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Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind

Kurz gesagt

Ist es um den 11. November, den Martinstag, neblig und trüb, soll ein milder Winter folgen.

Auch gesagt
Wenn auf Martini Nebel sind, so wird der Winter lind
Nebliger Martin, Winter gelind; heller Martin, Winter streng
Ist Martini trüb und feucht, wird gewiss der Winter leicht

Was bedeutet „Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind“?

Die Bauernregel verbindet das Wetter am Martinstag mit dem ganzen Winter: Ist es um den 11. November neblig, wird der Winter mild. „Gelind“ ist ein altes Wort für mild. Martini war einer der wichtigsten Lostage des Jahres. Mit ihm endete das Bauernjahr, Abgaben wurden fällig, Dienstverhältnisse begannen und endeten, und der Winter stand vor der Tür. Entsprechend viele Regeln versuchen, aus dem Martinswetter den Winter abzulesen. Eine alte Fassung liefert die Kehrseite gleich mit: „Nebliger Martin, Winter gelind; heller Martin, Winter streng.“

Der Deutsche Wetterdienst hat 2018 eine eng verwandte Regel geprüft: „Ist Martini trüb und feucht, wird gewiss der Winter leicht.“ War der 11. November trüb und feucht, fiel der folgende Winter in zwei von drei Fällen insgesamt zu mild aus. Betrachtet man statt des einen Tages den Zeitraum bis zum 21. November, steigt die Quote auf 75 Prozent. Bemerkenswert: Der alte Martinstag aus der Zeit vor der Kalenderreform von 1582 fällt nach heutigem Kalender etwa auf den 21. November, also an das Ende genau dieses Zeitraums. Ganz einig sind sich die Regeln allerdings nicht. Ein bairischer Hauskalender, den Wander zitiert, behauptet „Ist es um Martini trüb’, wird der Winter auch nicht lieb“. Wie viel zwei von drei Treffern bedeuten, hängt außerdem davon ab, wie häufig milde Winter ohnehin sind. Einen Vergleichswert nennt der DWD-Beitrag nicht.

Woher kommt „Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind“?

Martin von Tours wurde am 11. November 397 begraben, daher stammt der Termin. Als Zinstag war der Martinstag im ländlichen Kalender fest verankert.

Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) „Wenn auf Martini Nebel sind, so wird der Winter lind“ aus der Eifel und eine oberösterreichische Mundartfassung: „Wenn Martini Nöbel findt, wird da Winta ganz gelind.“ Dazu kommt „Nebliger Martin, Winter gelind; heller Martin, Winter streng“. Die heutige Form mit „meist gelind“ steht unter anderem im Salzburgwiki in einer Sammlung von Bertl Göttl und in der Liste von Bauernregeln der Wikipedia. Wann die Regel entstanden ist, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 11. November sieht man in Kassel kaum über die Straße. Bäckermeister Uwe stellt die Weckmänner ins Fenster: „Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind. Gut für die Heizkosten.“

  • Beim Martinsumzug verschwinden die Laternen der Kinder im Nebel. „Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind“, sagt Papa Daniel. Tochter Lotta ist enttäuscht: „Also kein Schlittenfahren?“

  • Im Gemeinderat in Bad Tölz geht es um den Winterdienst. Bürgermeisterin Fischer schaut aus dem Fenster: „Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind. Das Streusalz bestellen wir trotzdem.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Wenn um Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind“?

Zum Teil. Der Deutsche Wetterdienst fand für die verwandte Regel „Ist Martini trüb und feucht, wird gewiss der Winter leicht“, dass auf einen trüben, feuchten 11. November in zwei von drei Fällen ein zu milder Winter folgte.

Was bedeutet „gelind“?

„Gelind“ ist eine ältere Form von „gelinde“ und bedeutet mild oder sanft. Ein gelinder Winter ist ein milder Winter ohne strengen Frost.

Warum ist Martini ein Lostag?

Der Martinstag am 11. November war im Bauernjahr ein Stichtag: Abgaben wurden fällig, Dienstverhältnisse begannen und endeten, und der Winter stand bevor. Deshalb las man an diesem Tag besonders gern das kommende Wetter ab.

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