Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh
Kurz gesagt
Schnee um den 30. November, den Andreastag, gilt als schädlich für das junge Wintergetreide auf den Feldern.
- Lostag
- 30. November (Andreas)
- Auch gesagt
- Andreasschnee tut Korn und Weizen weh
- Andreasschnee tut dem Korne weh
- Andreasschnee tut den Saaten weh
Was bedeutet „Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh“?
„Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh“ heißt: Fällt um den 30. November, den Tag des Apostels Andreas, Schnee, leidet das Wintergetreide. „Korn“ steht in vielen Gegenden für den Roggen. Beide Getreidearten sind im Herbst gesät worden und stehen Ende November als junge Pflanzen auf dem Acker. Die Regel ist keine Wettervorhersage, sondern eine Warnung vor den Folgen früher Schneefälle. Andere Fassungen sagen dazu, der Andreasschnee bleibe lange liegen, nach einer oberösterreichischen Überlieferung hundertzehn Tage. Zitiert wird der Spruch, wenn Ende November der erste Schnee auf die Felder fällt, und meist von Leuten, die selbst Getreide anbauen oder es von früher kennen.
Einen landwirtschaftlichen Kern hat die Regel. Eine Schneedecke schützt die Saat zwar vor Kahlfrost, wenn sie aber lange auf noch ungefrorenem Boden liegt, begünstigt sie den Schneeschimmel, eine Pilzkrankheit, die Getreidepflanzen absterben lässt. Genau diese Lage nennt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft als Risiko. Ob früher Schnee liegen bleibt, ist allerdings fraglich. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fällt der erste Schnee oft schon Ende November, danach folgt aber meist eine mildere Phase. Andere Regeln loben den Schnee als Schutz, die Bauern waren sich also selbst nicht einig.
Woher kommt „Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh“?
Andreas war ein Apostel und der Bruder des Petrus. Der Legende nach wurde er in Patras an einem Kreuz mit schrägen Balken hingerichtet, dem Andreaskreuz. Als sein Todestag ist der 30. November überliefert, sein Fest steht an der Schwelle zum Advent.
Wander verzeichnet in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ (1867–1880) unter „Andreasschnee“ die knappere Form „Andreasschnee thut den Früchten (Saaten) weh“ nach Theodor Boebels Sammlung von 1854, eine niederdeutsche Fassung „De Andreissnei doit den Kôren wei“, also „tut dem Korn weh“, und „Andreasschnee treibt dem Bauer die Preise in die Höh“. Die gereimte Form mit Korn und Weizen steht heute im Salzburgwiki in der Sammlung von Bertl Göttl und in der Wikipedia-Liste der Bauernregeln. Wann sie entstand, ist nicht belegt.
Beispiele aus dem Alltag
Am 30. November liegen auf den Feldern bei Ingolstadt zehn Zentimeter Schnee auf noch weichem Boden. Ackerbauer Thomas Riedl runzelt die Stirn: „Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh. Hoffentlich taut das bald wieder.“
In der Berufsschule erklärt Frau Albers den Schneeschimmel. Ein Schüler meldet sich: „Mein Opa sagt immer: Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh.“ Sie nickt: „Dein Opa hatte nicht ganz unrecht.“
Die Kinder bauen am letzten Novembertag den ersten Schneemann im Hof. Nachbar Petrović, früher Landwirt, schaut skeptisch auf die Felder hinter dem Dorf: „Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh.“
Häufige Fragen
Warum soll Schnee am Andreastag dem Getreide schaden?
Liegt Schnee lange auf noch ungefrorenem Boden, kann sich der Schneeschimmel ausbreiten, eine Pilzkrankheit des Wintergetreides. Diese Gefahr steckt hinter „Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh“. Kurz liegender Schnee schützt die Saat dagegen eher vor Frost.
Stimmt die Bauernregel „Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh“?
Nur unter bestimmten Bedingungen. Schaden droht, wenn eine Schneedecke lange auf ungefrorenem Boden liegt. Früher Schnee Ende November taut in tiefen Lagen aber meist bald wieder, dann schadet er kaum.
Wann ist der Andreastag?
Der Andreastag ist der 30. November, der Gedenktag des Apostels Andreas. Er liegt kurz vor oder am Beginn der Adventszeit und galt als Lostag für den Winter.
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