Sich regen bringt Segen
Kurz gesagt
Wer tätig ist, anpackt und sich bemüht, hat am Ende Erfolg; Nichtstun dagegen bringt nichts ein.
- Auf Englisch
- Hard work pays off
- Gegenteil
- Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf
Was bedeutet „Sich regen bringt Segen“?
„Sich regen bringt Segen“ heißt: Wer tätig ist, anpackt und sich Mühe gibt, wird am Ende belohnt. Das DWDS erklärt, wer etwas tue, fleißig sei und sich bemühe, werde letztendlich Erfolg haben. „Sich regen“ bedeutet sich bewegen oder rühren, wie in „kein Blatt regt sich“, umgangssprachlich auch tätig sein. Man hört den Satz, wenn Eltern ihre Kinder vom Sofa holen, wenn ein Verein zum Arbeitseinsatz ruft, wenn jemand nach vielen Bewerbungen endlich eine Zusage bekommt oder wenn die Krankenkasse Bewegung mit Bonuspunkten belohnt.
Der Ton ist munter und aufmunternd, oft ein wenig betulich. In der Zeitung wird der Satz gern als „alte Weisheit“ zitiert, etwa über eine Bastelgruppe, deren Fleiß sich gelohnt hat. Wer ihn ironisch gebraucht, zielt auf eine Haltung, die jede Pause für verdächtig hält: Die „Leipziger Volkszeitung“ nannte ihn 2010 das Lebensgebot des Spießers, dem Nichtstun als schwerste Sünde gilt. Gemeint sein kann körperliche Bewegung ebenso wie Arbeit, oft beides zugleich.
Woher kommt „Sich regen bringt Segen“?
Ein früher Beleg steht bei Friedrich Rückert (1788–1866), der als Orientalist viel aus dem Arabischen und Persischen übertrug. In seinem Band „Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenland“ (Band 2, Berlin 1838, S. 107) heißt es unter der Überschrift „Auf Sasan’s, des Bettlerköniges, Stabe stand geschrieben“: „Sich regen, / Bringt Segen. / Ein Hund, der sich regt, / Jagt mehr, als ein Löwe, der sich legt.“ Ob Rückert hier ein bestimmtes orientalisches Sprichwort übersetzte oder den Reim selbst fand, ist nicht nachgewiesen. Ebenso offen ist, ob der Spruch vorher schon mündlich im Deutschen umlief.
Das Verb „regen“ ist alt. Nach dem etymologischen Wörterbuch von Pfeifer, das das DWDS wiedergibt, war es ursprünglich ein Veranlassungswort, eigentlich „ragen machen“. Wander verzeichnet unter ‚Regen (Verb.)‘ verwandte Ratschläge wie „Jung soll man sich regen, im Alter sich pflegen“. Den Gleichklang von „regen“ und „Segen“ nutzt auch die Bauernregel „Mairegen bringt Segen“, dort allerdings mit dem Regen vom Himmel.
Beispiele aus dem Alltag
Seit Wochen liegt Noah nach der Schule nur auf dem Sofa. Sein Vater drückt ihm die Laufschuhe in die Hand: „Sich regen bringt Segen. Eine Runde um den Block, dann darfst du zocken.“
Der Kleingartenverein ruft zum Frühjahrsputz auf. Unter die Einladung hat der Vorsitzende geschrieben: „Sich regen bringt Segen, danach gibt’s Würstchen für alle.“
Nach drei Monaten ohne Antwort hat Melike jeden Tag zwei neue Bewerbungen geschrieben. Als die Zusage kommt, sagt ihre Oma: „Siehst du, sich regen bringt Segen.“
Häufige Fragen
Woher kommt „Sich regen bringt Segen“?
Ein früher Beleg steht bei Friedrich Rückert in „Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenland“ (1838): „Sich regen, / Bringt Segen. / Ein Hund, der sich regt, / Jagt mehr, als ein Löwe, der sich legt.“ Ob Rückert dafür eine orientalische Vorlage hatte, ist nicht nachgewiesen.
Was bedeutet „sich regen“?
„Sich regen“ heißt sich bewegen oder rühren, wie in „kein Blatt regt sich“. Umgangssprachlich bedeutet es auch tätig sein, das DWDS nennt „er regt sich tüchtig“ im Sinn von „er ist fleißig“. In „Sich regen bringt Segen“ ist beides gemeint.
Wie sagt man „Sich regen bringt Segen“ auf Englisch?
Am nächsten kommt „Hard work pays off“, also: Harte Arbeit zahlt sich aus. Den Reim des deutschen Spruchs hat die englische Wendung nicht.
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