Wissen ist Macht
Kurz gesagt
Wer viel weiß, hat Einfluss und Vorteile, weil er besser entscheiden und andere leichter lenken kann.
- Auf Englisch
- Knowledge is power
Was bedeutet „Wissen ist Macht“?
„Wissen ist Macht“ bedeutet: Wer mehr weiß als andere, ist im Vorteil. Er kann bessere Entscheidungen treffen, sich gegen Täuschung wehren und Einfluss nehmen. Der Satz wird oft als Aufforderung zum Lernen benutzt, über Schulportalen, in Bildungskampagnen oder von Eltern, die ihre Kinder an die Hausaufgaben schicken. Ebenso häufig dient er als nüchterne Feststellung, etwa wenn jemand Informationen zurückhält, um seine Stellung im Betrieb zu sichern. Dafür gibt es sogar ein eigenes Wort: Herrschaftswissen.
Der Satz hat eine bekannte Kehrseite: Wer Wissen für Macht hält, teilt es nicht gern. Die Sponti-Bewegung der 1970er-Jahre parodierte ihn mit „Wissen ist Macht. Ich weiß nichts. Macht nichts.“ Im heutigen Gebrauch geht es meist um Bildung und Information, seltener um Macht im politischen Sinn. Das Gegenstück aus dem Alltag lautet „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“: Dort ist Nichtwissen bequem.
Woher kommt „Wissen ist Macht“?
Der Satz geht auf den englischen Philosophen Francis Bacon zurück. In seinen „Meditationes Sacrae“ von 1597 steht der Einschub „nam et ipsa scientia potestas est“, denn auch das Wissen selbst ist Macht. Der Zusammenhang überrascht: Bacon schreibt dort über Irrlehren und unterscheidet zwei Seiten der Macht Gottes, die Macht, zu wissen, und die Macht, zu handeln. Erst später wurde der Halbsatz zum Leitspruch der neuzeitlichen Wissenschaft. Die knappe Form „Scientia potentia est“ steht zuerst 1668 in der lateinischen Fassung von Thomas Hobbes’ „Leviathan“. Hobbes war in jungen Jahren Bacons Sekretär.
Im Deutschen wurde „Wissen ist Macht“ im 19. Jahrhundert zum Schlagwort. Großen Anteil daran hatte Wilhelm Liebknecht, einer der Gründerväter der deutschen Sozialdemokratie, mit seinem Vortrag „Wissen ist Macht, Macht ist Wissen“, den er am 5. Februar 1872 beim Dresdner Bildungsverein hielt. Einen verwandten Gedanken kennt schon die Bibel: In Sprüche 24,5 heißt es, ein weiser Mann sei stark.
Quellen
- Wikipedia: Wissen ist Macht
- Wikipedia (englisch): Scientia potentia est
- Francis Bacon: Meditationes Sacrae (1597)
- Wiktionary: Wissen ist Macht
- Wikipedia: Sponti-Sprüche
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
Vor der Gehaltsverhandlung liest Merve drei Gehaltsstudien durch. „Wissen ist Macht“, sagt sie zu ihrem Freund, „ich weiß jetzt genau, was die Stelle wert ist.“
Der neue Teamleiter merkt, dass nur ein Kollege die alte Software versteht und das auch ausnutzt. „Wissen ist Macht“, seufzt er und bucht für alle eine Schulung.
Über dem Eingang der Stadtbibliothek steht in großen Buchstaben „Wissen ist Macht“. Darunter hat jemand mit Kreide geschrieben: „Ich weiß nichts. Macht nichts.“
Lustige Abwandlungen
Wissen ist Macht. Ich weiß nichts. Macht nichts.
Sponti-Spruch der 1970er-Jahre, auch mit „Wir wissen nichts“.
Wissen ist Macht, nichts wissen macht nichts
Kürzere Fassung desselben Wortspiels.
Häufige Fragen
Wer hat „Wissen ist Macht“ gesagt?
Der Satz geht auf Francis Bacon zurück, der 1597 schrieb „ipsa scientia potestas est“. Im Deutschen machte ihn Wilhelm Liebknecht 1872 mit einem Vortrag zum Schlagwort der Arbeiterbildung.
Wie heißt „Wissen ist Macht“ auf Latein?
Bei Bacon heißt es „ipsa scientia potestas est“. Die bekanntere Form „Scientia potentia est“ steht 1668 in der lateinischen Fassung von Thomas Hobbes’ „Leviathan“.
Was hat Bacon mit „Wissen ist Macht“ ursprünglich gemeint?
Bacon schrieb über die Macht Gottes und unterschied dessen Wissen von seinem Handeln. Die Deutung als Lob menschlicher Bildung und Wissenschaft entstand erst später.
Wie geht „Wissen ist Macht, ich weiß nichts“ weiter?
Die scherzhafte Fortsetzung lautet „Wissen ist Macht. Ich weiß nichts. Macht nichts.“ Sie stammt aus der Sponti-Szene der 1970er-Jahre.
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