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Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Kurz gesagt

Worüber man nichts weiß, darüber muss man sich auch nicht aufregen oder sorgen.

Auf Englisch
What you don’t know can’t hurt you
Ignorance is bliss
Auch gesagt
Was ich nicht weiß, macht mir nicht heiß
Was ich nicht weiß, macht mir das Herz nicht heiß

Was bedeutet „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“?

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß: Wer so redet, will von bestimmten Dingen lieber gar nichts wissen, weil das Wissen nur Ärger, Sorgen oder Pflichten brächte. „Heiß machen“ heißt hier: in Aufregung versetzen. Man sagt den Satz, wenn man die Kontoauszüge lieber nicht so genau ansieht, nicht hören will, was der Teenager am Wochenende treibt, oder den Kollegen bittet, die Einzelheiten einer Panne für sich zu behalten. Der Ton ist meist humorvoll und ein wenig selbstironisch.

Der Satz hat zwei Gesichter. Er kann gelassen klingen: Über manches, was man ohnehin nicht ändern kann, muss man sich nicht den Kopf zerbrechen. Er kann aber auch bequeme Ignoranz entschuldigen, etwa wenn jemand Missstände bewusst übersieht. Dagegen steht das ebenso bekannte „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“. In Beziehungen ist der Satz heikel, weil er wie eine Einladung zum Verschweigen klingt.

Woher kommt „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“?

Der Gedanke ist alt. Schon im Mittelalter gibt es verwandte Sätze, und Sebastian Franck nimmt 1541 in seine Sprichwortsammlung auf: „Was einer nit weyss, das thůt jm nit wee.“ Die gereimte Form mit „heiß“ verzeichnet Wander im fünften Band seines „Deutschen Sprichwörter-Lexikons“ (1880) mit einer langen Reihe von Belegen aus älteren Sammlungen und aus Mundarten von Köln bis Waldeck. Als lateinische Entsprechung nennt er unter anderem Ovids „Ignoti nulla cupido“: Nach dem Unbekannten gibt es kein Verlangen.

Goethe griff das Sprichwort in seinen Versen „Sprichwörtlich“ auf und dichtete es weiter: „Was ich nicht weiß, / Macht mich nicht heiß. / Und was ich weiß, / Machte mich heiß, / Wenn ich nicht wüßte, / Wie’s werden müßte.“ Gelegentlich wird Goethe deshalb als Urheber genannt. Das trifft nicht zu: Er spielt mit einem Spruch, der längst in Umlauf war.

Beispiele aus dem Alltag

  • Mats will wissen, was die neue Küche am Ende gekostet hat. Seine Frau winkt ab: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Sag’s mir nach dem Urlaub.“

  • „Soll ich dir erzählen, was die anderen beim Abschlussball über dich gesagt haben?“, fragt Nora. Pia schüttelt den Kopf: „Lass mal. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“

  • Der Vereinsvorsitzende hört, dass beim Sommerfest irgendetwas mit dem Grill schiefging. „Ist alles wieder heil? Dann will ich’s gar nicht wissen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“

Lustige Abwandlungen

  • Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Und was ich weiß, machte mich heiß, wenn ich nicht wüßte, wie’s werden müßte.

    Goethes Fortsetzung in seinen Versen „Sprichwörtlich“.

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Häufige Fragen

Was heißt „heiß machen“ in diesem Sprichwort?

„Heiß machen“ bedeutet hier ‚aufregen, beunruhigen, in Wut bringen‘. Der Satz meint also: Was ich nicht weiß, regt mich auch nicht auf.

Stammt „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ von Goethe?

Nein. Goethe hat das Sprichwort in seinen Versen „Sprichwörtlich“ aufgegriffen und weitergedichtet, verbreitet war es schon vorher. Ähnliche Sätze sind bereits im 16. Jahrhundert belegt.

Wie sagt man das auf Englisch?

Am nächsten kommt „What you don’t know can’t hurt you“. Zugespitzter ist „Ignorance is bliss“, also: Unwissenheit ist ein Segen.

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