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Unkraut vergeht nicht

Kurz gesagt

Zähe Menschen überstehen auch Krankheit, Unfall und Krisen. Meist sagt man es scherzhaft über sich selbst.

Auf Englisch
Ill weeds grow apace
Auch gesagt
Unkraut verdirbt nicht
Unkraut vergeht nicht so leicht

Was bedeutet „Unkraut vergeht nicht“?

„Unkraut vergeht nicht“ sagt man über jemanden, der eine Krankheit, einen Unfall oder eine schwierige Zeit erstaunlich gut übersteht. Am häufigsten ist es ein selbstironischer Kommentar: Wer nach einer Operation besorgte Anrufe bekommt, antwortet beruhigend „Unkraut vergeht nicht“ und meint damit, dass er zäh ist und so schnell nicht unterzukriegen. Ältere Menschen sagen es gern über ihre gute Verfassung. Die Wendung ist umgangssprachlich, warmherzig und ein bisschen kokett, denn wer sich selbst Unkraut nennt, macht sich kleiner, als er ist.

Über andere gesagt, kann der Satz eine Spitze enthalten. Unkraut ist ja das Nutzlose und Lästige, das man loswerden will, und so kann die Wendung auch heißen: Schlechte Menschen überstehen alles. Wiktionary nennt genau diese Bedeutung. Ob liebevoll oder bissig, hängt stark vom Ton ab und davon, wie man zu der Person steht. Bei echten Schicksalsschlägen wirkt der Spruch aus fremdem Mund schnell flapsig, aus dem Mund des Betroffenen beruhigt er.

Woher kommt „Unkraut vergeht nicht“?

Das Bild kommt aus Garten und Feld: Unkraut wächst nach, auch wenn man es ausreißt, abschneidet oder dem Frost aussetzt, während empfindliche Nutzpflanzen eingehen. Das Sprichwort ist alt. Grimms Deutsches Wörterbuch verzeichnet es in den Formen „Unkraut verdirbt nicht“ und „Unkraut vergeht nicht“ und nennt es „seit dem 16. jh. unzähligemal bezeugt“. Der früheste dort genannte Beleg stammt aus einem Werk des Schweizer Reformationsdichters Utz Eckstein von 1525: „also unkrut ouch nit verdirbt“.

Oft wurde der Spruch mit derben Zusätzen verlängert. Bei Sebastian Franck heißt es etwa, eher käme ein Platzregen darauf, und Grimmelshausens „Simplicissimus“ hat eine noch gröbere Fortsetzung. Grimm vermerkt auch, dass das Sprichwort auf Menschen bezogen wurde. Das DWDS beschreibt den heutigen Gebrauch vor allem als beschwichtigenden, selbstironischen Kommentar, wenn man eine belastende Situation überstanden hat.

Beispiele aus dem Alltag

  • Nach dem Sturz mit dem Mountainbike liegt Kai mit Gipsarm im Krankenhaus. Als seine Schwester besorgt anruft, lacht er: „Keine Panik, Unkraut vergeht nicht.“

  • Zu ihrem 90. Geburtstag wird Oma Hilde gefragt, wie sie so fit geblieben ist. „Unkraut vergeht nicht“, sagt sie und schneidet die Torte selbst an.

  • Der Abteilungsleiter hat schon drei Umstrukturierungen überstanden. „Unkraut vergeht nicht“, murmelt ein Kollege in der Kaffeeküche, als er schon wieder befördert wird.

Häufige Fragen

Ist „Unkraut vergeht nicht“ eine Beleidigung?

Meist nicht. Die meisten sagen es scherzhaft über sich selbst. Über andere gesagt, kann es aber andeuten, dass gerade unangenehme Menschen alles überstehen.

Was ist mit „Unkraut“ gemeint?

Unkraut sind Wildpflanzen, die zwischen Nutzpflanzen wachsen und sich kaum ausrotten lassen. Im Sprichwort steht es für einen zähen Menschen, der nicht kleinzukriegen ist.

Wie sagt man „Unkraut vergeht nicht“ auf Englisch?

Eine verbreitete englische Entsprechung ist „Ill weeds grow apace“. Sie betont allerdings stärker, dass Schlechtes gut gedeiht.

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