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Jemandem auf den Leim gehen

Kurz gesagt

Auf jemanden oder seine Tricks hereinfallen und sich täuschen lassen.

Auf Englisch
To fall for something
To be taken in by someone
To swallow the bait
Auch gesagt
Jemandem auf den Leim kriechen
Auf den Leim gehen

Was bedeutet „Jemandem auf den Leim gehen“?

„Jemandem auf den Leim gehen“ heißt: auf jemanden oder seine Tricks hereinfallen, sich täuschen lassen. Duden umschreibt es mit „auf jemanden, jemandes Tricks hereinfallen; sich hereinlegen lassen“. Man geht einem Betrüger am Telefon auf den Leim, einer gefälschten Paketnachricht, einem Lockangebot im Onlineshop oder der Propaganda einer Partei. Oft fehlt die Person, und es heißt nur „auf den Leim gehen“. Meist schwingt mit, dass der Getäuschte den Köder hätte erkennen können.

Die Wendung ist umgangssprachlich und klingt eher nüchtern als empört. Sie passt zu kleinen Reinfällen, etwa einem Aprilscherz, ebenso wie zu ernsten Fällen von Betrug oder Desinformation; das DWDS zitiert Belege von der Zeitung bis zur Geschichtsschreibung. Von der anderen Seite her sagt man „jemanden auf den Leim locken“ oder „führen“. Nicht verwechseln sollte man sie mit „aus dem Leim gehen“: Das sagt man von Möbeln, die auseinanderfallen, von Beziehungen, die zerbrechen, und scherzhaft von Menschen, die zunehmen.

Woher kommt „Jemandem auf den Leim gehen“?

Das Bild stammt aus dem Vogelfang. Vogelsteller bestrichen Ruten oder Zweige mit zähem Vogelleim und setzten sie dort aus, wo Vögel sich niederließen; wer darauf landete, blieb kleben. Duden verweist auf die „mit Leim bestrichenen Ruten, die schon im Mittelalter zum Vogelfang benutzt wurden“, und Pfeifers Etymologisches Wörterbuch bezieht die Wendung auf „die mit Leim bestrichene Rute des Vogelstellers“. Mittelhochdeutsch „līm“ meinte vor allem diesen Vogelleim. Schon Gottfrieds „Tristan“ (um 1210) kennt „daʒ gelîmde zwî“, den geleimten Zweig.

Grimms Wörterbuch (Band 6, 1885) führt „auf den leim locken, gehen“ als Wendungen „für betrügen, und betrogen werden“ und belegt sie unter anderem bei Friedrich Spielhagen: „dann sind wir doch wieder auf den leim gegangen.“ Wander verzeichnet 1873 das schwäbische „Er ist uf den Leim gange“ mit der Erklärung „Er hat sich anführen lassen“. Aus demselben Bild kommt das Verb „leimen“ für „betrügen“, das nach Pfeifer seit dem 19. Jahrhundert belegt ist.

Beispiele aus dem Alltag

  • Oma Gisela bekommt eine SMS, angeblich von ihrem Enkel mit neuer Handynummer. Zum Glück ruft sie Leon an, bevor sie Geld überweist, und geht den Betrügern nicht auf den Leim.

  • Am 1. April verkündet die Lehrerin, die Ferien würden um eine Woche verlängert. Die halbe 7b jubelt, bis Can stöhnt: „Leute, wir sind ihr voll auf den Leim gegangen.“

  • „Lass dich nicht auf den Leim locken, das Handy gibt es nur mit Zweijahresvertrag“, warnt Murat seinen Vater im Elektronikmarkt.

Häufige Fragen

Woher kommt „auf den Leim gehen“?

„Auf den Leim gehen“ stammt aus dem Vogelfang: Vogelsteller bestrichen Ruten mit klebrigem Vogelleim, und Vögel, die darauf landeten, blieben hängen. Wer jemandem auf den Leim geht, sitzt also in seiner Falle fest wie der Vogel an der Leimrute.

Was ist der Unterschied zwischen „auf den Leim gehen“ und „aus dem Leim gehen“?

Wer jemandem „auf den Leim geht“, fällt auf einen Trick herein. „Aus dem Leim gehen“ bedeutet dagegen nach Duden, dass etwas auseinanderfällt, etwa ein Stuhl oder eine Ehe; umgangssprachlich heißt es auch, dick zu werden.

Wie sagt man „jemandem auf den Leim gehen“ auf Englisch?

Die übliche Entsprechung ist „to fall for something“ oder „to be taken in by someone“. Das Bild vom Köder steckt in „to swallow the bait“.

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