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Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz

Kurz gesagt

Erst wenn die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind, ist die Gefahr von Nachtfrost gebannt und der Sommer kann kommen.

Was bedeutet „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“?

Pankraz, Servaz und Bonifaz sind Kurzformen für Pankratius, Servatius und Bonifatius, drei der sogenannten Eisheiligen, deren Gedenktage auf den 12., 13. und 14. Mai fallen. Die Regel sagt: Bis zu diesen Tagen ist noch mit Kälte und Nachtfrost zu rechnen, danach macht der Winter endgültig dem Sommer Platz. Gärtner nehmen sie bis heute ernst und setzen Tomaten, Gurken oder Geranien erst nach Mitte Mai ins Freie. Im Süden zählt man meist noch die „Kalte Sophie“ am 15. Mai dazu, im Norden beginnt die Reihe schon mit Mamertus am 11. Mai.

Als Vorhersage für bestimmte Tage hält die Regel der Statistik kaum stand. Der Deutsche Wetterdienst schreibt, dass die Eisheiligen in den vergangenen 50 Jahren im Schnitt nur in einem Drittel der Fälle eintrafen, und spricht eher von einem Mythos. Kälteeinbrüche im Mai kommen zufällig vor und werden zum Monatsende hin seltener. Als Faustregel hat sie trotzdem Sinn: Wer empfindliche Pflanzen bis nach Mitte Mai im Haus lässt, geht dem Spätfrost meist aus dem Weg. Der DWD nennt die Eisheiligen deshalb einen Platzhalter für die allgemeine Spätfrostgefahr im Mai.

Woher kommt „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“?

Die Eisheiligen sind Heilige der frühen Kirche: Pankratius war ein junger Märtyrer in Rom, Servatius Bischof von Tongern, Bonifatius ein Märtyrer, nicht zu verwechseln mit dem Missionar Bonifatius, dem „Apostel der Deutschen“. Ihre Gedenktage fielen in eine Zeit, in der man offenbar häufig späte Frostnächte erlebte. So wurden sie zu Lostagen, und Regeln wie „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“ oder „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“ hielten die Erfahrung fest. Wann die Regel zuerst aufgeschrieben wurde, ist nicht belegt.

Die Daten stammen aus der Zeit vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582. Nach heutigem Kalender müsste man die Regel laut Deutschem Wetterdienst eine gute Woche später anwenden. Doch selbst dann findet sich in historischen Wetterdaten keine auffällige Häufung von Kälteeinbrüchen. Der DWD vermutet hinter den Eisheiligen regionale Sondererfahrungen aus dem Mittelalter.

Beispiele aus dem Alltag

  • Im Gartencenter stehen Anfang Mai schon die Tomatenpflanzen. Frau Yilmaz kauft sie trotzdem erst nächste Woche: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“

  • Im Kleingartenverein streiten sie, ob die Kürbisse schon raus dürfen. Der Vorsitzende beendet die Debatte: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz. Bis Montag bleiben sie drin.“

  • Am 13. Mai kratzt Daniel morgens Reif von der Windschutzscheibe. Seine Frau ruft aus der Küche: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz. Die Heiligen sind pünktlich.“

Häufige Fragen

Wann sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen liegen zwischen dem 11. und 15. Mai: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie. Im Norden zählt man meist den 11. bis 13. Mai, im Süden den 12. bis 15. Mai.

Stimmt die Regel mit den Eisheiligen?

Nur bedingt. Laut Deutschem Wetterdienst trafen die Eisheiligen in den vergangenen 50 Jahren im Schnitt nur in einem Drittel der Fälle zu. Spätfrost im Mai ist trotzdem möglich, als Faustregel für Gärtner bleibt die Regel nützlich.

Wer sind Pankraz, Servaz und Bonifaz?

Pankraz, Servaz und Bonifaz sind Kurzformen für die Heiligen Pankratius, Servatius und Bonifatius. Ihre Gedenktage am 12., 13. und 14. Mai gelten als Eisheilige.

Was ist die Kalte Sophie?

Die Kalte Sophie ist der 15. Mai, der Gedenktag der heiligen Sophia. Sie gilt als letzte der Eisheiligen, nach ihr soll kein Frost mehr kommen.

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