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Bauernregeln und was an ihnen dran ist

Gereimte Wetterregeln aus Jahrhunderten Beobachtung. Zu jeder steht, was sie bedeutet, woher sie kommt und ob sie nach heutigem Wissen stimmt.

  1. 6. Januar, DreikönigIst bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinterHat es bis zum 6. Januar noch keinen richtigen Winter gegeben, soll auch danach keiner mehr kommen.
  2. 20. Januar, Fabian und SebastianAn Fabian und Sebastian soll der Saft in die Bäume gahnUm den 20. Januar, den Tag der Heiligen Fabian und Sebastian, sollen die Bäume aus der Winterruhe erwachen und der Saft wieder steigen.
  3. 25. Januar, Pauli BekehrungPauli Bekehr, der halbe Winter hin, der halbe herAm 25. Januar, dem Fest Pauli Bekehrung, soll die eine Hälfte des Winters vorbei sein und die andere noch bevorstehen.
  4. Ganzer MonatIst der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heißEin sonniger, schneereicher Januar soll einen heißen Sommer ankündigen.
  5. Ganzer MonatWächst das Gras im Januar, wächst es schlecht das ganze JahrWird es im Januar so mild, dass das Gras schon wächst, soll das ganze Jahr schlecht gedeihen.
  1. 2. Februar, LichtmessIst’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter seinIst der 2. Februar sonnig und klar, soll der Winter noch lange dauern. Trübes, stürmisches Wetter an Lichtmess verspricht dagegen einen frühen Frühling.
  2. 2. Februar, LichtmessLichtmess im Klee, Ostern im SchneeIst es an Lichtmess, dem 2. Februar, so mild, dass die Wiesen grünen, soll es zu Ostern noch einmal schneien.
  3. 22. Februar, Petri StuhlfeierWenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, friert’s noch vierzehnmal heuerFriert es am 22. Februar, dem Fest Petri Stuhlfeier, sollen in diesem Jahr noch vierzehn weitere Frostnächte folgen.
  4. 24. Februar, MatthiasMattheis bricht’s Eis, hat er keins, so macht er einsUm den 24. Februar, den Matthiastag, wendet sich der Winter: Entweder taut das Eis, oder es kommt noch einmal Frost.
  5. Ganzer MonatWenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März die Ohren wärmenIst es im Februar so mild, dass Mücken tanzen, soll der März umso kälter werden.
  1. 17. März, GertrudDie Gertrud mit dem frommen Sinn, sie ist die erste GärtnerinMit dem Gertrudentag am 17. März beginnt nach altem Brauch die Arbeit im Garten.
  2. 25. März, Mariä VerkündigungAn Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederumUm den 25. März, das Fest Mariä Verkündigung, sollen die Schwalben aus dem Süden zurückkehren.
  3. Ganzer MonatEin feuchter, fauler März ist des Bauern SchmerzEin nasser, trüber März schadet der Landwirtschaft, weil sich Feldarbeit und Aussaat verzögern.
  4. Ganzer MonatMärzenschnee tut den Saaten wehSchnee im März schadet der Saat, die schon in der Erde ist oder gerade aufgeht.
  5. Ganzer MonatMärzenstaub bringt Gras und LaubIst der März so trocken, dass es auf Wegen und Feldern staubt, sollen Wiesen und Bäume im Frühjahr gut wachsen.
  1. 23. April, GeorgiAuf Sankt Georgs Güte stehen alle Bäum’ in BlüteUm den 23. April, den Georgstag, sollen die Obstbäume in voller Blüte stehen.
  2. 25. April, MarkusGeorgus und Marks, die bringen oftmals was Arg’sUm den Georgstag am 23. und den Markustag am 25. April droht oft noch ein Kälterückfall mit Frost, Schnee oder Sturm.
  3. Ganzer MonatApril, April, der macht, was er willDas Wetter im April wechselt ständig zwischen Sonne, Regen, Graupel und manchmal sogar Schnee.
  4. Ganzer MonatIst der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den HutSelbst ein freundlicher April bringt meist irgendwann noch einmal Schnee.
  5. Ganzer MonatWenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und KornEin stürmischer April mit Donner soll eine gute Heu- und Getreideernte ankündigen.
  1. 12. Mai, EisheiligePankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer PlatzErst wenn die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind, ist die Gefahr von Nachtfrost gebannt und der Sommer kann kommen.
  2. 15. Mai, Kalte SophieVor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber istErst nach dem 15. Mai, dem Tag der Kalten Sophie, soll die Gefahr von Nachtfrost vorbei sein, sodass empfindliche Pflanzen ins Freie dürfen.
  3. Ganzer MonatGewitter im Mai, schreit der Bauer juchheiGewitter im Mai gelten als gutes Zeichen für die Ernte, weil sie warmen Regen in der Wachstumszeit bringen.
  4. Ganzer MonatIst der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und FassEin kühler, regnerischer Mai soll eine reiche Ernte bringen: volle Scheunen mit Getreide und volle Fässer mit Wein.
  5. Ganzer MonatMairegen bringt SegenRegen im Mai gilt als Glück für Felder, Wiesen und Gärten, weil er die Pflanzen in ihrer stärksten Wachstumszeit mit Wasser versorgt.
  1. 8. Juni, MedardusWas Sankt Medardus für Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fälltDas Wetter am 8. Juni, dem Medardustag, soll sich bis in die Erntezeit halten: Regnet es an Medardus, droht eine nasse Ernte.
  2. 24. Juni, JohanniVor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegenBis zum 24. Juni, dem Johannistag, ist Regen für die Felder erwünscht, danach stört er Heuernte und reifendes Getreide.
  3. 27. Juni, SiebenschläferDas Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben magWie das Wetter um den 27. Juni ist, so soll es die folgenden sieben Wochen bleiben, also bis weit in den August hinein.
  4. Ganzer MonatJuni trocken mehr als nass, füllt mit gutem Wein das FassEin eher trockener als nasser Juni soll einen guten Weinjahrgang bringen, weil die Reben in dieser Zeit blühen und dafür Wärme und trockenes Wetter brauchen.
  5. Ganzer MonatWenn kalt und nass der Juni war, verdirbt er meist das ganze JahrEin kühler, verregneter Juni gilt als schlechtes Zeichen für das ganze Erntejahr, weil er Heu, Getreide und Wein in einer entscheidenden Zeit schadet.
  1. 2. Juli, Mariä HeimsuchungMariä Heimsuch wird’s bestellt, wie’s Wetter vierzig Tag sich hältWie das Wetter am 2. Juli, dem Fest Mariä Heimsuchung, ist, so soll es die folgenden vierzig Tage bleiben, also bis Mitte August.
  2. 22. Juli, Maria MagdalenaMaria Magdalena weint um ihren Herrn, drum regnet’s an diesem Tage gernAm 22. Juli, dem Tag der Maria Magdalena, soll es oft regnen, so wie sie am leeren Grab um Jesus weinte.
  3. 25. Juli, JakobiJakobi klar und rein, wird’s Christfest frostig seinIst der 25. Juli, der Jakobitag, klar und sonnig, soll Weihnachten kalt und frostig werden.
  4. Ganzer MonatHundstage hell und klar, zeigen an ein gutes JahrSind die heißen Wochen zwischen Ende Juli und Ende August sonnig und klar, soll die Ernte gut ausfallen.
  5. Ganzer MonatIm Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geratenWas im Spätsommer und Herbst gut geerntet werden soll, vor allem Obst und Wein, braucht im Juli viel Hitze und Sonne.
  1. 10. August, LaurentiusLaurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tutIst das Wetter am 10. August, dem Laurentiustag, heiter und schön, soll ein schöner Herbst folgen.
  2. 15. August, Mariä HimmelfahrtMariä Himmelfahrt Sonnenschein bringt guten WeinScheint am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, die Sonne, soll es einen guten Weinjahrgang geben.
  3. 24. August, BartholomäusWie sich Bartholomäus hält, so ist der ganze Herbst bestelltDas Wetter am 24. August, dem Bartholomäustag, soll anzeigen, wie der ganze Herbst wird.
  4. Ganzer MonatIst’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weißEine heiße erste Augustwoche soll einen langen, schneereichen Winter ankündigen.
  5. Ganzer MonatWenn’s im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gutStarker Tau am Morgen zeigt im August an, dass das schöne Wetter vorerst anhält.
  1. 1. September, ÄgidiusIst Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansagIst es am 1. September, dem Ägidiustag, sonnig und klar, soll ein schöner Herbst folgen.
  2. 8. September, Mariä GeburtMariä Geburt fliegen die Schwalben furtUm den 8. September, das Fest Mariä Geburt, verlassen die Schwalben ihre Brutplätze und ziehen nach Süden.
  3. 21. September, MatthäusWie es Matthäus treibt, so es vier Wochen bleibtWie das Wetter am 21. September, dem Matthäustag, ist, so soll es die folgenden vier Wochen bleiben.
  4. 29. September, MichaeliRegnet’s am Michaelistag, folgt milder Winter nachRegnet es am 29. September, dem Michaelistag, soll der folgende Winter mild ausfallen.
  5. Ganzer MonatAm Septemberregen ist dem Bauer viel gelegenRegen im September ist für die Landwirtschaft willkommen, weil er der frisch gesäten Herbstsaat beim Keimen hilft.
  1. 16. Oktober, GallusSankt Gallen lässt den Schnee fallenUm den 16. Oktober, den Gallustag, soll der erste Schnee fallen.
  2. Ganzer MonatIst der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter dreinIst der Oktober warm und schön, soll ein strenger, kalter Winter folgen.
  3. Ganzer MonatOktoberhimmel voller Sterne hat warme Öfen gerneKlare Sternennächte im Oktober sind kalt, deshalb braucht man in ihnen einen warmen Ofen.
  4. Ganzer MonatSchneit’s im Oktober gleich, wird der Winter weichFällt schon im Oktober Schnee, soll der folgende Winter mild ausfallen.
  5. Ganzer MonatViel Nebel im Oktober, viel Schnee im WinterGibt es im Oktober viele Nebeltage, soll der folgende Winter schneereich werden.
  1. 11. November, MartiniSankt Martin kommt nach alten Sitten zumeist auf einem Schimmel gerittenUm den Martinstag am 11. November fällt oft der erste Schnee: Der Winter kommt wie Sankt Martin auf einem weißen Pferd.
  2. 11. November, MartiniWenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’nFriert es schon um den Martinstag am 11. November, soll es zu Weihnachten mild und matschig sein.
  3. 11. November, MartiniWenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelindIst es um den 11. November, den Martinstag, neblig und trüb, soll ein milder Winter folgen.
  4. 25. November, KathreinWie Sankt Kathrein, wird’s Neujahr seinDas Wetter um den 25. November, den Katharinentag, soll sich an Neujahr wiederholen.
  5. Ganzer MonatIst der November kalt und klar, wird mild und trüb der JanuarIst der November kalt und sonnig, soll ein milder, wolkenreicher Januar folgen.
  1. 4. Dezember, BarbaraGeht Barbara im Klee, kommt das Christkind im SchneeIst es am 4. Dezember, dem Barbaratag, mild und grün, soll es an Weihnachten schneien.
  2. 13. Dezember, LuciaLuzen macht den Tag stutzenAm Luciatag, dem 13. Dezember, soll der kürzeste Tag des Jahres sein, danach werden die Tage wieder länger.
  3. 25. Dezember, WeihnachtenGrüne Weihnachten, weiße OsternBleibt es an Weihnachten mild und schneefrei, soll es dafür an Ostern noch einmal winterlich werden.
  4. 25. Dezember, WeihnachtenHängt zu Weihnacht Eis von den Weiden, kannst du zu Ostern Palmen schneidenIst es an Weihnachten so kalt, dass Eis an den Weiden hängt, soll der Frühling früh kommen und zu Ostern schon alles grünen.
  5. Ganzer MonatIm Dezember Schnee und Frost, das verheißt viel Korn und MostEin kalter Dezember mit Schnee soll im nächsten Jahr eine gute Getreide- und Obsternte bringen.

Das ganze Jahr

Häufige Fragen

Was ist eine Bauernregel?

Eine Bauernregel ist ein meist gereimter Spruch, der aus dem Wetter an einem bestimmten Tag oder in einer Jahreszeit auf das kommende Wetter oder die Ernte schließt. Viele hängen an sogenannten Lostagen, also Heiligenfesten wie Siebenschläfer oder Lichtmess.

Stimmen Bauernregeln?

Manche haben einen wahren Kern, weil sie wiederkehrende Wetterlagen beschreiben, etwa die Siebenschläferregel: Ende Juni setzt sich oft eine Großwetterlage für mehrere Wochen fest. Viele andere treffen nicht häufiger zu als der Zufall, und regionale Regeln gelten nur dort, wo sie entstanden sind.

Warum passen die Daten mancher Bauernregeln nicht?

Viele Regeln sind älter als die Gregorianische Kalenderreform von 1582. Damals wurden zehn Tage übersprungen, deshalb liegt der gemeinte Zeitpunkt heute rund zehn Tage später als das Datum im Spruch.

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