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Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei

Kurz gesagt

Nach dem 28. Oktober, dem Tag der Apostel Simon und Judas, beginnt die Zeit, in der mit Frost und erstem Schnee zu rechnen ist.

Auch gesagt
Wenn Simon und Judä vorbei, so rückt der Winter herbei
Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter schnell herbei
Wenn Simon und Juda vorbei, ist der Weg für den Winter frei

Was bedeutet „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei“?

„Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei“ heißt: Ist der 28. Oktober, der Tag der Apostel Simon und Judas, vorüber, steht der Winter vor der Tür. Die Regel sagt nicht, wie der Winter wird, sondern wann man mit ihm rechnen muss. Der Tag galt im Volksglauben als Winteranfang, entsprechend viele Sprüche verbinden ihn mit Schnee, etwa „Simon und Juda, die zwei, führen oft den Schnee herbei“. Für die Bauern hieß das, rechtzeitig Kraut zu schneiden und Bäume zu pflanzen, so wie es eine andere Regel zum Tag verlangt. Heute fällt der Spruch, wenn Ende Oktober die ersten Nachtfröste kommen, die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden und die Kübelpflanzen ins Haus müssen.

Als Beschreibung der Jahreszeit stimmt die Regel recht gut. In der Phänologie, die den Jahreslauf an Pflanzen abliest, beginnt der Winter mit dem Blattfall der Stieleiche, nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Mittel Anfang November, also wenige Tage nach Simon und Judas. Ist die Regel älter als die Kalenderreform von 1582, meinte sie nach heutigem Kalender sogar etwa den 7. November. Ob der Winter in einem bestimmten Jahr früh oder spät einsetzt, kann sie nicht vorhersagen.

Woher kommt „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei“?

Simon, genannt Zelotes, und Judas Thaddäus gehören zu den zwölf Aposteln. Die katholische, die evangelische und die anglikanische Kirche gedenken ihrer gemeinsam am 28. Oktober, ein Datum, das schon das frühmittelalterliche Martyrologium Hieronymianum kennt.

Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) „Wenn Simon und Judä vorbei, so rückt der Winter herbei“ und verweist unter anderem auf Karl Simrocks Sammlung von 1846. Daneben stehen viele mundartliche Winterregeln zum Tag, etwa aus Solothurn „Simon und Judi hänkt der Schnee an d’ Studi“ (an die Stauden). Die heutige Form steht in „Die Kunst des Wetterprophezeiens“ des Freiherrn von Horn von 1869. Das „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ hält im 20. Jahrhundert fest, dass der Tag „allgemein als Winteranfang“ galt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 29. Oktober zeigt das Thermometer in Kempten morgens minus zwei Grad. Busfahrerin Sabine kratzt die Scheiben frei: „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei. Pünktlicher als mein Fahrplan.“

  • Gärtnermeister Okafor räumt die Zitronenbäumchen ins Glashaus. Sein Azubi fragt, warum schon jetzt. „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei“, sagt er. „Und die Zeit ist auch schon umgestellt.“

  • Stadtführerin Petra erzählt in Goslar vom abgerissenen Dom, der Simon und Judas geweiht war. Dann zeigt sie auf die Wolken über dem Harz: „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei. Das merkt man hier jedes Jahr.“

Häufige Fragen

Wann ist der Tag von Simon und Judas?

Der Gedenktag der Apostel Simon und Judas ist der 28. Oktober. Auf ihn bezieht sich die Bauernregel „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei“.

Stimmt die Bauernregel „Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter herbei“?

Als grobe Beschreibung der Jahreszeit ja. Nach den Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes beginnt der phänologische Winter im Mittel Anfang November. Wann der Winter in einem bestimmten Jahr kommt, sagt die Regel aber nicht voraus.

Wer waren Simon und Judas?

Simon Zelotes und Judas Thaddäus waren Apostel Jesu. Judas Thaddäus ist nicht zu verwechseln mit Judas Iskariot, dem Verräter. Beide Apostel werden gemeinsam am 28. Oktober gefeiert.

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