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Man lernt nie aus

Kurz gesagt

Auch mit viel Erfahrung lernt man immer wieder Neues dazu, bis ins hohe Alter.

Auf Englisch
Live and learn
You learn something new every day
Auch gesagt
Man lernt im Leben nie aus
Man lernt niemals aus

Was bedeutet „Man lernt nie aus“?

„Man lernt nie aus“ heißt: Das Lernen ist nie abgeschlossen, auch nicht nach Schule, Ausbildung oder Studium. Meist sagt man den Satz, wenn man gerade etwas Neues gehört hat, oft etwas Überraschendes oder Kurioses: dass Erdnüsse botanisch keine Nüsse sind oder dass die Spülmaschine ein Sieb hat, das man reinigen muss. Dann klingt er leicht verwundert und selbstironisch. Wiktionary beschreibt die Bedeutung so, dass einem das Leben bis ins hohe Alter immer wieder Überraschungen und neue Erkenntnisse bietet.

Ernsthafter gebraucht, ist der Satz ein Bekenntnis zum lebenslangen Lernen, etwa wenn sich eine Rentnerin für einen Programmierkurs anmeldet. „Auslernen“ bezeichnete ursprünglich das Ende der Lehrzeit: Wer ausgelernt hatte, war mit seiner Ausbildung fertig. Das Sprichwort sagt also, dass diese Lehrzeit im Leben nie wirklich endet. Damit widerspricht es dem Satz „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, nach dem man später kaum noch etwas dazulernt.

Woher kommt „Man lernt nie aus“?

Der Gedanke ist sehr alt. Der römische Philosoph Seneca schreibt in seinen Briefen an Lucilius (Brief 76): „Tamdiu discendum est quamdiu nescias; si proverbio credimus, quamdiu vivas.“ Man muss also so lange lernen, wie man etwas nicht weiß, und, wenn man dem Sprichwort glaubt, so lange man lebt. Schon für Seneca war das eine Volksweisheit. Er selbst besuchte im Alter noch die Vorträge eines Philosophen und hält fest, dass auch ein alter Mensch lernen muss.

Im Deutschen führt Grimms Wörterbuch „man lernt nie aus“ beim Stichwort „auslernen“ an, mit einem Beleg aus Goethes Werken. Ältere Sätze gehen in dieselbe Richtung: Grimm zitiert aus Luthers Übersetzung des Buches Jesus Sirach über die Weisheit „er ist nie gewest, der es ausgelernet hätte“ und aus der Sammlung von Christoph Lehmann aus dem 17. Jahrhundert „kein alter hat ausgelernt“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Beim Pubquiz erfährt die Runde, dass Erdbeeren botanisch gar keine Beeren sind. „Man lernt nie aus“, sagt Tarek und notiert es sich fürs nächste Mal.

  • Mit 72 belegt Ingrid an der Volkshochschule einen Kurs für Videoschnitt. Als ihre Enkelin staunt, zuckt sie mit den Schultern: „Man lernt nie aus.“

  • Der Elektriker erklärt dem Hausmeister, warum die Sicherung immer nachts herausspringt. Der Hausmeister, seit 30 Jahren im Dienst, nickt anerkennend: „Man lernt nie aus.“

Häufige Fragen

Was ist das Gegenteil von „Man lernt nie aus“?

Als Gegenstück gilt „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Es behauptet, dass man im Alter kaum noch Neues lernt.

Wie sagt man „Man lernt nie aus“ auf Englisch?

Üblich sind „Live and learn“ und „You learn something new every day“. In Großbritannien hört man auch „Every day is a school day“.

Was bedeutet „auslernen“?

„Auslernen“ heißt ursprünglich, die Lehrzeit abzuschließen. Wer ausgelernt hat, ist mit seiner Ausbildung fertig. Im Sprichwort geschieht das im Leben nie.

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