Öl ins Feuer gießen
Kurz gesagt
Einen Streit oder eine ohnehin gereizte Stimmung durch Worte oder Taten noch weiter anheizen.
- Ursprung
- Aus der Antike
- Auf Englisch
- to add fuel to the fire
- to add fuel to the flames
- Auch gesagt
- Öl ins Feuer schütten
- Öl in die Flammen gießen
- Gegenteil
- Der Klügere gibt nach
Was bedeutet „Öl ins Feuer gießen“?
Wer Öl ins Feuer gießt, macht einen Konflikt, der schon brennt, noch schlimmer. Das kann absichtlich geschehen, etwa wenn jemand in einer hitzigen Diskussion noch eine spitze Bemerkung nachschiebt, oder ganz ungewollt, wenn ein gut gemeinter Kommentar die Gemüter erst richtig erregt. Die Wendung ist umgangssprachlich, steht aber genauso in Zeitungen und politischen Kommentaren: Ein Minister gießt mit einer Äußerung Öl ins Feuer, ein einziger Post gießt Öl ins Feuer einer ganzen Debatte.
Meist ist sie als Vorwurf oder Warnung gemeint: „Jetzt gieß nicht noch Öl ins Feuer.“ Wichtig ist, dass schon etwas brennen muss. Wer einen Streit erst beginnt, gießt kein Öl ins Feuer, er zettelt ihn an. Das Gegenbild heißt „Öl auf die Wogen gießen“: Dort beruhigt das Öl, statt anzufachen. Die beiden Wendungen werden manchmal verwechselt, obwohl sie Entgegengesetztes meinen. Statt „gießen“ sagt man auch „schütten“.
Woher kommt „Öl ins Feuer gießen“?
Das Bild ist leicht zu verstehen: Öl brennt gut, und wer es in eine Flamme gießt, lässt sie hochschlagen. In der Antike war Öl der gewöhnliche Brennstoff für Lampen, und Zorn und Leidenschaft verglich man schon damals mit Feuer. Der römische Dichter Horaz verwendet die Wendung in seinen Satiren (2,3): „oleum adde camino“, gieß Öl in den Ofen. Dort hält ein Gesprächspartner dem Dichter vor, er mache seinen Zustand nur schlimmer, wenn er obendrein noch Gedichte schreibe.
Im Deutschen ist die Wendung seit dem 16. Jahrhundert belegt. Eine Sprichwörtersammlung von 1532, die sogenannte „Namenlose Sammlung“, rät: „Laß den Hund schlaffen, schüt nit öhl ins fewr, richt keinen hader an“. Schon hier ist die heutige Bedeutung erkennbar: keinen Streit anfachen. Das DWDS führt die Wendung als umgangssprachlich und bildlich und erklärt sie damit, eine Erregung noch mehr zu steigern.
Beispiele aus dem Alltag
In der Elterngruppe streiten alle über die neue Hausaufgabenregel. Als Ralf dann noch schreibt, manche sollten „einfach mal lesen lernen“, stöhnt Anja: „Super, gieß ruhig noch Öl ins Feuer.“
Nach der Roten Karte ist die Stimmung beim Kreisligaderby ohnehin gereizt. Dass der Stadionsprecher die Entscheidung auch noch spöttisch kommentiert, gießt Öl ins Feuer.
Lena will sich mit ihrem Bruder über das Erbe einigen. Ihre Anwältin warnt: „Schicken Sie diese Mail lieber nicht ab. Damit gießen Sie nur Öl ins Feuer.“
Häufige Fragen
Was ist das Gegenteil von „Öl ins Feuer gießen“?
Das Gegenteil ist „Öl auf die Wogen gießen“, also einen Streit beruhigen und die Gemüter glätten. Beide Wendungen arbeiten mit Öl, meinen aber genau Entgegengesetztes.
Heißt es „Öl ins Feuer gießen“ oder „Öl ins Feuer schütten“?
Beide Formen sind richtig und bedeuten dasselbe. Das DWDS nennt „gießen“ und „schütten“ nebeneinander.
Wie sagt man „Öl ins Feuer gießen“ auf Englisch?
Auf Englisch sagt man „to add fuel to the fire“ oder „to add fuel to the flames“. Gemeint ist ebenfalls, eine schon gereizte Lage noch zu verschärfen.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Wer zuletzt lacht, …