Viele Hände machen ein schnelles Ende
Kurz gesagt
Wenn viele mit anpacken, ist auch eine große Arbeit bald erledigt.
- Auf Englisch
- Many hands make light work
- Auch gesagt
- Viele Hände, schnelles Ende
- Viele Hände machen bald ein Ende
- Viele Hände machen der Arbeit schnell ein Ende
- Viel Hände machen leichte Arbeit
- Gegenteil
- Viele Köche verderben den Brei
Was bedeutet „Viele Hände machen ein schnelles Ende“?
„Viele Hände machen ein schnelles Ende“ heißt: Wenn viele mit anpacken, ist auch eine große Arbeit bald getan. Das DWDS erklärt die Fassung „viele Hände machen bald ein Ende“ genau so. Man sagt den Satz, um Helfer zusammenzutrommeln oder um sich nach getaner Arbeit zu freuen: beim Umzug, beim Aufräumen nach dem Vereinsfest, beim Abwasch nach einer Familienfeier, beim Laubrechen auf dem Schulhof. Der Ton ist munter und auffordernd, oft halb scherzhaft.
Gemeint ist Arbeit, die sich gut aufteilen lässt, etwa Tragen, Putzen oder Sortieren. Wo viele mitreden und einer entscheiden sollte, gilt eher das Gegenstück „Viele Köche verderben den Brei“. Wander stellt diesen Einwand in Reimform gleich neben das Sprichwort: Mit vielen Händen sei ein Werk bald vollendet, mit vielen Köpfen komme man dagegen nur langsam voran. In Zeitungsberichten über Arbeitseinsätze von Vereinen und Freiwilligen erscheint die Kurzform „Viele Hände, schnelles Ende“ gern als Motto.
Woher kommt „Viele Hände machen ein schnelles Ende“?
Das Sprichwort ist alt und in mehreren Fassungen überliefert. Wander verzeichnet „Viel hande machen leicht arbeit (Werk)“ und verweist dafür auf eine Handschrift Luthers und auf Christoph Lehmanns „Florilegium politicum“ (zuerst 1630). Aus Karl Simrocks Sammlung „Die deutschen Sprichwörter“ (1846) stammt „Viel Hände machen der Arbeit bald ein Ende“, das dem heutigen Wortlaut schon nahekommt. Auch auf Amrum und in Ostfriesland war das Sprichwort in Mundartform bekannt.
Durchgesetzt hat sich die Fassung mit dem Reim „Hände … Ende“. Das DWDS führt „viele Hände machen bald ein Ende“, die SprichWort-Plattform, ein Projekt unter Beteiligung des Instituts für Deutsche Sprache, das knappe „Viele Hände, schnelles Ende“ mit den Varianten „Viele Hände machen (der Arbeit) ein schnelles Ende“. Wer die Wendung geprägt hat, ist nicht bekannt. Ähnliche Sprichwörter gibt es in vielen Sprachen, im Englischen etwa „Many hands make light work“.
Beispiele aus dem Alltag
Samstag ist Umzug, und Murat hat die halbe Fußballmannschaft eingespannt. Nach zwei Stunden ist der Transporter leer. „Viele Hände machen ein schnelles Ende“, sagt er und verteilt Pizza.
Nach dem Sommerfest stehen im Vereinsheim noch hundert Gläser herum. Die Vorsitzende ruft: „Alle mal herkommen! Viele Hände, schnelles Ende.“
Frau Albers lässt die 5b das Laub im Schulgarten zusammenrechen. „Wenn jeder zehn Minuten mitmacht, sind wir fertig. Viele Hände machen ein schnelles Ende.“
Lustige Abwandlungen
Viel Hände machen leichte Arbeit, sagten die Bauern, als sie den Amtmann draschen
Sagwort, von Wander verzeichnet. „Draschen“ ist eine alte Form von „droschen“, die Bauern verprügelten also den Amtmann.
Häufige Fragen
Woher kommt „Viele Hände machen ein schnelles Ende“?
„Viele Hände machen ein schnelles Ende“ ist eine jüngere Form eines alten Sprichworts. Wander belegt zunächst „Viel Hände machen leichte Arbeit“ und aus dem 19. Jahrhundert „Viel Hände machen der Arbeit bald ein Ende“. Wer es geprägt hat, ist nicht bekannt.
Was ist das Gegenteil von „Viele Hände machen ein schnelles Ende“?
Als Gegenstück gilt „Viele Köche verderben den Brei“. Die beiden widersprechen sich nicht: Viele Hände helfen bei einfacher, teilbarer Arbeit, viele Köpfe stören dort, wo einer entscheiden muss.
Wie sagt man „Viele Hände machen ein schnelles Ende“ auf Englisch?
Im Englischen heißt es „Many hands make light work“. Das entspricht der älteren deutschen Fassung „Viel Hände machen leichte Arbeit“, die Wander verzeichnet.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Arbeit …