Drum prüfe, wer sich ewig bindet
Kurz gesagt
Wer eine Bindung fürs Leben eingeht, besonders eine Ehe, soll vorher gründlich prüfen, ob es wirklich passt.
- Auf Englisch
- Marry in haste, repent at leisure
- Auch gesagt
- Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet
- Gegenteil
- Frisch gewagt ist halb gewonnen
Was bedeutet „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“?
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ rät, vor einer Entscheidung mit lebenslangen Folgen genau hinzusehen. Ursprünglich geht es um die Ehe: Bevor man heiratet, soll man sicher sein, dass die Liebe trägt. Der Vers wird oft bei Hochzeiten, Verlobungen oder im Freundeskreis zitiert, mal als ernster Rat, häufiger mit einem Augenzwinkern. Viele kennen die Fortsetzung „ob sich das Herz zum Herzen findet“ und lassen sie in der Rede einfach weg.
Längst wird das Zitat auch auf Verträge, Kredite, Firmenfusionen oder den neuen Handytarif übertragen. Dann heißt es schlicht: Lies das Kleingedruckte, bevor du unterschreibst. In dieser Verwendung klingt es leicht ironisch, weil ein Mobilfunkvertrag selten ewig hält. Bekannt ist auch die Parodie aus dem Volksmund „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was Bessres findet“, die den Rat in sein Gegenteil verkehrt. Wer sie bei einer Hochzeit anbringt, sollte sein Publikum gut kennen.
Woher kommt „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“?
Der Vers stammt aus Friedrich Schillers Gedicht „Das Lied von der Glocke“ (1799), gedruckt im „Musen-Almanach für das Jahr 1800“, den Schiller selbst herausgab. Das Gedicht begleitet den Guss einer Glocke und verknüpft jeden Arbeitsschritt mit einer Station des menschlichen Lebens. Nachdem der Meister geprüft hat, ob sich die Metalle gut verbinden, folgt die Hochzeit:
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, / Ob sich das Herz zum Herzen findet! / Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“
Das „Drum“ verweist also auf die Glockengießerei: So wie Kupfer und Zinn zueinander passen müssen, damit die Glocke einen guten Klang bekommt, sollen auch zwei Menschen zueinander passen. Viele Verse des Gedichts wurden zu geflügelten Worten. Schon im Kreis der Jenaer Frühromantiker wurde über das Gedicht gespottet, und Parodien wie „ob sich nicht noch was Bessres findet“ gehören bis heute dazu.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Polterabend hebt Onkel Bernd das Glas: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Ihr habt ja acht Jahre geprüft, das sollte reichen.“
Nils will einen Handyvertrag mit 24 Monaten Laufzeit abschließen. Seine Mutter schiebt ihm die Geschäftsbedingungen hin: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“
„Wir kaufen das Haus mit Freunden zusammen“, erzählt Sarah. Ihr Kollege runzelt die Stirn: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Habt ihr wenigstens einen Vertrag?“
Lustige Abwandlungen
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was Bessres findet
Verbreitete Parodie auf Schillers Vers.
Häufige Fragen
Von wem stammt „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“?
Von Friedrich Schiller. Der Vers steht in seinem Gedicht „Das Lied von der Glocke“, das im „Musen-Almanach für das Jahr 1800“ erschien.
Wie geht „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ weiter?
Bei Schiller heißt es: „Ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“ Scherzhaft wird oft „ob sich nicht noch was Bessres findet“ ergänzt.
Ist „ob sich nicht noch was Bessres findet“ auch von Schiller?
Nein. Diese Fortsetzung ist eine Parodie aus dem Volksmund, die Schillers Rat zur sorgfältigen Prüfung in einen frechen Vorbehalt verwandelt.
Gibt es ein englisches Sprichwort mit ähnlicher Bedeutung?
Ja: „Marry in haste, repent at leisure.“ Wer überstürzt heiratet, hat danach lange Zeit, es zu bereuen, ganz wie bei Schiller: „Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“
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