Pack schlägt sich, Pack verträgt sich
Kurz gesagt
Leute, die man verachtet, streiten heftig und vertragen sich gleich danach wieder, weil sie im Grunde zusammengehören.
- Gegenteil
- Wie Hund und Katze
Was bedeutet „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“?
„Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ heißt: Wer sich eben noch heftig gestritten hat, ist kurz darauf wieder ein Herz und eine Seele, weil beide Seiten im Grunde gleich sind. „Pack“ ist ein abwertendes Wort für Gesindel, „sich schlagen“ heißt sich prügeln. Der Satz kommentiert Streit, dem man keine Dauer zutraut: zwei Rapper, die sich monatelang in Disstracks beleidigen und dann gemeinsam auf Tour gehen, Fraktionen, die sich im Wahlkampf beschimpfen und danach koalieren, Geschäftspartner, die sich nach dem Krach wieder Aufträge zuschieben.
Der Ton ist verächtlich, und der Sprecher stellt sich außerhalb: Er zählt sich nicht zum Pack. Über Dritte gesagt, ist der Satz deshalb kränkend. Unter Geschwistern oder Freunden wird er auch scherzhaft gebraucht, wenn sich nach einem Krach alle schnell wieder vertragen. Zwei Gedanken stecken darin: Streit und Versöhnung folgen bei solchen Leuten rasch aufeinander, und gegen Außenstehende halten sie am Ende doch zusammen. Wer zwischen die Streitenden gerät, steht deshalb oft allein da.
Woher kommt „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“?
„Pack“ im Sinn von „Gesindel“ ist seit dem 16. Jahrhundert belegt und stammt aus der Soldatensprache. Ursprünglich war das Pack das Gepäck eines Heeres; das Wort ging dann auf die Leute über, die den Tross begleiteten und wenig Ansehen genossen. So erklärt es das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer, das eine Parallele in der Bedeutungsentwicklung von „Bagage“ und „Tross“ sieht.
Das Sprichwort verzeichnet Wander (Stichwort ‚Pack‘, Nr. 1) nach Sammlungen des 19. Jahrhunderts, etwa Karl Simrock (1846), dazu niederdeutsche Formen aus Hannover, Ostpreußen, der Altmark und Münster. Er erklärt es mit dem Standesdünkel seiner Zeit: Leute „aus der niedern Volksklasse zanken und prügeln sich in dem einen und vertragen sich im nächsten Augenblicke“. Wander zitiert auch einen Satiriker, der das Sprichwort neben „Was sich liebt, das neckt sich“ stellt und auf die „Völkerhirten“ anwendet, also auf Herrscher. Im Französischen heißt es ähnlich, Bettlerzank werde am Napf beigelegt („Querelles de gueux se raccommodent à l’écuelle“).
Beispiele aus dem Alltag
Die beiden Rapper haben sich monatelang in Disstracks beleidigt, jetzt kündigen sie eine gemeinsame Tour an. Tarek kommentiert im Gruppenchat: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“
Im Stadtrat haben sich zwei Fraktionen den ganzen Wahlkampf über beschimpft, nun wählen sie gemeinsam den Bürgermeister. Ein Zuschauer auf der Tribüne murmelt: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“
Die Zwillinge Ben und Lio prügeln sich ums Tablet und sitzen zehn Minuten später Arm in Arm vor dem Fernseher. Ihr Vater lacht: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“
Häufige Fragen
Was bedeutet „Pack“ in „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“?
„Pack“ ist hier ein abwertendes Wort für Gesindel, also für Menschen, die man für niederträchtig oder verkommen hält. Es ist sächlich, „das Pack“, und vom männlichen „Pack“ im Sinn von Packen oder Bündel zu unterscheiden, das in „mit Sack und Pack“ steckt.
Woher kommt das Wort „Pack“ für Gesindel?
„Pack“ meinte ursprünglich das Gepäck eines Heeres. Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer ging das Wort auf die Mannschaft des Trosses über, die wenig Ansehen genoss, und ist in diesem Sinn seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Ist „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ beleidigend?
Über Dritte gesagt, ja: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ stellt die Streitenden als Gesindel hin. Unter Geschwistern oder Freunden wird der Satz auch scherzhaft und selbstironisch gebraucht.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Auge um Auge, …