Früh übt sich, was ein Meister werden will
Kurz gesagt
Wer in etwas wirklich gut werden will, fängt am besten schon früh, möglichst als Kind, damit an.
- Auch gesagt
- Früh übt sich, wer ein Meister werden will
Was bedeutet „Früh übt sich, was ein Meister werden will“?
„Früh übt sich, was ein Meister werden will“ sagt man, wenn Kinder oder junge Leute schon erstaunlich früh etwas können oder mit Eifer üben: der Sechsjährige am Schachbrett, die Grundschülerin mit dem Lötkolben, der Enkel, der beim Heimwerken unbedingt die Bohrmaschine halten will. Meist schwingt Anerkennung mit, oft auch ein Schmunzeln. Ebenso dient der Satz Eltern als Begründung, ihr Kind früh zu fördern.
Häufig wird er ironisch verwendet, wenn Kinder etwas Unerwünschtes schon gut beherrschen, etwa Ausreden, Schummeln oder den heimlichen Griff in die Keksdose. Das „was“ ist kein Fehler: Es steht verallgemeinernd für „wer“, so wie in Schillers Vers. Die oft gehörte Form „Früh übt sich, wer ein Meister werden will“ ist verständlich, entspricht aber nicht dem Original. „Meister“ meint keinen Handwerksmeister mit Prüfung, sondern jemanden, der seine Sache meisterhaft beherrscht.
Woher kommt „Früh übt sich, was ein Meister werden will“?
Der Satz stammt aus Friedrich Schillers Schauspiel „Wilhelm Tell“, uraufgeführt 1804 in Weimar. Im dritten Aufzug, erste Szene, spielen Tells Söhne vor dem Haus mit einer kleinen Armbrust. Seine Frau Hedwig bemerkt: „Die Knaben fangen zeitig an zu schießen.“ Tell antwortet: „Früh übt sich, was ein Meister werden will.“ Hedwig erwidert: „Ach wollte Gott, sie lernten’s nie!“ Für sie ist das frühe Üben mit der Waffe also ein Grund zur Sorge, nicht zum Stolz.
Aus diesem Zusammenhang gelöst, wurde der Satz zum geflügelten Wort und wird heute meist ohne Gedanken an Schiller zitiert. In derselben Szene steht noch ein Vers, der zum Sprichwort wurde: „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.“
Beispiele aus dem Alltag
Die vierjährige Mila hilft beim Dorffest am Kuchenstand und kassiert mit großem Ernst das Wechselgeld. „Früh übt sich, was ein Meister werden will“, sagt der Vereinsvorsitzende.
Jakob verbringt jeden Nachmittag in Opas Werkstatt und hat mit zehn sein erstes Vogelhaus gebaut. Opa klopft ihm auf die Schulter: „Früh übt sich, was ein Meister werden will.“
Der Kleine hat schon die dritte Ausrede, warum er noch nicht ins Bett muss. Seine Mutter verdreht die Augen: „Früh übt sich, was ein Meister werden will.“
Lustige Abwandlungen
Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will
Vermischt Schillers Vers mit dem Sprichwort „Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten“.
Häufige Fragen
Von wem stammt „Früh übt sich, was ein Meister werden will“?
Der Satz stammt von Friedrich Schiller. Wilhelm Tell sagt ihn im dritten Aufzug des Schauspiels „Wilhelm Tell“ (1804), als seine Söhne mit der Armbrust spielen.
Heißt es „was“ oder „wer ein Meister werden will“?
Bei Schiller heißt es „was ein Meister werden will“. Die Form mit „wer“ ist verbreitet und verständlich, aber nicht das Originalzitat.
Ist „Früh übt sich, was ein Meister werden will“ ein Sprichwort?
Es ist ein geflügeltes Wort, also ein Zitat mit bekanntem Urheber, das wie ein Sprichwort gebraucht wird. Viele kennen es, ohne zu wissen, dass es von Schiller stammt.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
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