Jemandem auf den Keks gehen
Kurz gesagt
Jemandem lästig werden und ihn mit ständigem Reden, Fragen oder einem bestimmten Verhalten nerven.
- Auf Englisch
- to get on someone’s nerves
- to drive someone up the wall
Was bedeutet „Jemandem auf den Keks gehen“?
Wer jemandem auf den Keks geht, nervt ihn: durch ständiges Nachfragen, Gejammer, laute Musik, Besserwisserei oder einfach durch zu viel Nähe. Die Wendung ist salopp und locker. Man benutzt sie unter Freunden, in der Familie und unter Kollegen, kaum aber in einem förmlichen Schreiben. Typisch sind Sätze wie „Du gehst mir echt auf den Keks“ oder „Das Thema geht mir langsam auf den Keks“. Auch Dinge können auf den Keks gehen: Werbung vor jedem Video, ein klemmender Reißverschluss, die Baustelle vor dem Schlafzimmerfenster.
Im Vergleich zu derberen Formen wie „jemandem auf den Sack gehen“ ist „auf den Keks gehen“ harmlos und fast freundlich. Eltern sagen es zu Kindern, ohne grob zu klingen, und Kinder zu Eltern. Gleichbedeutend sind „jemandem auf die Nerven gehen“, „auf den Geist gehen“ oder „auf den Wecker gehen“. Wer eine Beschwerde ernst gemeint vorbringen will, wählt eher „Das stört mich“, denn der Keks nimmt jeder Kritik etwas von ihrer Schärfe.
Woher kommt „Jemandem auf den Keks gehen“?
Der Keks in dieser Wendung ist nicht das Gebäck, sondern der Kopf. Das DWDS führt ein eigenes Wort „Keks“ mit der saloppen Bedeutung „Kopf, Gehirn“ und erklärt es als berlinisches Wort des 20. Jahrhunderts aus der Gaunersprache. Vermutlich ist es eine Verballhornung des jiddischen „gag“, Dach, angelehnt an den Keks zum Essen. Das Dach steht dabei bildlich für Kopf und Verstand.
Dazu passt die verwandte Wendung „einen weichen Keks haben“, also nicht ganz bei Verstand sein, die der Duden als umgangssprachlich und veraltend führt. Wann genau „jemandem auf den Keks gehen“ aufkam, ist nicht belegt. Das Gebäckwort selbst ist übrigens jünger, als viele denken: Es kam erst im 19. Jahrhundert aus dem englischen Plural „cakes“ ins Deutsche, das DWDS nennt einen Beleg „Leibniz-Cakes“ von 1889.
Beispiele aus dem Alltag
Seit einer Stunde fragt der kleine Noah auf der Autobahn: „Sind wir bald da?“ Sein Vater lacht gequält: „Du gehst mir langsam auf den Keks, Kumpel.“
In der Kaffeeküche erzählt Herr Lorenz zum dritten Mal von seinem neuen E-Bike. Leonie flüstert ihrer Kollegin zu: „Der geht mir so auf den Keks.“
Sophie schreibt ihrer Freundin: „Diese ständigen Push-Nachrichten von der Shopping-App gehen mir total auf den Keks. Ich lösch die jetzt.“
Häufige Fragen
Was ist mit dem Keks gemeint?
Mit dem Keks ist der Kopf gemeint. „Keks“ ist ein saloppes, ursprünglich berlinisches Wort für Kopf und Verstand, das mit dem Gebäck nur den Klang teilt.
Ist „auf den Keks gehen“ unhöflich?
Die Wendung ist salopp, aber nicht grob. Unter Freunden und in der Familie ist sie üblich, im Beruf oder in einem formellen Schreiben sagt man besser „Das stört mich“.
Wie sagt man „jemandem auf den Keks gehen“ auf Englisch?
Üblich sind „to get on someone’s nerves“ und, etwas stärker, „to drive someone up the wall“.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Wer zuletzt lacht, …