ins Freie dürfen.
- Wächst das Gras im Januar, wächst es schlecht das ganze JahrWird es im Januar so mild, dass das Gras schon wächst, soll das ganze Jahr schlecht gedeihen.
- Was Sankt Medardus für Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fälltDas Wetter am 8. Juni, dem Medardustag, soll sich bis in die Erntezeit halten: Regnet es an Medardus, droht eine nasse Ernte.
- Wasser findet seinen WegWer beharrlich und beweglich bleibt, kommt um Hindernisse herum, so wie sich Wasser immer einen Durchgang sucht.
- Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und KornEin stürmischer April mit Donner soll eine gute Heu- und Getreideernte ankündigen.
- Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’nFriert es schon um den Martinstag am 11. November, soll es zu Weihnachten mild und matschig sein.
- Wenn die Schwalben tief fliegen, gibt es RegenFliegen Schwalben dicht über dem Boden, kommt bald Regen. Der Grund sind die Insekten, die sie jagen.
- Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März die Ohren wärmenIst es im Februar so mild, dass Mücken tanzen, soll der März umso kälter werden.
- Wenn kalt und nass der Juni war, verdirbt er meist das ganze JahrEin kühler, verregneter Juni gilt als schlechtes Zeichen für das ganze Erntejahr, weil er Heu, Getreide und Wein in einer entscheidenden Zeit schadet.
- Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelindIst es um den 11. November, den Martinstag, neblig und trüb, soll ein milder Winter folgen.
- Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuerFriert es am 22. Februar, dem Fest Petri Stuhlfeier, sollen in diesem Jahr noch vierzehn weitere Frostnächte folgen.
- Wenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gutStarker Tau am Morgen zeigt im August an, dass das schöne Wetter vorerst anhält.
- Wer Wind sät, wird Sturm erntenWer Unruhe, Streit oder Hass stiftet, muss mit weit schlimmeren Folgen rechnen.
- Wie aus heiterem HimmelVöllig unerwartet und ohne jedes Vorzeichen, meist bei unangenehmen Ereignissen.
- Wie die Saat, so die ErnteWas man am Ende bekommt, hängt davon ab, was man vorher getan oder investiert hat.
- Wie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibtWie das Wetter am 21. September, dem Matthäustag, ist, so soll es die folgenden vier Wochen bleiben.
- Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es herausWie man andere behandelt, so wird man auch selbst behandelt.
- Wie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr seinDas Wetter um den 25. November, den Katharinentag, soll sich an Neujahr wiederholen.
- Wie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestelltDas Wetter am 24. August, dem Bartholomäustag, soll anzeigen, wie der ganze Herbst wird.
- Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagenAn einem sehr abgelegenen, einsamen Ort, weit weg von Städten und Menschen.
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