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Zum Kuckuck

Kurz gesagt

Salopper Ausruf der Verärgerung oder Ungeduld, in dem der Kuckuck verhüllend für den Teufel steht.

Auf Englisch
Confound it!
Dash it all!
Auch gesagt
Zum Kuckuck noch mal
Hol dich der Kuckuck

Was bedeutet „Zum Kuckuck“?

„Zum Kuckuck!“ oder ausführlicher „Zum Kuckuck noch mal!“ stößt man aus, wenn man sich ärgert oder die Geduld verliert. Der Duden erklärt den saloppen Ausruf als Ausdruck der Verärgerung und der Ungeduld und vermerkt, dass „Kuckuck“ in solchen Wendungen verhüllend für „Teufel“ steht. In Fragen verstärkt er die Ungeduld: „Wer, zum Kuckuck, hat das Buch weggenommen?“, lautet ein Beispiel im DWDS.

Der Ausruf ist eine entschärfte Form von „Zum Teufel!“ und wirkt deutlich harmloser. Man kann ihn vor Kindern sagen, im Büro oder am Telefon mit der Schwiegermutter, ohne anzuecken. Er klingt etwas altmodisch und hat oft einen komischen Beiklang, weil der Vogel mit dem gemütlichen Ruf so gar nicht nach Hölle klingt. Verwandt sind „Hol dich der Kuckuck!“, „Scher dich zum Kuckuck!“ und „Weiß der Kuckuck“. Ist etwas „zum Kuckuck“, dann ist es verloren oder vertan, so wie anderswo etwas „zum Teufel“ ist.

Woher kommt „Zum Kuckuck“?

„Kuckuck“ ist ein Hüllwort für den Teufel. Wolfgang Pfeifers Etymologisches Wörterbuch datiert diesen Ersatz ins 16. Jahrhundert und nennt Wendungen wie „zum Kuckuck!“ und „hol dich der Kuckuck!“. Grimms Deutsches Wörterbuch bringt frühe Belege, etwa „das glaube der kuckuck, ich nicht“ aus einem Frankfurter Druck von 1564, und schreibt, man habe in jener Zeit „mehr verhüllender Namen des Höllenfürsten“ bedurft als je. Bei Lessing und Wieland schickt man jemanden „zum guckguck“, bei Schiller heißt es „beim kukuk“.

Warum gerade der Kuckuck, ist nicht geklärt. Grimm vermutet, der Vogel habe einst eine göttliche Bedeutung gehabt, die das Christentum ins Teuflische verkehrte; der Volkskundler Wilhelm Mannhardt, den Grimm zitiert, dachte an eine Verbindung zum Gewittergott Donar. Beweisen lässt sich keine dieser Deutungen.

Beispiele aus dem Alltag

  • Jonas sucht seit zehn Minuten seinen zweiten Turnschuh, der Schulbus kommt gleich. „Wo ist das Ding, zum Kuckuck?“

  • Die Nachbarin klingelt zum vierten Mal wegen eines Pakets. Herr Lorenz seufzt: „Zum Kuckuck noch mal, ich komm ja schon!“

  • Beim Sommerfest des Sportvereins fällt zum zweiten Mal die Musikanlage aus. „Zum Kuckuck, wer hat den Stecker gezogen?“, ruft der Kassenwart.

Häufige Fragen

Warum steht der Kuckuck für den Teufel?

Seit dem 16. Jahrhundert dient „Kuckuck“ als Hüllwort für den Teufel, so belegen es Pfeifer und Grimm. Warum gerade dieser Vogel gewählt wurde, ist nicht geklärt; Grimm vermutet eine alte, ins Teuflische verkehrte Bedeutung des Vogels.

Was bedeutet „zum Kuckuck sein“?

Wenn etwas „zum Kuckuck“ ist, ist es verloren oder vertan. Man sagt ebenso, es sei „zum Teufel“.

Was hat der Kuckuck mit dem Gerichtsvollzieher zu tun?

Das ist eine andere Wendung. „Kuckuck“ heißt scherzhaft das Pfandsiegel des Gerichtsvollziehers, weil man den früher darauf gedruckten Wappenadler spöttisch als Kuckuck bezeichnete.

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