Zum Inhalt springen

Aus einer Mücke einen Elefanten machen

Kurz gesagt

Eine Kleinigkeit maßlos aufbauschen und so tun, als sei sie ein riesiges Problem.

Auf Englisch
to make a mountain out of a molehill

Was bedeutet „Aus einer Mücke einen Elefanten machen“?

Wer aus einer Mücke einen Elefanten macht, übertreibt: Ein kleiner Fehler, eine harmlose Bemerkung oder ein kurzer Streit wird behandelt, als ginge die Welt unter. Typisch ist die Wendung als Gegenrede: „Jetzt mach doch nicht aus einer Mücke einen Elefanten!“ Man hört sie, wenn sich jemand stundenlang über einen Kratzer am Auto aufregt, wenn eine vergessene Geburtstagsnachricht zur Beziehungskrise erklärt wird oder wenn eine Zeitung aus einem Versprecher einen Skandal macht. Der Ton ist umgangssprachlich und meist beschwichtigend.

Wer die Wendung benutzt, bewertet immer auch: Er hält die Aufregung des anderen für unangemessen. Das kann entlasten, aber auch kränken, wenn das Problem für den Betroffenen tatsächlich groß ist. Bei ernsten Sorgen, etwa um Gesundheit oder Mobbing, wirkt der Satz abwiegelnd und herablassend. Das Bild selbst erklärt sich von allein: Das kleinste lästige Tier wird zum größten Landtier aufgeblasen.

Woher kommt „Aus einer Mücke einen Elefanten machen“?

Die Redensart ist antik. Erasmus von Rotterdam nahm sie Anfang des 16. Jahrhunderts als „Elephantum ex musca facis“, du machst aus einer Fliege einen Elefanten, in seine Sprichwortsammlung „Adagia“ auf. Bekannt ist sie aus dem Griechischen, wo der Satiriker Lukian im 2. Jahrhundert seine scherzhafte Lobrede auf die Fliege mit diesem Sprichwort beschließt. In der lateinischen und griechischen Fassung ist es also eine Fliege, keine Mücke.

Im Deutschen ist die Mücke spätestens im 16. Jahrhundert da. Grimms Wörterbuch zitiert Johann Fischart, der in seinem „Lob der Mucken“ ausdrücklich auf ein Sprichwort verweist: „als wolt ich in geringen sachen / die muck zum elephanten machen“. Daneben kennt das Deutsche das biblische Bild aus Matthäus 23,24, bei Luther „die jr mucken seiget, und kamel verschluckt“. Das englische Gegenstück „to make a mountain out of a molehill“ ist seit 1573 belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Paula hat beim Ausparken den Gartenzaun des Nachbarn um zwei Zentimeter verbogen, und der droht mit dem Anwalt. Ihr Mann seufzt: „Der macht aus einer Mücke einen Elefanten.“

  • In der Klassengruppe eskaliert ein Streit um ein Meme. Die Klassenlehrerin schreibt am Abend: „Bitte macht aus einer Mücke keinen Elefanten. Wir klären das morgen in Ruhe.“

  • Tobias hat beim Grillen die vegetarischen Würstchen neben das Fleisch gelegt. „Jetzt mach mal nicht aus einer Mücke einen Elefanten“, sagt er zu seiner Schwägerin, die das gar nicht lustig findet.

Lustige Abwandlungen

  • Aus einem Elefanten eine Mücke machen

    Umkehrung, die ein aufgebauschtes Problem wieder auf Normalmaß bringen will.

Mehr verdrehte Sprichwörter

Häufige Fragen

Heißt es Mücke oder Fliege?

Im Deutschen sagt man „aus einer Mücke einen Elefanten machen“. In der lateinischen und griechischen Vorlage ist es eine Fliege, und auch im Russischen spricht man von der Fliege.

Wie sagt man „aus einer Mücke einen Elefanten machen“ auf Englisch?

Im Englischen heißt es „to make a mountain out of a molehill“, also aus einem Maulwurfshügel einen Berg machen. Die Wendung ist dort seit dem 16. Jahrhundert belegt.

Was ist das Gegenteil von „aus einer Mücke einen Elefanten machen“?

Das Gegenteil ist, eine Sache gelassen zu sehen oder „die Kirche im Dorf zu lassen“, also nicht zu übertreiben. Auch „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ beruhigt in diese Richtung.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Getroffene Hunde …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Streit und Konflikt
↑↓auswählen↵öffnen