Sprichwörter über Klugheit und Dummheit
Wer gibt nach, wer findet trotzdem ein Korn, und warum schützt Alter nicht vor Torheit? Sprichwörter über kluges und weniger kluges Verhalten.
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- Alle Wege führen nach RomEin Ziel lässt sich auf vielen verschiedenen Wegen erreichen, es gibt mehr als eine richtige Lösung.
- Alter schützt vor Torheit nichtAuch ältere, erfahrene Menschen handeln manchmal unvernünftig oder verlieben sich kopflos.
- Auch ein blindes Huhn findet mal ein KornAuch wer sonst wenig zustande bringt, hat ab und zu zufällig Erfolg.
- Auf dem Holzweg seinSich gründlich irren und mit einer Annahme oder Vorgehensweise völlig falschliegen.
- Auf dem Schlauch stehenEtwas nicht sofort verstehen und gerade nicht darauf kommen, obwohl es eigentlich nicht schwer ist.
- Aus Schaden wird man klugWer einen Fehler teuer bezahlt hat, macht ihn so schnell nicht wieder.
- Ausnahmen bestätigen die RegelEinzelne Abweichungen stellen eine Regel nicht in Frage; dass es Ausnahmen gibt, zeigt vielmehr, dass sonst eine Regel gilt.
- Da liegt der Hase im PfefferDas ist der eigentliche Grund des Problems, genau hier liegt die Schwierigkeit.
- Da liegt der Hund begrabenDas ist der eigentliche, oft verborgene Grund einer Sache, der Kern, an dem alles hängt.
- Das Kind mit dem Bade ausschüttenMit dem Schlechten zugleich das Gute beseitigen, weil man zu radikal oder übereilt vorgeht.
- Das Pferd von hinten aufzäumenEine Sache in der falschen Reihenfolge oder vom verkehrten Ende her angehen.
- Den Bock zum Gärtner machenAusgerechnet jemanden mit einer Aufgabe betrauen, der dafür völlig ungeeignet ist oder dem Anvertrauten selbst schadet.
- Den Braten riechenEine Absicht, eine Falle oder etwas Bevorstehendes rechtzeitig ahnen und durchschauen.
- Den Nagel auf den Kopf treffenMit einer Bemerkung genau das Wesentliche erfassen und treffend aussprechen.
- Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehenÜber lauter Einzelheiten das Ganze oder das Offensichtliche aus dem Blick verlieren.
- Der Groschen ist gefallenJemand hat etwas endlich verstanden, nachdem es eine Weile gedauert hat.
- Der Klügere gibt nachWer in einem sinnlosen Streit als Erster einlenkt, beweist Vernunft und keine Schwäche.
- Der Schein trügtEtwas oder jemand ist anders, als es auf den ersten Blick wirkt; der äußere Eindruck führt in die Irre.
- Der Teufel steckt im DetailDie Schwierigkeiten zeigen sich oft erst bei den Einzelheiten, nicht im groben Plan.
- Des Pudels KernDer eigentliche Kern einer Sache, das, was wirklich dahintersteckt. Das Zitat stammt aus Goethes „Faust“: „Das also war des Pudels Kern!“
- Die dümmsten Bauern haben die dicksten KartoffelnErfolg trifft oft gerade die, die am wenigsten dafür getan haben, und wirkt deshalb unverdient.
- Die Katze im Sack kaufenEtwas kaufen oder sich auf etwas einlassen, ohne es vorher gesehen oder geprüft zu haben.
- Die Kirche im Dorf lassenNicht übertreiben, auf dem Boden der Tatsachen bleiben und eine Sache im vernünftigen Rahmen halten.
- Die Rechnung ohne den Wirt machenFest mit einem Ergebnis planen, aber jemanden übersehen, der mitentscheidet, und sich dadurch gründlich verschätzen.
- Drum prüfe, wer sich ewig bindetWer eine Bindung fürs Leben eingeht, besonders eine Ehe, soll vorher gründlich prüfen, ob es wirklich passt.
- Dumm wie BohnenstrohAbwertend und umgangssprachlich für: sehr dumm, begriffsstutzig, ohne jeden Verstand.
- Ein Brett vor dem Kopf habenBegriffsstutzig sein und etwas nicht verstehen, das eigentlich leicht zu begreifen wäre.
- Ein Buch mit sieben SiegelnEtwas, das jemand nicht versteht und nicht durchschauen kann, etwa ein schwieriges Fachgebiet oder ein rätselhafter Mensch.
- Eine Milchmädchenrechnung aufmachenNaiv mit einer Rechnung planen, die auf unsicheren oder falschen Annahmen beruht und deshalb nicht aufgeht.
- Eine Schwalbe macht noch keinen SommerEin einzelnes gutes Zeichen beweist noch nicht, dass sich eine Lage wirklich und dauerhaft gebessert hat.
- Einen Vogel habenNicht ganz bei Verstand sein, verrückte Ideen haben oder sich so unvernünftig verhalten, dass andere den Kopf schütteln.
- Es faustdick hinter den Ohren habenGerissener und durchtriebener sein, als man aussieht; hinter einer harmlosen Fassade Schlauheit und Hintergedanken haben.
- Es ist nicht alles Gold, was glänztWas auf den ersten Blick wertvoll oder verlockend aussieht, muss es nicht sein: Der Schein kann trügen.
- Etwas aus dem Ärmel schüttelnEtwas ohne Mühe und ohne Vorbereitung hervorbringen, als hätte man es schon fertig dabei.
- Etwas übers Knie brechenEtwas übereilt und ohne gründliche Überlegung erledigen oder entscheiden.
- Eulen nach Athen tragenEtwas Überflüssiges tun, indem man etwas dorthin bringt, wo es davon ohnehin mehr als genug gibt.
- Hand und Fuß habenGut durchdacht, solide begründet und in sich stimmig sein.
- Hinter dem Mond lebenNicht mitbekommen, was in der Welt passiert, und deshalb über Neuigkeiten, Trends oder Selbstverständlichkeiten nicht Bescheid wissen.
- Ich verstehe nur BahnhofÜberhaupt nichts verstehen, weil etwas zu kompliziert, zu fremd oder schlicht nicht zu hören ist.
- Jedes Ding hat zwei SeitenAlles hat Vor- und Nachteile, und je nach Blickwinkel lässt sich dieselbe Sache ganz unterschiedlich beurteilen.
- Jemandem geht ein Licht aufJemand versteht plötzlich einen Zusammenhang, der ihm vorher unklar war.
- Jemandem nicht das Wasser reichen könnenJemandem an Können, Leistung oder Qualität weit unterlegen sein.
- Jemanden an der Nase herumführenJemanden täuschen, hinhalten oder mit falschen Versprechungen in die Irre führen.
- Liebe macht blindWer verliebt ist, übersieht die Fehler und Schwächen des geliebten Menschen.
- Mein Gott, WalterSeufzender Ausruf über die Ungeschicklichkeit oder Umständlichkeit eines anderen, bekannt aus einem Blödelsong von Mike Krüger.
- Mit allen Wassern gewaschen seinSehr erfahren und gerissen sein, alle Tricks kennen und sich deshalb nicht leicht übertölpeln lassen.
- Mit Speck fängt man MäuseMit einem verlockenden Angebot oder einer kleinen Belohnung bringt man andere dazu, das zu tun, was man möchte.
- Nicht alle Latten am Zaun habenUmgangssprachlich für: nicht ganz bei Verstand sein, ein bisschen verrückt sein.
- Nicht alle Tassen im Schrank habenNicht ganz bei Verstand sein; sich so seltsam oder unvernünftig verhalten, dass andere am Verstand zweifeln.
- Nix gwiss woas ma nedBairisch für „Nichts Gewisses weiß man nicht“: Genaues weiß niemand, alles andere ist Gerücht oder Vermutung.
- Not macht erfinderischIn einer Notlage kommen Menschen auf Ideen und Lösungen, an die sie sonst nie gedacht hätten.
- Papier ist geduldigAufschreiben lässt sich alles, doch damit ist noch lange nicht gesagt, dass es stimmt oder umgesetzt wird.
- Perlen vor die Säue werfenEtwas Kostbares oder Gutes an Menschen verschwenden, die es nicht zu schätzen wissen oder nicht verstehen.
- Pi mal DaumenUngefähr, grob geschätzt: ohne genaue Messung oder Rechnung, nach Erfahrung und Augenmaß.
- Reden ist Silber, Schweigen ist GoldOft ist es klüger, nichts zu sagen: Schweigen ist noch wertvoller als ein gutes Wort.
- Tomaten auf den Augen habenEtwas Offensichtliches übersehen, das eigentlich jeder sehen müsste.
- Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besserMan sollte sich nicht blind auf Zusagen verlassen, sondern selbst nachprüfen, ob etwas stimmt oder erledigt ist.
- Vorsicht ist besser als NachsichtLieber gleich vorsichtig sein, als hinterher einen Schaden zu bereuen, den man hätte vermeiden können.
- Vorsicht ist die Mutter der PorzellankisteScherzhafte Mahnung, lieber etwas zu vorsichtig zu sein, weil sonst leicht etwas zu Bruch geht.
- Was ich nicht weiß, macht mich nicht heißWorüber man nichts weiß, darüber muss man sich auch nicht aufregen oder sorgen.
- Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater MillionärMit ‚hätte‘ und ‚wäre‘ ändert man nichts: Grübeln darüber, was hätte sein können, bringt nichts.
- Wenn zwei sich streiten, freut sich der DritteBei einem Streit profitiert oft ein Unbeteiligter, während sich die Streitenden gegenseitig schwächen.
- Wer billig kauft, kauft zweimalBillige Ware geht oft schnell kaputt und muss ersetzt werden, sodass man am Ende mehr bezahlt als für gute Qualität.
- Wer die Wahl hat, hat die QualJe mehr gute Möglichkeiten man hat, desto schwerer fällt die Entscheidung.
- Wer nicht fragt, bleibt dummWer sich nicht traut nachzufragen, versteht weniger als nötig. Fragen ist der einfachste Weg, etwas zu lernen.
- Wer’s glaubt, wird seligSpöttische Antwort auf eine Behauptung, die man für unglaubwürdig hält. Gemeint ist: Das glaube ich dir nicht.
- Wissen ist MachtWer viel weiß, hat Einfluss und Vorteile, weil er besser entscheiden und andere leichter lenken kann.
- Wissen, wo Barthel den Most holtAlle Kniffe kennen und genau wissen, wie man an etwas herankommt oder eine Sache geschickt anpackt.
- Wo Rauch ist, ist auch FeuerHinter Gerüchten und Verdachtsmomenten steckt meist ein wahrer Kern; ganz ohne Grund entsteht so etwas selten.
- Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagenMit einer einzigen Handlung zwei Ziele auf einmal erreichen oder zwei Vorteile zugleich gewinnen.
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