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Viel Lärm um nichts

Kurz gesagt

Große Aufregung, viel Gerede oder Aufwand um eine Sache, die sich am Ende als harmlos oder unbedeutend herausstellt.

Auf Englisch
Much ado about nothing
Auch gesagt
Viel Lärmen um nichts

Was bedeutet „Viel Lärm um nichts“?

„Viel Lärm um nichts“ heißt: Um eine Sache wurde viel Aufhebens gemacht, und am Ende war sie harmlos oder belanglos. Das DWDS umschreibt die Wendung als viel Gerede, Aufregung oder Aufwand wegen einer unbedeutenden Angelegenheit. Man sagt sie nach dem angekündigten Jahrhundertsturm, der als Nieselregen endet, nach einem Skandal, von dem nach zwei Wochen nichts übrig bleibt, oder nach einem Elternabend, auf dem drei Stunden über die Farbe der Turnbeutel gestritten wurde.

Meist blickt man damit zurück, mit Erleichterung oder leichtem Spott über die Aufgeregten. Vorab gesagt, klingt der Satz abwiegelnd: Wer eine Aufregung schon im Voraus für „viel Lärm um nichts“ hält, muss sich womöglich später korrigieren. Eng verwandt ist „aus einer Mücke einen Elefanten machen“, das stärker betont, dass jemand eine Kleinigkeit absichtlich aufbauscht. Wer „Viel Lärm um nichts“ sagt, zitiert zugleich den Titel einer Komödie, auch wenn das den meisten im Alltag nicht bewusst ist.

Woher kommt „Viel Lärm um nichts“?

Die Wendung ist der deutsche Titel von William Shakespeares Komödie „Much Ado About Nothing“, entstanden um 1598/99 und im Jahr 1600 gedruckt. „Much ado“ heißt so viel wie „viel Aufhebens“. Im Stück zerstört eine Intrige beinahe die Hochzeit des jungen Claudio mit Hero: Don John, der Halbbruder des Prinzen, lässt Hero in einer gestellten Szene am Fenster untreu erscheinen, und Claudio verstößt sie vor dem Altar. Erst die tölpelhaften Wächter um Dogberry decken den Betrug auf. Daneben streiten Beatrice und Benedick so lange, bis ihnen die Freunde mit einer List zu ihrer Liebe verhelfen.

Am Ende hat sich der ganze Aufruhr um ein Vergehen gedreht, das nie geschehen ist. Die klassische deutsche Übersetzung von Wolf Graf Baudissin erschien 1830 in der Schlegel-Tieck-Ausgabe unter dem Titel „Viel Lärmen um Nichts“. Georg Büchmann führt den Titel in seinen „Geflügelten Worten“ (19. Auflage 1898) als Shakespeare-Zitat in der Form „Viel Lärm(en) um Nichts“. Heute ist die Kurzform „Viel Lärm um nichts“ Stücktitel und Redewendung zugleich.

Beispiele aus dem Alltag

  • Drei Tage lang hat die Wetter-App vor einem Unwetter gewarnt, am Ende fallen ein paar Tropfen. „Viel Lärm um nichts“, sagt Herr Becker und klappt die Gartenstühle wieder auf.

  • Im Klassenchat hieß es, die Mathearbeit sei geleakt. Am Montag stellt sich heraus, dass jemand nur die Aufgaben vom letzten Jahr hochgeladen hatte. Noah schreibt: „Viel Lärm um nichts.“

  • Die Opposition hatte einen Untersuchungsausschuss erzwungen, die Prüfer fanden keinen Fehler. Ein Kommentator bilanziert: „Viel Lärm um nichts, aber ein teurer Lärm.“

Häufige Fragen

Von wem stammt „Viel Lärm um nichts“?

„Viel Lärm um nichts“ ist der deutsche Titel von William Shakespeares Komödie „Much Ado About Nothing“, die um 1598/99 entstand. Aus dem Titel wurde im Deutschen eine feste Wendung.

Worum geht es in Shakespeares „Viel Lärm um nichts“?

In Shakespeares „Viel Lärm um nichts“ lässt eine Intrige die junge Hero untreu erscheinen, ihr Verlobter Claudio verstößt sie vor dem Altar. Am Ende klärt sich alles auf, und daneben finden die streitlustigen Beatrice und Benedick zueinander.

Was ist der Unterschied zu „Viel Geschrei und wenig Wolle“?

„Viel Geschrei und wenig Wolle“ meint großes Getöse, dem kaum ein Ergebnis folgt. „Viel Lärm um nichts“ sagt dagegen, dass der Anlass der Aufregung selbst unbedeutend oder harmlos war.

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