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Nix gwiss woas ma ned

Kurz gesagt

Bairisch für „Nichts Gewisses weiß man nicht“: Genaues weiß niemand, alles andere ist Gerücht oder Vermutung.

Auch gesagt
Nix Gwiss woass ma ned
Nichts Genaues weiß man nicht

Was bedeutet „Nix gwiss woas ma ned“?

Hochdeutsch: „Nichts Gewisses weiß man nicht.“ Mit dem bairischen Satz zuckt man gewissermaßen mit den Schultern: Es wird viel geredet, aber Genaues weiß keiner. Man sagt ihn, wenn Gerüchte die Runde machen, wenn eine Entscheidung noch aussteht oder wenn jemand nach Dingen fragt, die man selbst nicht beurteilen kann. Der Ton ist gemütlich, oft ironisch und mit einem Augenzwinkern.

Die doppelte Verneinung „nix … ned“ ist im Bairischen üblich. Sie verstärkt die Aussage und hebt sich nicht auf. Die hochdeutsche Nachbildung „Nichts Genaues weiß man nicht“ klingt deshalb bewusst schief und wird ebenfalls scherzhaft gebraucht. Der Satz kann Zurückhaltung ausdrücken (Ich will nichts Falsches sagen), aber auch Skepsis gegenüber Experten, Ämtern oder dem Dorfklatsch. Wer ihn benutzt, hält sich aus Spekulationen heraus und lässt zugleich durchblicken, dass er sich seinen Teil denkt.

Woher kommt „Nix gwiss woas ma ned“?

Woher der Satz stammt, ist nicht belegt. In München wird er dem „Finessensepperl“ zugeschrieben, dem Krämer und Boten Joseph Huber (1763–1829). Huber war kleinwüchsig, überbrachte Liebesbriefe und gehört zu den Münchner Originalen, die am Karlstor als kleine Steinfiguren verewigt sind: Vier solche Figuren sitzen dort am Mittelgewölbe. Ob Huber den Satz tatsächlich geprägt hat, lässt sich nicht nachweisen. Die Zuschreibung gehört zur Münchner Überlieferung.

Die Schreibung schwankt, wie bei Mundartsätzen üblich: „Nix gwiss woas ma ned“, „Nix Gwiss woass ma ned“ oder „Nix Gwiß woaß ma ned“. Gemeint ist immer dasselbe.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Im Büro heißt es, die Abteilung werde nach Nürnberg verlegt. „Und, stimmt’s?“, fragt die Praktikantin. Der Kollege zuckt mit den Schultern: „Nix gwiss woas ma ned.“

  • Am Stammtisch wird diskutiert, ob der neue Wirt das Lokal wirklich zum Sushi-Restaurant umbauen will. „Nix gwiss woas ma ned“, sagt der Xaver und bestellt noch eine Halbe.

  • Die Ärztin kann nach dem Röntgen noch nicht sagen, ob das Band gerissen ist. Zu Hause seufzt Opa Sepp: „Nix gwiss woas ma ned, erst nach dem MRT.“

Häufige Fragen

Was heißt „Nix gwiss woas ma ned“ auf Hochdeutsch?

Wörtlich heißt es „Nichts Gewisses weiß man nicht“, gemeint ist: Genaues weiß niemand. Die doppelte Verneinung ist im Bairischen üblich und verstärkt die Aussage.

Wer hat „Nix gwiss woas ma ned“ gesagt?

In München wird der Satz dem Finessensepperl zugeschrieben, einem Münchner Original namens Joseph Huber (1763–1829), dessen Figur am Karlstor zu sehen ist. Ob er ihn tatsächlich geprägt hat, ist nicht belegt.

Ist „Nichts Genaues weiß man nicht“ grammatisch falsch?

In der hochdeutschen Standardsprache ist die doppelte Verneinung unüblich, deshalb wirkt der Satz absichtlich schief. Er wird bewusst so gesagt, um Unwissen scherzhaft einzugestehen.

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