Sprichwörter mit Tieren
Blinde Hühner, frühe Vögel und Mäuse, die tanzen: Tiere tauchen in deutschen Sprichwörtern ständig auf. Fast immer stehen sie für menschliche Eigenschaften.
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- Abgehen wie Schmidts KatzeMit enormem Tempo loslegen oder rasant in Schwung kommen; auch: begeistern und großen Anklang finden.
- Ach du heilige Makrele!Ein harmloser, scherzhafter Ausruf, mit dem man Überraschung oder leichtes Entsetzen zeigt.
- Ach, du kriegst die MottenEin salopper, vor allem berlinischer Ausruf des Erstaunens oder der Bestürzung, etwa im Sinn von „Das darf doch nicht wahr sein!“.
- Alter FalterEin lockerer, gereimter Ausruf des Staunens oder der Bewunderung, ähnlich wie „Alter Schwede!“ oder „Wow!“.
- An Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederumUm den 25. März, das Fest Mariä Verkündigung, sollen die Schwalben aus dem Süden zurückkehren.
- Auch ein blindes Huhn findet mal ein KornAuch wer sonst wenig zustande bringt, hat ab und zu zufällig Erfolg.
- Auf den Hund kommenHerunterkommen und in einen elenden Zustand geraten, ob wirtschaftlich, gesundheitlich oder moralisch.
- Aus einer Mücke einen Elefanten machenEine Kleinigkeit maßlos aufbauschen und so tun, als sei sie ein riesiges Problem.
- Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem DachEin kleiner, sicherer Gewinn ist mehr wert als ein großer, der nur in Aussicht steht.
- Bock habenUmgangssprachlich für: Lust auf etwas haben. Verneint heißt „keinen Bock haben“ keine Lust haben.
- Da beißt die Maus keinen Faden abDaran ist nichts zu ändern und nichts zu deuteln: Die Sache steht fest, Widerspruch ist zwecklos.
- Da brat mir einer einen StorchUmgangssprachlicher Ausruf großer Verwunderung: Das ist unerhört, das hätte man nie für möglich gehalten.
- Da liegt der Hase im PfefferDas ist der eigentliche Grund des Problems, genau hier liegt die Schwierigkeit.
- Da liegt der Hund begrabenDas ist der eigentliche, oft verborgene Grund einer Sache, der Kern, an dem alles hängt.
- Da steppt der BärIrgendwo ist richtig viel los: Es wird ausgelassen gefeiert, getanzt und gelacht, die Stimmung ist bestens.
- Das Pferd von hinten aufzäumenEine Sache in der falschen Reihenfolge oder vom verkehrten Ende her angehen.
- Das schwarze Schaf seinIn einer Familie oder Gruppe der Außenseiter sein, der aus der Reihe tanzt und von den anderen als Makel gesehen wird.
- Den Bock zum Gärtner machenAusgerechnet jemanden mit einer Aufgabe betrauen, der dafür völlig ungeeignet ist oder dem Anvertrauten selbst schadet.
- Den Kopf in den Sand steckenEine unangenehme Wahrheit oder drohende Gefahr nicht wahrhaben wollen und so tun, als gäbe es sie nicht.
- Den Letzten beißen die HundeWer zu spät kommt oder als Letzter übrig bleibt, trägt die Nachteile und muss die Folgen ausbaden.
- Den Stier bei den Hörnern packenEine schwierige Aufgabe oder ein unangenehmes Problem mutig und direkt angehen, statt ihm auszuweichen.
- Den Vogel abschießenAlle anderen übertreffen; meist ironisch: sich das Dreisteste, Dümmste oder Peinlichste von allen leisten.
- Der Fisch stinkt vom Kopf herWenn in einer Gruppe etwas faul ist, liegt die Ursache meist bei der Führung.
- Der frühe Vogel fängt den WurmWer früh anfängt oder schneller ist als andere, hat die besten Chancen.
- Des Pudels KernDer eigentliche Kern einer Sache, das, was wirklich dahintersteckt. Das Zitat stammt aus Goethes „Faust“: „Das also war des Pudels Kern!“
- Die Katze aus dem Sack lassenEine Absicht, einen Plan oder eine Neuigkeit, die man bisher zurückgehalten hat, endlich bekannt geben.
- Die Katze im Sack kaufenEtwas kaufen oder sich auf etwas einlassen, ohne es vorher gesehen oder geprüft zu haben.
- Die Katze lässt das Mausen nichtWer eine Gewohnheit oder Neigung hat, legt sie nicht ab, auch wenn er es verspricht oder sich die Umstände ändern.
- Die Kuh fliegen lassenAusgelassen, laut und ausgiebig feiern, so richtig Party machen.
- Die Ratten verlassen das sinkende SchiffWenn eine Firma, Partei oder Sache zu scheitern droht, setzen sich die Unzuverlässigen als Erste ab.
- Die Sau rauslassenSich hemmungslos austoben und ausgelassen feiern, ohne auf Benehmen und Zurückhaltung zu achten.
- Ein alter Hase seinAuf einem Gebiet sehr viel Erfahrung haben und sich deshalb kaum noch aus der Ruhe bringen lassen.
- Eine Krähe hackt der anderen kein Auge ausLeute aus derselben Gruppe oder demselben Berufsstand schonen und decken einander, auch wenn einer von ihnen etwas falsch gemacht hat.
- Eine Schwalbe macht noch keinen SommerEin einzelnes gutes Zeichen beweist noch nicht, dass sich eine Lage wirklich und dauerhaft gebessert hat.
- Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins MaulEin Geschenk nimmt man dankbar an, ohne es kritisch zu prüfen oder seinen Wert zu bemängeln.
- Einen Kater habenSich nach zu viel Alkohol am nächsten Tag elend fühlen, mit Kopfschmerzen, flauem Magen und schlechter Laune.
- Einen Vogel habenNicht ganz bei Verstand sein, verrückte Ideen haben oder sich so unvernünftig verhalten, dass andere den Kopf schütteln.
- Es ist zum MäusemelkenEs ist zum Verzweifeln: Ausruf des Ärgers, wenn etwas trotz aller Mühe einfach nicht klappt.
- Eulen nach Athen tragenEtwas Überflüssiges tun, indem man etwas dorthin bringt, wo es davon ohnehin mehr als genug gibt.
- Getroffene Hunde bellenWer sich gegen eine Kritik besonders heftig wehrt, verrät damit oft, dass sie zutrifft.
- Hummeln im Hintern habenUnruhig sein und nicht stillsitzen können, ständig in Bewegung oder auf dem Sprung.
- Hunde, die bellen, beißen nichtWer laut droht und schimpft, macht seine Drohungen meist nicht wahr. Gefährlicher sind oft die Stillen.
- Ich glaub, mein Schwein pfeiftUmgangssprachlicher Ausruf großer Überraschung oder Empörung über etwas, das man eigentlich für unmöglich hält.
- Ich glaub, mich knutscht ein ElchSalopper Ausruf großer Überraschung oder Empörung über etwas, das man kaum für möglich hält.
- Ich glaub, mich tritt ein PferdSalopper Ausruf, mit dem man ausdrückt, dass einen etwas völlig überrascht oder empört.
- In der Not frisst der Teufel FliegenWenn nichts Besseres da ist, gibt man sich mit dem zufrieden, was man sonst verschmähen würde.
- Jedem Tierchen sein PläsierchenJeder soll seinen Vergnügungen nachgehen dürfen, auch wenn andere sie seltsam finden.
- Jemandem das Fell über die Ohren ziehenJemanden grob betrügen oder finanziell ausnehmen, sodass er viel mehr verliert, als er ahnt.
- Jemandem eine Eselsbrücke bauenJemandem mit einem Merkspruch, Bild oder Hinweis helfen, sich etwas zu merken oder selbst auf die Lösung zu kommen.
- Jemandem einen Bären aufbindenJemandem eine erfundene Geschichte so überzeugend erzählen, dass er sie glaubt.
- Jemandem einen Floh ins Ohr setzenJemanden auf eine Idee oder einen Wunsch bringen, die ihn nicht mehr loslassen, oft auf einen schwer erfüllbaren oder unvernünftigen.
- Klappe zu, Affe totDie Sache ist erledigt und abgeschlossen, darüber wird nicht mehr geredet.
- Kleinvieh macht auch MistAuch kleine Beträge, Ersparnisse oder Gewinne summieren sich mit der Zeit zu etwas Nennenswertem.
- Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es istEin Scherzspruch über Bauernregeln: Kräht der Hahn, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Die Vorhersage stimmt also immer.
- Krokodilstränen weinenTrauer, Reue oder Mitleid nur vortäuschen, ohne es wirklich zu empfinden.
- Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt istÜber einen Gewinn oder Erfolg soll man nicht schon verfügen, solange er noch gar nicht erreicht ist.
- Mariä Geburt fliegen die Schwalben furtUm den 8. September, das Fest Mariä Geburt, verlassen die Schwalben ihre Brutplätze und ziehen nach Süden.
- Mich laust der AffeSalopper Ausruf, mit dem man sagt, dass einen etwas sehr überrascht.
- Mit einem AffenzahnMit sehr hoher Geschwindigkeit, rasend schnell, etwa wenn ein Auto vorbeirast oder jemand davonsaust.
- Mit Speck fängt man MäuseMit einem verlockenden Angebot oder einer kleinen Belohnung bringt man andere dazu, das zu tun, was man möchte.
- Perlen vor die Säue werfenEtwas Kostbares oder Gutes an Menschen verschwenden, die es nicht zu schätzen wissen oder nicht verstehen.
- Petri HeilGruß und Glückwunsch unter Anglern: Man wünscht einander einen guten Fang. Wer schon etwas gefangen hat, antwortet mit „Petri Dank“.
- Schlafende Hunde soll man nicht weckenEin ruhendes Problem oder einen eingeschlafenen Streit soll man nicht unnötig aufrühren, sonst holt man sich selbst Ärger ins Haus.
- Schmetterlinge im Bauch habenFrisch verliebt sein und dabei ein aufgeregtes Kribbeln in der Magengegend spüren.
- Schwein habenGroßes, oft unverdientes Glück haben, vor allem wenn etwas fast schiefgegangen wäre.
- Sich freuen wie ein SchneekönigSich riesig und sichtbar freuen, oft über etwas Kleines oder lange Ersehntes.
- Sich zum Affen machenSich durch sein Verhalten lächerlich machen und zum Gespött anderer werden.
- WaidmannsheilGruß der Jäger untereinander: ein Wunsch für Jagdglück und ein Glückwunsch, wenn jemand ein Stück Wild erlegt hat.
- Weiß der KuckuckSalopp für „Das weiß niemand“ oder „Keine Ahnung“; daneben auch als Bekräftigung im Sinne von „wahrhaftig“.
- Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die MäuseSobald die Aufsicht fehlt, nehmen sich die anderen Freiheiten heraus, die sonst nicht erlaubt sind.
- Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’nFriert es schon um den Martinstag am 11. November, soll es zu Weihnachten mild und matschig sein.
- Wenn die Schwalben tief fliegen, gibt es RegenFliegen Schwalben dicht über dem Boden, kommt bald Regen. Der Grund sind die Insekten, die sie jagen.
- Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März die Ohren wärmenIst es im Februar so mild, dass Mücken tanzen, soll der März umso kälter werden.
- Wie die Alten sungen, so zwitschern die JungenKinder übernehmen die Sprache, Ansichten und Gewohnheiten ihrer Eltern, gerade auch die schlechten.
- Wie die Made im Speck lebenSehr bequem und im Überfluss leben, ohne sich um etwas sorgen oder anstrengen zu müssen.
- Wie ein begossener PudelBeschämt, kleinlaut und geknickt, etwa nach einer Blamage, einem Tadel oder einer Enttäuschung.
- Wie ein Elefant im PorzellanladenPlump, ungeschickt und taktlos vorgehen und dabei Schaden anrichten, wo eigentlich Feingefühl gefragt wäre.
- Wie Hund und KatzeStändig im Streit miteinander, so verfeindet, dass zwei sich einfach nicht vertragen.
- Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagenAn einem sehr abgelegenen, einsamen Ort, weit weg von Städten und Menschen.
- Zum KuckuckSalopper Ausruf der Verärgerung oder Ungeduld, in dem der Kuckuck verhüllend für den Teufel steht.
- Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagenMit einer einzigen Handlung zwei Ziele auf einmal erreichen oder zwei Vorteile zugleich gewinnen.
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