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Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein

Kurz gesagt

Ist der 2. Februar sonnig und klar, soll der Winter noch lange dauern. Trübes, stürmisches Wetter an Lichtmess verspricht dagegen einen frühen Frühling.

Auch gesagt
Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein
Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wird’s ein langer Winter sein

Was bedeutet „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein“?

Die Regel macht den 2. Februar, Mariä Lichtmess, zum Lostag für den Rest des Winters. Ist es an diesem Tag hell und klar, steht noch ein langer Winter bevor. Die Fortsetzung, die oft mitzitiert wird, sagt das Gegenteil: „Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ Schönes Wetter an Lichtmess ist also ein schlechtes Zeichen, eine Umkehrung, die viele überrascht. Heute zitiert man die Regel Anfang Februar in Wetterberichten und Kalendern, gern zusammen mit dem amerikanischen Murmeltiertag am selben Datum.

Meteorologisch steckt etwas dahinter. Ein klarer, sonniger Februartag deutet oft auf ein stabiles Hochdruckgebiet mit kalter Luft und frostigen Nächten hin, und solche Lagen halten sich gern. Der Meteorologe Horst Malberg fand, dass auf einen überdurchschnittlich sonnigen 2. Februar in 60 Prozent der Fälle ein zu kalter Februar folgte, für Februar und März zusammen in 67 Prozent. Stürmisches Westwetter bringt dagegen milde Atlantikluft. Eine sichere Vorhersage ist das nicht, aber mehr als Zufall. Andere Meteorologen halten Regeln für einzelne Tage grundsätzlich für wenig aussagekräftig.

Woher kommt „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein“?

Lichtmess, heute liturgisch „Darstellung des Herrn“, früher auch „Mariä Reinigung“, wird 40 Tage nach Weihnachten gefeiert. Den Namen erklärt das DWDS mit den brennenden Lichtern: An diesem Tag wurden in Prozessionen Kerzen geweiht, mittelhochdeutsch hieß das Fest „liehtmesse“. Für die Landwirtschaft war Lichtmess ein Wendepunkt. Das Bauernjahr begann, für Mägde und Knechte war es der wichtigste Termin des Jahres, und man fragte sich, wie lange die Futtervorräte noch reichen mussten.

Aus diesem Bedürfnis entstanden viele Lichtmessregeln. Wann genau „Ist’s an Lichtmess hell und rein“ aufkam, ist nicht belegt. Verwandt ist die Regel vom Dachs, der an Lichtmess zur Mittagszeit seinen Schatten sieht und darum noch vier Wochen in seinem Bau bleibt. Deutsche Auswanderer brachten diesen Glauben nach Pennsylvania und ersetzten den Dachs durch das dort heimische Murmeltier. So entstand der amerikanische Groundhog Day.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 2. Februar strahlt über dem Allgäu die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Bäuerin Anni seufzt beim Ausmisten: „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.“

  • Im Büro freut sich Svenja über den ersten sonnigen Tag seit Wochen. Ihr Kollege aus Niederbayern dämpft die Laune: „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Lass die Winterjacke lieber noch an.“

  • „In Amerika hat das Murmeltier heute seinen Schatten gesehen“, liest Max aus der Zeitung vor. Seine Mutter nickt: „Bei uns heißt das: Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.“

Häufige Fragen

Wann ist Lichtmess?

Lichtmess ist am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten. Der kirchliche Name des Festes lautet heute „Darstellung des Herrn“.

Stimmt die Lichtmess-Regel?

Teilweise. Ein sonniger 2. Februar zeigt oft ein stabiles Kältehoch an. Nach Auswertungen des Meteorologen Horst Malberg folgte darauf in 60 Prozent der Fälle ein zu kalter Februar.

Was hat Lichtmess mit dem Murmeltiertag zu tun?

Der amerikanische Groundhog Day am 2. Februar geht auf deutsche Auswanderer zurück. Sie brachten die Regel vom Dachs mit, der an Lichtmess seinen Schatten sieht, und übertrugen sie auf das Murmeltier.

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