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Schlafende Hunde soll man nicht wecken

Kurz gesagt

Ein ruhendes Problem oder einen eingeschlafenen Streit soll man nicht unnötig aufrühren, sonst holt man sich selbst Ärger ins Haus.

Auf Englisch
Let sleeping dogs lie
Auch gesagt
Keine schlafenden Hunde wecken

Was bedeutet „Schlafende Hunde soll man nicht wecken“?

„Schlafende Hunde soll man nicht wecken“ rät, eine Sache auf sich beruhen zu lassen, die gerade keinen Ärger macht, aber Ärger machen könnte. Man sagt es, wenn jemand beim Vermieter nachfragen will, ob eine alte Abrechnung wirklich stimmt, wenn ein Streit unter Geschwistern gerade erst eingeschlafen ist oder wenn im Verein eine heikle Satzungsfrage nur deshalb niemanden stört, weil keiner sie anspricht. Häufiger als das ganze Sprichwort hört man die Kurzform „keine schlafenden Hunde wecken“. Der Ton ist vorsichtig und pragmatisch, manchmal auch ein wenig verschwörerisch.

Der Rat hat eine Schattenseite. Er kann dazu dienen, Missstände unter den Teppich zu kehren, die eigentlich angesprochen werden müssten, etwa Fehler in einer Firma oder Unrecht in einer Familie. Wer ihn ausspricht, verrät manchmal, dass es etwas gibt, das besser niemand bemerken soll. Umgekehrt ist er oft schlicht vernünftig: Nicht jede alte Kränkung muss beim Weihnachtsessen neu verhandelt werden.

Woher kommt „Schlafende Hunde soll man nicht wecken“?

Das Bild ist leicht zu verstehen: Ein schlafender Hund ist harmlos, ein geweckter bellt oder beißt. Im Deutschen ist es seit dem 16. Jahrhundert belegt. Grimms Wörterbuch zitiert Hans Sachs, der rät, den Mund zu halten „und liest den hundt wol billig schlafen“. Aus der Sprichwortsammlung von Christoph Lehmann im 17. Jahrhundert verzeichnet es die Form „man musz den schlafenden hund nicht wecken“.

Ähnliche Sprichwörter gibt es in vielen europäischen Sprachen. Im Englischen sagt man „Let sleeping dogs lie“, im Französischen nimmt man die Katze: „Il ne faut pas réveiller le chat qui dort“. Einen bestimmten Urheber hat ein so naheliegendes Bild nicht. Das DWDS führt die verkürzte Wendung „schlafende Hunde wecken“ als umgangssprachlich mit der Bedeutung, unerwünschte Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken.

Beispiele aus dem Alltag

  • Kerstin will ihren Vermieter fragen, ob die Nebenkosten der letzten drei Jahre richtig berechnet sind, obwohl nie etwas nachgefordert wurde. Ihr Mann winkt ab: „Schlafende Hunde soll man nicht wecken.“

  • Beim Familienessen setzt Jan an, den alten Erbstreit mit Tante Gisela anzusprechen. Seine Schwester tritt ihm unter dem Tisch auf den Fuß und flüstert: „Weck keine schlafenden Hunde.“

  • Im Kleingartenverein steht seit Jahren eine zu große Laube, und niemand hat sich je beschwert. „Schlafende Hunde soll man nicht wecken“, sagt der Vorsitzende, als der neue Kassenwart die Gartenordnung auf den Tisch legt.

Häufige Fragen

Was heißt „schlafende Hunde wecken“?

„Schlafende Hunde wecken“ bedeutet, unerwünschte Aufmerksamkeit auf eine Sache zu lenken und sich dadurch Ärger einzuhandeln. Die Wendung ist die verkürzte Form des Sprichworts.

Wie sagt man „Schlafende Hunde soll man nicht wecken“ auf Englisch?

Im Englischen heißt es „Let sleeping dogs lie“, also: Lass schlafende Hunde liegen. Im Französischen ist es eine Katze: „Il ne faut pas réveiller le chat qui dort.“

Ist es immer klug, schlafende Hunde nicht zu wecken?

Nein. Der Rat hilft, unnötigen Streit zu vermeiden, kann aber auch dazu dienen, echte Probleme zu verschweigen. Ob man eine Sache ruhen lässt, hängt davon ab, wem das Schweigen schadet.

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