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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Kurz gesagt

Man sollte sich nicht blind auf Zusagen verlassen, sondern selbst nachprüfen, ob etwas stimmt oder erledigt ist.

Auf Englisch
Trust, but verify
Auch gesagt
Vertrauen ist gut, aber Misstrauen besser

Was bedeutet „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Wer so redet, verlässt sich lieber auf Nachprüfen als auf Versprechen. Man sagt das, wenn man eine Rechnung doch noch einmal nachrechnet, beim Handwerker nachfragt, ob er wirklich fertig ist, oder dem Kind beim Zimmeraufräumen hinterherschaut. Der Ton reicht von scherzhaft bis misstrauisch. Unter Freunden klingt der Satz meist augenzwinkernd, im Beruf oft wie eine Begründung für Listen, Berichte und Stichproben.

Wer ihn zu oft sagt, signalisiert allerdings, dass er seinem Gegenüber wenig zutraut, und das kann kränken. Deshalb wird er häufig scherzhaft umgedreht: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“ In Organisationen ist der Gedanke trotzdem fest verankert, etwa im Vier-Augen-Prinzip oder in Prüfprotokollen. In der Politik steht er für Abkommen, die man nur eingeht, wenn ihre Einhaltung überprüft werden kann.

Woher kommt „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“?

Meist wird der Satz Lenin zugeschrieben, doch in Lenins Schriften ist er nicht nachgewiesen. Häufig heißt es auch, er übersetze ein russisches Sprichwort, das Lenin gern gebraucht habe: „Доверяй, но проверяй“ (dowerjai, no prowerjai), vertraue, aber prüfe nach. Auch dafür fehlt ein Beleg bei Lenin. Weltbekannt wurde das russische Sprichwort durch Ronald Reagan, der es in den Abrüstungsverhandlungen mit Michail Gorbatschow immer wieder zitierte, etwa bei der Unterzeichnung des INF-Vertrags im Dezember 1987.

Der deutsche Gedanke ist älter als die Lenin-Legende. Wander verzeichnet 1876 „Vertrauen ist gut, aber Mistrauen besser“ und stellt das italienische „Fidarsi è bene, ma non fidarsi è meglio“ daneben. Unter „Trauen“ führt er zudem „Trauen ist gut, aber mistrauen noch besser“. Wann die „Kontrolle“ an die Stelle des Misstrauens trat, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Bevor Hannah die Steuererklärung abschickt, rechnet ihr Mann alles noch einmal nach. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, sagt er und zwinkert.

  • Der Sohn schwört, die Hausaufgaben seien längst fertig. Seine Mutter blättert trotzdem ins Heft: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

  • Im Lager zählt Schichtleiter Dariusz die gelieferten Paletten selbst nach. „Nichts gegen den Fahrer, aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

Lustige Abwandlungen

  • Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

    Umkehrung, unter anderem Titel eines Buchs von Verena Bentele.

Mehr verdrehte Sprichwörter

Häufige Fragen

Hat Lenin „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ gesagt?

In Lenins Schriften ist der Satz nicht nachgewiesen. Die Zuschreibung ist eine Legende; ein sehr ähnlicher deutscher Satz steht schon 1876 in Wanders „Deutschem Sprichwörter-Lexikon“.

Wie sagt man das auf Englisch?

Üblich ist „Trust, but verify“. Die Formel übersetzt das russische Sprichwort „Доверяй, но проверяй“ und wurde durch Ronald Reagan bekannt, der sie 1987 bei der Unterzeichnung des INF-Vertrags gebrauchte.

Was ist das Gegenteil von „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“?

Wer auf Kontrolle verzichtet, „drückt ein Auge zu“ oder hält sich an „Ein Mann, ein Wort“. Scherzhaft wird das Sprichwort auch umgedreht: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“

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