Grüne Weihnachten, weiße Ostern
Kurz gesagt
Bleibt es an Weihnachten mild und schneefrei, soll es dafür an Ostern noch einmal winterlich werden.
- Auch gesagt
- Grüne Weihnachten bedeuten weiße Ostern
- Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee
Was bedeutet „Grüne Weihnachten, weiße Ostern“?
Die Regel stellt zwei Feste gegeneinander: Sind die Wiesen an Weihnachten grün statt verschneit, kommt der Schnee eben später, nämlich zu Ostern. Man sagt sie, wenn die weiße Weihnacht wieder einmal ausfällt, halb als Trost, halb als Warnung, und holt sie triumphierend wieder hervor, wenn Ende März Schnee auf die Osterglocken fällt. „Grüne Weihnachten“ ist dabei ein fester Ausdruck für ein schneefreies Fest. Das DWDS führt ihn als Gegenstück zu „weißen Weihnachten“.
Meteorologisch ist eine Verbindung zwischen den beiden Festen nicht belegt. Ostern ist ein beweglicher Feiertag und liegt zwischen dem 22. März und dem 25. April, schon deshalb ist Schnee an Ostern je nach Jahr wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher. Dass Weihnachten im Flachland meist grün bleibt, hat dagegen einen bekannten Grund: das Weihnachtstauwetter. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes tritt diese milde Phase um die Feiertage in mehr als zwei Dritteln der Jahre ein. Ein grünes Weihnachtsfest ist also der Normalfall und kündigt nichts Besonderes an.
Woher kommt „Grüne Weihnachten, weiße Ostern“?
Die Regel ist alt. Das DWDS belegt sie 1724 in Hans Friedrich von Flemings Werk „Der Vollkommene Teutsche Jäger“. Dort heißt es unter den Wetterregeln, die „die alten Hauß-Väter“ sagen: „Grüne Weynachten bedeuten weisse Ostern.“ Fleming gibt sie also schon als überlieferte Erfahrung weiter. Ihr eigentlicher Ursprung liegt weiter zurück und ist nicht bekannt.
Daneben gibt es Fassungen mit demselben Gedanken, etwa „Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee“, die das DWDS aus einer Zeitung von 2019 zitiert. Ebenso kursiert die umgekehrte Form „Weihnachten im Schnee, Ostern im Klee“, und andere Regeln knüpfen den Osterschnee an Lichtmess statt an Weihnachten. Solche widersprüchlichen Paare sind bei Bauernregeln häufig: Man merkte sich auffällige Jahre und goss sie in einen Reim, auch wenn sich die Erfahrung nicht in jedem Jahr bestätigte.
Beispiele aus dem Alltag
Am ersten Weihnachtstag zeigt das Thermometer in Köln elf Grad. Tante Gisela schaut skeptisch aus dem Fenster: „Grüne Weihnachten, weiße Ostern. Wartet nur ab.“
Lukas hat sich einen Schlitten gewünscht, doch draußen regnet es. „Grüne Weihnachten, weiße Ostern“, tröstet ihn sein Vater, „vielleicht kannst du ihn beim Eiersuchen ausprobieren.“
Ende März schneit es plötzlich auf die Osterglocken. Im Familienchat schreibt Oma: „Grüne Weihnachten, weiße Ostern. Hab ich doch gesagt!“
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel „Grüne Weihnachten, weiße Ostern“?
Ein Zusammenhang zwischen dem Wetter an Weihnachten und an Ostern ist nicht nachgewiesen. Grüne Weihnachten sind im Flachland wegen des Weihnachtstauwetters ohnehin die Regel.
Was bedeutet „grüne Weihnachten“?
„Grüne Weihnachten“ sind Weihnachtstage ohne Schnee, an denen Wiesen und Felder grün oder braun bleiben. Das Gegenteil sind weiße Weihnachten.
Was ist das Weihnachtstauwetter?
Das Weihnachtstauwetter ist eine milde, oft regnerische Wetterphase um die Feiertage. Laut Deutschem Wetterdienst tritt sie in mehr als zwei Dritteln der Jahre ein und lässt Schnee im Flachland meist schmelzen.
Wie alt ist die Regel „Grüne Weihnachten, weiße Ostern“?
Die Regel ist mindestens rund 300 Jahre alt. 1724 zitiert sie Hans Friedrich von Fleming als Spruch der „alten Hauß-Väter“.
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