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Undank ist der Welt Lohn

Kurz gesagt

Wer anderen hilft oder Gutes tut, darf nicht mit Dank rechnen und bekommt oft sogar Ärger oder Schaden dafür.

Auf Englisch
No good deed goes unpunished
Auch gesagt
Undank ist der Welten Lohn

Was bedeutet „Undank ist der Welt Lohn“?

„Undank ist der Welt Lohn“ heißt: Für Hilfe und gute Taten bekommt man oft keinen Dank, manchmal sogar das Gegenteil. Man sagt es, wenn sich jemand eingesetzt hat und leer ausgeht oder schlecht behandelt wird: die Kollegin, die jahrelang eingesprungen ist und bei der Beförderung übergangen wird, der Nachbar, der für alle Pakete annimmt und dafür eine Beschwerde kassiert. Zeitungen setzen den Satz gern über Meldungen, in denen Hilfsbereitschaft bestraft wird, etwa wenn ein Unfallfahrer das Auto seines Ersthelfers stiehlt.

Der Ton ist resigniert, häufig mit bitterer Ironie. Über andere gesagt, klingt der Satz mitfühlend, über sich selbst gesagt, kann er nach Selbstmitleid klingen, und viele hängen deshalb ein Lachen an. „Lohn“ meint die Gegenleistung im weiten Sinn: Was die Welt für gute Taten zurückgibt, ist Undank. Mit „Welt“ sind die Mitmenschen gemeint, keine höhere Macht. Der Genitiv „der Welt“ steht, wie in älteren Sprichwörtern üblich, vor dem Wort, zu dem er gehört. In Überschriften liest man oft die Form „Undank ist der Welten Lohn“.

Woher kommt „Undank ist der Welt Lohn“?

Die heutige Form verzeichnet Wander unter dem Stichwort ‚Undank‘ (Nr. 15) nach Sammlungen vor allem des 19. Jahrhunderts, darunter Karl Simrock (1846). Ältere Fassungen sagen dasselbe mit anderen Worten: Christoph Lehmann notiert im 17. Jahrhundert „Vndanck ist der Leut bester lohn“, bei dem Prediger Valerius Herberger heißt es „Vndank ist der Welt Tranckgeld“. Wander zitiert außerdem einen lateinisch-deutschen Merkvers, der schon damals als „gemeiner Verss“ galt: „Hic mos est horum, Vndank in fine laborum“, so ist es eben Brauch, am Ende der Mühen steht Undank.

Die Formel „der Welt Lohn“ ist älter als das Sprichwort. Konrad von Würzburg gab einer Verserzählung, die vor 1260 entstand, den Titel „Der Welt Lohn“: Ein Ritter, der sein Leben lang um Ansehen geworben hat, begegnet der Frau Welt, die ihm ihre Kehrseite zeigt. Dort geht es um die Einsicht, dass weltlicher Ruhm trügt, von Undank ist keine Rede. Ob das Sprichwort an diese Tradition anknüpft, ist nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Drei Jahre hat Svenja den Newsletter des Sportvereins allein gemacht. Beim Sommerfest dankt der Vorstand allen außer ihr, und sie schreibt in den Familienchat: „Undank ist der Welt Lohn.“

  • Herr Nowak nimmt seit Jahren die Pakete fürs ganze Haus an. Jetzt hat sich ausgerechnet der Nachbar aus dem dritten Stock über seinen bellenden Hund beschwert. „Undank ist der Welt Lohn“, brummt er.

  • Eine Autofahrerin nimmt einen Anhalter mit und vermisst danach ihr Handy. Die Lokalzeitung titelt: „Undank ist der Welten Lohn“.

Häufige Fragen

Was bedeutet „der Welt Lohn“?

„Der Welt Lohn“ ist ein vorangestellter Genitiv und heißt „der Lohn der Welt“, also das, was man von den Mitmenschen als Gegenleistung bekommt. In „Undank ist der Welt Lohn“ besteht dieser Lohn eben aus Undank.

Heißt es „der Welt Lohn“ oder „der Welten Lohn“?

Beide Formen sind gebräuchlich, das DWDS und Wiktionary führen sie nebeneinander. „Undank ist der Welt Lohn“ ist die Form der Wörterbücher und alten Sammlungen, „Undank ist der Welten Lohn“ liest man vor allem in Zeitungsüberschriften.

Gibt es ein Märchen „Undank ist der Welt Lohn“?

Ja. Ludwig Bechstein nahm ein Märchen dieses Titels 1856 in sein „Neues deutsches Märchenbuch“ auf. Ein Bäckergeselle zieht darin mit Esel, Hund, Katze und Hahn los, die alle im Alter verstoßen wurden, ähnlich wie in den „Bremer Stadtmusikanten“.

Wie sagt man „Undank ist der Welt Lohn“ auf Englisch?

Am nächsten kommt die ironische Wendung „No good deed goes unpunished“, keine gute Tat bleibt ungestraft. Eine wörtliche Entsprechung von „Undank ist der Welt Lohn“ ist im Englischen nicht gebräuchlich.

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