Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter
Kurz gesagt
Gibt es im Oktober viele Nebeltage, soll der folgende Winter schneereich werden.
- Monat
- Oktober
- Auch gesagt
- Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel
- Viel Nebel im Herbst, viel Schnee im Winter
Was bedeutet „Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter“?
Die Bauernregel schließt vom Herbstnebel auf den Winter: Ist der Oktober neblig, fällt im Winter viel Schnee. Nebel gehört zum Oktober wie das bunte Laub. Die Nächte werden länger, und in klaren, windstillen Nächten kühlt die Luft am Boden ab, bis der Wasserdampf kondensiert. Morgens liegen Täler und Felder dann unter einer grauen Decke, die sich bei schwachem Herbstsonnenschein oft erst gegen Mittag auflöst. Solche Nebellagen entstehen typischerweise bei ruhigem Hochdruckwetter. Die Regel wird heute vor allem zitiert, wenn der Nebel tagelang nicht weichen will und sich die Frage nach dem Winter stellt.
Der Deutsche Wetterdienst hat die Regel ausgewertet und ihr 2018 eine statistisch nachgewiesene Trefferquote von 60 Prozent bescheinigt. In vier von zehn Jahren lag sie daneben. Das ist mehr als reiner Zufall, aber zu wenig für eine verlässliche Vorhersage. Welcher Zeitraum ausgewertet wurde und warum Nebel und Schnee zusammenhängen könnten, sagt der Beitrag nicht. „Viel Schnee“ bedeutet zudem nicht überall dasselbe: Im Bergland fällt in den meisten Wintern reichlich Schnee, im Tiefland oft kaum welcher.
Woher kommt „Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter“?
Nebelregeln für den Herbst sind in vielen Fassungen überliefert. Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) unter dem Stichwort „Nebel“ wörtlich „Viel Nebel im October, viel Schnee im Winter“ und nennt als Quelle eine Sammlung von Wunderlich. Gleich daneben steht eine Luzerner Fassung, die den ganzen Herbst meint: „Viel Nebel im Herbst, viel Schnee im Winter.“
Heutige Sammlungen kennen dieselbe Regel auch für den September und den November, etwa „Viel Nebel im November, viel Schnee im Winter“, und in Reimform für den Oktober: „Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel.“ Dass derselbe Spruch für drei Monate gilt, zeigt, wie frei solche Regeln weitergegeben wurden. Wer die Oktober-Fassung zuerst aufgeschrieben hat, ist nicht bekannt.
Beispiele aus dem Alltag
Seit Tagen hängt der Nebel über dem Bodensee. Segler Tobias räumt sein Boot aus und meint: „Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter. Ich hol schon mal die Ski aus dem Keller.“
Auf dem Schulweg sieht Ella kaum die nächste Laterne. „Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter“, sagt ihre Mutter. „Echt? Dann bau ich einen Schneemann so groß wie Papa!“
In einem Wetterforum diskutieren Hobbymeteorologen über den Winter. Einer schreibt: „Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter. Laut DWD stimmt das in sechs von zehn Jahren.“
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel „Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter“?
Teilweise. Der Deutsche Wetterdienst nennt eine statistisch nachgewiesene Trefferquote von 60 Prozent. In vier von zehn Jahren trifft die Regel also nicht zu.
Warum gibt es im Oktober so viel Nebel?
Im Oktober werden die Nächte länger, und bei ruhigem Hochdruckwetter kühlt die Luft am Boden stark ab. Erreicht sie den Taupunkt, kondensiert der Wasserdampf zu Nebel, besonders in Tälern und über Gewässern.
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