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Die Katze lässt das Mausen nicht

Kurz gesagt

Wer eine Gewohnheit oder Neigung hat, legt sie nicht ab, auch wenn er es verspricht oder sich die Umstände ändern.

Auf Englisch
A leopard can’t change its spots
Old habits die hard
Auch gesagt
Der Kater lässt das Mausen nicht

Was bedeutet „Die Katze lässt das Mausen nicht“?

„Die Katze lässt das Mausen nicht“ sagt man, wenn jemand rückfällig wird oder an einer alten Gewohnheit festhält, obwohl man anderes erwartet hatte. Der Exraucher, der auf der Party doch wieder eine anzündet, der Kollege, der nach jeder Ermahnung erneut zu spät kommt, der Rentner, der jeden Samstag weiter in der Werkstatt steht: Sie alle lassen das Mausen nicht. Der Ton reicht von nachsichtig und amüsiert bis vorwurfsvoll, je nachdem, ob die Gewohnheit liebenswert oder ärgerlich ist.

Das Verb „mausen“ hat mehrere Bedeutungen, und das Sprichwort spielt mit ihnen. Für Katzen heißt es Mäuse fangen, für Menschen umgangssprachlich auch kleine Dinge stehlen. Das DWDS nennt außerdem einen seltenen, saloppen Gebrauch für Seitensprünge. Entsprechend kann das Sprichwort auf Diebereien, auf Untreue oder schlicht auf eingefleischte Vorlieben zielen. Es behauptet, dass sich die Natur eines Menschen nicht ändert, und hat damit einen leicht fatalistischen Zug: Wer so redet, erwartet keine Besserung mehr.

Woher kommt „Die Katze lässt das Mausen nicht“?

Im Deutschen ist das Sprichwort seit dem 16. Jahrhundert belegt. Wander führt die Form „Die Katze lesst yhres mausens nicht“ auf die Sammlung von Johannes Agricola (1529) zurück, auch Sebastian Franck und Tappius kennen „Katz lasst jrs mausens nit“. Der Nürnberger Dramatiker Jakob Ayrer (gestorben 1605) leitet es mit den Worten „Man im alten Sprichwort spricht“ ein, es galt also schon damals als alt.

Der Gedanke dahinter ist antik. Eine Fabel, die Äsop zugeschrieben wird, erzählt von einer Katze, die Aphrodite in eine Frau verwandelt hat; als bei der Hochzeit eine Maus vorbeiläuft, springt die Braut ihr nach. Jean de La Fontaine erzählte die Geschichte 1668 als „La Chatte métamorphosée en femme“ nach. Wander stellt dem deutschen Sprichwort außerdem den Satz „Ad mores natura recurrit“ aus Juvenal an die Seite: Die Natur kehrt zu ihren Gewohnheiten zurück.

Beispiele aus dem Alltag

  • Kaum hat Theo versprochen, nicht mehr heimlich an die Süßigkeiten zu gehen, fehlt die halbe Tafel Schokolade. „Die Katze lässt das Mausen nicht“, sagt seine Mutter.

  • Herr Lindner ist seit einem Jahr in Rente und repariert trotzdem jeden Samstag die Fahrräder der halben Straße. „Die Katze lässt das Mausen nicht“, lacht seine Frau.

  • „Der neue Bürgermeister wollte doch alles offenlegen, und jetzt wieder Absprachen im Hinterzimmer?“, schreibt Anja in die Elterngruppe. Ihre Nachbarin antwortet: „Die Katze lässt das Mausen nicht.“

Häufige Fragen

Was heißt „mausen“?

Ursprünglich Mäuse fangen, wie es Katzen tun. Umgangssprachlich heißt „mausen“ auch stehlen, meist im Kleinen, und beide Bedeutungen schwingen im Sprichwort mit.

Ist „Die Katze lässt das Mausen nicht“ abwertend?

Das Sprichwort kann ein Vorwurf sein, wenn jemand rückfällig wird. Oft ist es aber nachsichtig gemeint, als Kopfschütteln über jemanden, der nun einmal nicht anders kann.

Wie sagt man „Die Katze lässt das Mausen nicht“ auf Englisch?

Am nächsten kommt „A leopard can’t change its spots“. Für Gewohnheiten sagt man auch „Old habits die hard“.

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