Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr
Kurz gesagt
Was man als Kind nicht lernt, holt man als Erwachsener nur noch mühsam oder gar nicht mehr nach.
- Auf Englisch
- You can’t teach an old dog new tricks
- Auch gesagt
- Was Hänsel nicht lernet, das lernt Hans nimmermehr
- Gegenteil
- Man lernt nie aus
Was bedeutet „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“?
Wer sagt „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, meint: Was man in der Kindheit versäumt, holt man als Erwachsener kaum noch nach. Hänschen ist das Kind, Hans der erwachsene Mann. Eltern und Großeltern sagen es, wenn ein Kind Klavier üben, schwimmen lernen oder Vokabeln pauken soll. Erwachsene benutzen es halb seufzend über sich selbst, wenn sie mit vierzig zum ersten Mal auf Skiern stehen. Auch für Gewohnheiten wird es gebraucht: Wer als Kind nie aufräumen musste, tut es später auch nicht gern.
Der Satz klingt streng und ein wenig altväterlich. Wörtlich genommen stimmt er nicht: Erwachsene lernen Sprachen, Instrumente und Berufe neu, nur oft mühsamer und mit mehr Disziplin. Deshalb wird dem Sprichwort heute häufig widersprochen, gern mit „Man lernt nie aus“. Wer es ernst meint, will meist zum frühen Üben ermuntern. Als Ausrede für die eigene Bequemlichkeit („Das lerne ich jetzt eh nicht mehr“) taugt es nur im Scherz.
Woher kommt „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“?
Das Sprichwort spielt mit zwei Formen desselben Namens. „Hans“, die Kurzform von Johannes, war über Jahrhunderte so verbreitet, dass der Name für jeden beliebigen Mann stehen konnte. „Hänschen“ ist laut Grimms Wörterbuch die mitteldeutsche Verkleinerungsform, im Süden sagte man eher „Hänsel“. Der Gegensatz von Kind und Mann steckt also schon im Namen.
Wiktionary verweist auf eine ältere Form, die Wanders „Deutsches Sprichwörter-Lexikon“ verzeichnet: „Was Hänsel nicht lernet, das lernt Hans nimmermehr“, mit Belegen aus dem frühen 17. Jahrhundert. Grimms Wörterbuch nennt die heutige Fassung mit „Hänschen“ allgemein gebräuchlich und führt Abwandlungen an, etwa bei Gottfried August Bürger: „was Hänschen versäumt, holt Hans nicht mehr ein“. Häufig liest man, Martin Luther habe den Satz in einer Tischrede über faule Studenten geprägt. Einen genauen Nachweis dieses Wortlauts bei Luther nennen die Wörterbücher nicht.
Beispiele aus dem Alltag
Mia will mit sieben aufhören, Geige zu spielen. Ihre Mutter seufzt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Gib dem Instrument noch ein Jahr.“
Thomas fällt im ersten Skikurs mit 45 zum fünften Mal in den Schnee. „Was Hänschen nicht lernt …“, ruft er lachend seiner Tochter zu, die längst unten an der Hütte wartet.
In der Elterngruppe auf WhatsApp schreibt Aylin: „Unsere Kita macht jetzt Englisch für die Kleinen. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, sagt die Leiterin.“
Häufige Fragen
Wer ist mit Hänschen und Hans gemeint?
Hänschen ist das Kind, Hans der erwachsene Mann. „Hans“ war früher so häufig, dass der Name für jeden beliebigen Mann stehen konnte, die Verkleinerungsform „Hänschen“ für den Jungen.
Stimmt „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“?
Nur eingeschränkt. Erwachsene können sehr wohl Neues lernen, auch Sprachen oder Instrumente, es kostet aber meist mehr Zeit und Übung als in der Kindheit.
Wie heißt das Sprichwort auf Englisch?
Die übliche Entsprechung ist „You can’t teach an old dog new tricks“, also: Einem alten Hund bringt man keine neuen Kunststücke mehr bei.
Was ist das Gegenteil von „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“?
Als Gegenstück gilt „Man lernt nie aus“. Es betont, dass Lernen ein Leben lang weitergeht.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Wer nicht hören will, …