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Verflixt und zugenäht

Kurz gesagt

Salopper, harmloser Fluch, mit dem man seinem Ärger über ein Missgeschick Luft macht.

Auf Englisch
Darn it!
Drat!
Auch gesagt
Verflucht und zugenäht
Verflixt noch mal
Verflixt noch eins

Was bedeutet „Verflixt und zugenäht“?

„Verflixt und zugenäht!“ ruft man, wenn etwas schiefgeht und man sich ärgert, ohne grob werden zu wollen. Der Duden führt den Ausruf unter „verflixt“ als Fluch, das DWDS beschreibt ihn als salopp und als Ausdruck von Ärger und Unwillen. Typisch sind kleine Katastrophen des Alltags: der Schlüssel, der drinnen liegt, während die Tür ins Schloss fällt, die Tasse, die vom Tisch rutscht, die Datei, die nicht gespeichert war.

Der Fluch ist kräftig genug, um Dampf abzulassen, und doch so harmlos, dass man ihn vor Kindern und Kunden sagen kann. Er hat einen komischen Klang, weil das „zugenäht“ eine Pointe setzt, deren Sinn sich nicht von selbst erschließt. Kürzer sagt man „Verflixt!“, „Verflixt noch mal!“ oder „Verflixt noch eins!“, Formen, die Duden und DWDS ebenfalls verzeichnen. Mit der bewundernden Verwendung des Adjektivs, etwa „verflixt gut“ oder „ein verflixter Kerl“ im Sinne von „gewitzt“, hat der Ausruf nichts zu tun.

Woher kommt „Verflixt und zugenäht“?

„Verflixt“ ist eine Entstellung von „verflucht“ oder „verdammt“. Wolfgang Pfeifers Etymologisches Wörterbuch datiert sie ins 19. Jahrhundert, der Duden nennt dieselbe Herkunft. So entschärfte man einen Fluch, dessen Gebrauch als anstößig galt. Woher das „zugenäht“ stammt, ist nicht sicher geklärt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) nennt zwei Erklärungen und stützt sich dabei auf Lutz Röhrich und Heinz Küpper.

Nach der ersten geht der Ausruf auf ein Studentenlied des 19. Jahrhunderts zurück, in dem ein junger Mann erfährt, dass seine Freundin schwanger ist: „Als mir mein Liebchen die Folgen unserer Liebe gesteht, hab ich meinen Hosenlatz verflucht und zugenäht.“ Die GfdS gibt diese Fassung mit Verweis auf Röhrich als vermeintliches Zitat aus Fritz Reuters „Ut mine Festungstid“ (1862) wieder. Nach der zweiten Erklärung stammt der Ruf vom studentischen Fechten, wenn eine tiefe Wunde sofort genäht werden musste. Endgültig geklärt ist die Frage nicht.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Die Haustür fällt ins Schloss, der Schlüssel liegt drinnen auf der Kommode. „Verflixt und zugenäht!“, ruft Martina und sucht die Nummer des Schlüsseldienstes.

  • Kurz vor der Abgabe stürzt Timos Laptop ab, die Hausarbeit war seit zwei Stunden nicht gespeichert. „Verflixt und zugenäht“, stöhnt er.

  • Beim Kuchenbacken merkt Oma Hilde, dass die Eier fehlen. „Verflixt und zugenäht, und der Laden hat schon zu!“

Häufige Fragen

Was hat „zugenäht“ in dem Fluch zu suchen?

Das ist nicht sicher geklärt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache nennt zwei Erklärungen: ein Studentenlied des 19. Jahrhunderts über einen zugenähten Hosenlatz und das studentische Fechten, bei dem tiefe Wunden sofort genäht wurden.

Ist „verflixt“ ein Schimpfwort?

„Verflixt“ ist eine abgeschwächte Form von „verflucht“ und gilt als harmloser Fluch. Als Adjektiv kann es auch bewundernd gemeint sein, etwa in „verflixt gut“.

Wie sagt man „Verflixt und zugenäht“ auf Englisch?

Ähnlich harmlos sind „Darn it!“ und das etwas britischere „Drat!“.

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